St. Paulis Spieler bejubeln einen Treffer. © WITTERS Foto: TimGroothuis

Pokal-Coup der Kiezkicker: FC St. Pauli wirft Borussia Dortmund raus

Stand: 18.01.2022 22:54 Uhr

Mit einem verdienten Sieg ist der FC St. Pauli ins Viertelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Der Zweitliga-Spitzenreiter bezwang Titelverteidiger Borussia Dortmund mit 2:1 (2:0).

von Florian Neuhauss

Es war der erste Sieg der Hamburger gegen den BVB seit 1989! Aber die Kiezkicker glaubten vom Anpfiff weg vor den erlaubten 2.000 Zuschauern an die Sensation. Die Dortmunder hingegen schienen den Gegner unterschätzt zu haben und entfachten selbst nach ihrem Anschlusstreffer, für den sie einen Elfmeter brauchten, keine Schlussoffensive mehr. Die Hausherren blieben sich am Millerntor treu - bisher hatten sie in jedem Heimspiel in der Liga mindestens zwei Treffer erzielt, und das gelang ihnen auch gegen den Vizemeister.

"Es ist wirklich schade, dass das Stadion nicht voll war. Aber auch mit denen, die heute da waren, hat es wirklich Spaß gemacht." St. Paulis Guido Burgstaller

"Wir wollten mitspielen, wollten Fußball spielen. Aber wir hatten auch das Spielglück, das man gegen so einen großen Gegner braucht", sagte St. Paulis Angreifer Guido Burgstaller in der Sportschau. "Wir haben es leidenschaftlich weggekämpft und hätten sogar noch die eine oder andere Konterchance besser ausspielen können."

"Wir dürfen den Abend genießen, das haben wir uns verdient", sagte Burgstallers Sturmpartner Etienne Amenyido, fügte aber hinzu: "Ab morgen geht es aber um das Spiel am Freitag." Dann gastieren die Kiezkicker zum Hamburger Derby beim HSV.

Viertelfinals am 1. und 2. März

"Es ist extrem bitter, hier rauszufliegen", ärgerte sich BVB-Kapitän Marco Reus. "Wir müssen das erst mal sacken lassen. Wir haben eine riesige Chance verpasst, den Pokal wieder zu gewinnen."

Somit steht bereits fest, dass es in dieser Saison einen Pokalsieger geben wird, mit dem vor der ersten Runde kaum jemand gerechnet haben dürfte. Bayern München hatte in der zweiten Runde ein 0:5 bei Borussia Mönchengladbach kassiert. Die Viertelfinals finden am 1. und 2. März statt.

Amenyido und ein Eigentor lassen St. Pauli jubeln

Die St. Paulianer hatten einen Traumstart erwischt. Drei Hamburger setzten sich auf dem rechten Flügel gegen fünf Dortmunder durch. Marcel Hartel legte den Ball schließlich vor dem Tor quer, wo Reus nicht mehr in den Zweikampf mit Amenyido kam. Der Stürmer blieb cool und traf (4.) - wie schon am Wochenende gegen Aue (2:2).

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Schon drei Minuten später hätte der BVB zwar egalisieren können, doch Thorgan Hazard scheiterte an Dennis Smarsch. St. Paulis Pokal-Keeper zeigte eine starke Leistung, parierte auch gegen Reus (18.). Erling Haaland, der bei Jakov Medic und James Lawrence in besten Händen war, schoss bei seiner einzigen Möglichkeit drüber (19.).

Dass die Hausherren mit Daniel-Kofi Kyereh und Kapitän Philipp Ziereis auf zwei Leistungsträger verzichten mussten, fiel nicht ins Gewicht. Ganz im Gegenteil: In der 40. Minute spielte Burgstaller eine scharfe Hereingabe von rechts in die Mitte. Diesmal kam Axel Witsel vor Amenyido an den Ball, beförderte denselben aber am chancenlosen Gregor Kobel vorbei ins eigene Tor. Mit dem 2:0 ging es in die Pause.

Videobeweis hilft dem BVB, mehr lässt St. Pauli nicht zu

BVB-Coach Marco Rose verzichtete - wie auch Schultz - zur Pause auf Wechsel. Was seine Spieler ihm nicht dankten, denn das Spiel der Gäste blieb uninspiriert. Fast wäre sogar das 3:0 gefallen, Kobel tauchte aber bei Burgstallers Kopfball ins Eck und parierte stark (54.). Der kurz darauf folgende Schuss des Österreichers ging ans Außennetz.

Ein Videobeweis brachte die Dortmunder aber zurück ins Spiel. Medic hatte den Ball aus sehr kurzer Distanz an den weit ausgestreckten Arm bekommen. Es gab Elfmeter und Haaland verwandelte eiskalt (58.).

Die Kiezkicker ließen sich vom Anschluss aber nicht beeindrucken und hielten auch beim nun zunehmenden Druck des BVB gut dagegen. Der Schwung war beim Titelverteidiger allerdings schnell wieder dahin. Dortmund enttäuschte in der Schlussphase völlig - sehr zur Freude der St. Paulianer.

3.Spieltag, 18.01.2022 20:45 Uhr

FC St. Pauli

2

Bor. Dortmund

1

Tore:

  • 1:0 Amenyido (4.)
  • 2:0 Witsel (40., Eigentor)
  • 2:1 Haaland (58., Handelfmeter)

FC St. Pauli: Smarsch - Ohlsson (74. Zander), Lawrence, Medic, Paqarada - Smith - Irvine, F.O. Becker - Hartel - Burgstaller (90. Makienok), Amenyido (75. Dittgen)
Bor. Dortmund: Kobel - Meunier, Akanji (76. Zagadou), Hummels, Guerreiro - Witsel (90. Moukoko) - Brandt, Bellingham - Reus, T. Hazard (65. Malen) - Haaland
Zuschauer: 2000

Weitere Daten zum Spiel

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 18.01.2022 | 23:03 Uhr

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