Lübecks Marvin Thiel ist frustriert. © imago images / MIS

Der VfB Lübeck zahlt bei 1860 München wieder einmal Lehrgeld

Stand: 10.10.2020 16:01 Uhr

Der VfB Lübeck wartet weiter auf den ersten Sieg in der noch jungen Drittliga-Saison. Bei 1860 München unterlagen die Norddeutschen mit 1:4 - eine auch in der Höhe verdiente Niederlage.

von Martin Schneider

Reisen in das Bundesland Bayern sind für die Fußballer des VfB Lübeck bisher nicht von Erfolg gekrönt. Nach der Niederlage bei der SpVgg Unterhaching verloren die Schleswig-Holsteiner am Sonnabend das Duell bei den Münchner "Löwen" deutlich. Gegen effektive Gastgeber ließ Geburtstagskind Patrick Hobsch den VfB kurz vom Auswärtssieg träumen, ehe Pech und zahlreiche Unzulänglichkeiten die Partie in Richtung der "Blauen" entschieden. "Wir sind mit ganz anderen Zielen hierhergekommen, wollten etwas Zählbares mitnehmen. Jetzt fühlt man sich wie in einem schlechten Film und wir sind enttäuscht", sagte Trainer Rolf Landerl nach der Partie dem NDR. Nach vier Spielen verließ der VfB zum zweiten Mal als Verlierer den Platz, mit zwei Punkten hängt der Aufsteiger im Tabellenkeller fest.

Hobsch trifft gegen den Ex-Club

Dabei lief es gut an für die Lübecker, die forsch begannen und sich Tormöglichkeiten erspielten. In der achten Minute wurde Hobsch, der gegen Duisburg noch auf der Tribüne schmorte, von Yannick Deichmann mustergültig mit einem Pass in die Tiefe freigespielt. Der 26-Jährige tunnelte Marco Hiller im "Löwen"-Tor und erzielte gegen seinen Ex-Verein seinen zweiten Saisontreffer - 1:0 für die Gäste. 1860 antwortete mit Wut, der VfB agierte zu passiv und ließ sich in die eigene Hälfte drücken. Das konnte nicht lange gut gehen: Die Norddeutschen bekamen in der 30. Minute eine Flanke nicht geklärt, der Ball landete vor den Füßen des aufgerückten Verteidigers Marius Willsch. Der Schuss des Münchners wurde von Ersin Zehir noch entscheidend abgefälscht und sprang von der Unterkante der Latte zum 1:1 ins Tor. Sein Debüt für den VfB hatte sich Zehir nach seinem Wechsel vom Zweitligisten FC St. Pauli zurück zu seinem Jugendverein sicherlich anders vorgestellt.

Es entwickelte sich ein unglücklicher Nachmittag für die Lübecker. In der 35. Minute jubelte Hobsch nach einem Kopfballtor über die vermeintliche, erneute Führung - doch die Fahne des Linienrichters war gehoben. Der Stürmer stand knapp im Abseits, der Treffer zählte zurecht nicht. Im direkten Gegenzug landete ein weiter Schlag bei Sascha Mölders, der den Ball von der Grenze des Sechzehners über VfB-Keeper Lukas Raeder hob - statt 2:1 stand es 1:2 aus Lübecker Sicht.

Deters verpasst den Ausgleich, 1860 eiskalt

Mit Rückenwind starteten die Gäste auch in den zweiten Durchgang, was beinahe mit dem Ausgleichstreffer belohnt worden wäre. Thorben Deters brachte es aber nicht fertig, den Ball aus fünf Metern im Tor unterzubringen, Willsch lenkte den Schuss über die Latte (51.). Zehn Minuten später war der "Löwen"-Torschütze an der Vorentscheidung auf der Gegenseite beteiligt: Seine scharfe Hereingabe vollendete Richard Neudecker mit der Hacke aus kurzer Distanz zum 3:1. Mit hängenden Köpfen schlichen die Gäste anschließend über den Platz und leisteten sich weitere Fehler. Für eine unfreiwillige Vorlage von Mirko Boland bedankte sich in der 66. Minute Stefan Lex, der frei vor Raeder zum Endstand einschob. Damit war das Lehrgeld der Lübecker an diesem Nachmittag dann auch ausgezahlt.

4.Spieltag, 10.10.2020 14:00 Uhr

1860 München

4

VfB Lübeck

1

Tore:

  • 0:1 Hobsch (7.)
  • 1:1 Willsch (29.)
  • 2:1 Mölders (36.)
  • 3:1 Neudecker (62.)
  • 4:1 Lex (66.)

1860 München: Hiller - Willsch, Moll, Salger, P. Steinhart - Wein - Neudecker (75. Greilinger), Tallig (84. Ngounou Djayo), Dressel, Lex (71. Pusic) - Mölders
VfB Lübeck: Raeder - Malone, Grupe, Rieble - Zehir (69. Steinwender) - Riedel (83. Kircher), Deters, Boland, Thiel - Hobsch (60. M. Röser), Y. Deichmann
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 10.10.2020 | 23:03 Uhr

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