Stand: 15.05.2020 13:35 Uhr

Corona-Verstoß: Herrlich gegen "Wölfe" nicht dabei

Bild vergrößern
Hautcreme und Zahnpasta: Wegen eines Einkaufs fehlt Heiko Herrlich Augsburg gegen Wolfsburg.

Heiko Herrlich verzichtet darauf, bei seinem ersten Bundesliga-Spiel als Trainer des FC Augsburg am Sonnabend gegen den VfL Wolfsburg auf der Bank zu sitzen. "Ich habe einen Fehler gemacht. Ich bin meiner Vorbildfunktion gegenüber meiner Mannschaft und der Öffentlichkeit nicht gerecht geworden", wurde der 48-Jährige am späten Donnerstagabend in einer Vereinsmitteilung zitiert. Am Nachmittag hatte der Fußball-Lehrer in der Medienrunde berichtet, das Hotel, in dem das Team zur Quarantäne untergebracht ist, verlassen zu haben, um im nächsten Supermarkt Zahnpasta und Hautcreme zu kaufen.

"Ich habe das nicht geglaubt. Ich dachte, es sei ein Witz. Das ist ja kein 20-jähriger Spieler, sondern ein erwachsener Mann, der dieses Thema auch vorleben sollte." HSV-Vorstand Jonas Boldt im Podcast NDR 2 Bundesligashow

Damit verstieß Herrlich gegen eine der "Sicherungsmaßnahmen" der DFL zur Fortsetzung des Spielbetriebs. Die Deutsche Fußball Liga hatte überhaupt nur durch die Ausarbeitung eines umfangreichen Hygiene- und Sicherheitskonzepts die Erlaubnis der Politik erhalten, trotz Corona-Pandemie den Spielbetrieb wieder aufzunehmen.

Erst nach zwei negativen Corona-Tests wieder beim Team

Der Ex-Profi hatte den Vorfall selbst freimütig öffentlich gemacht und erklärt: "Wir sind im Hotel in Quarantäne und sollen da eigentlich auch nicht rausgehen. Es gibt aber Situationen, die es einfach erfordern." Das mediale Echo ließ nicht lange auf sich warten. Die DFL gab zunächst keine Stellungnahme ab. Durch den "freiwilligen" Verzicht auf sein Debüt kamen Herrlich und der FCA aber womöglich einer Bestrafung des Verbands zuvor.

Herrlich kündigte an "konsequent" zu sein und zu seinem Fehler zu stehen. In den kommenden Tagen sollen weitere Corona-Tests durchgeführt werden. Erst nach zwei negativen Ergebnissen wird Herrlich nach Clubangaben die Trainingsarbeit mit der Mannschaft wieder aufnehmen.

Lauterbach: Werden positive Fälle übersehen

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisiert im Gespräch mit dem NDR die eigenverantwortliche Probenentnahme der Bundesliga-Vereine und warnt vor Manipulationsmöglichkeiten.

4,31 bei 35 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 14.05.2020 | 23:03 Uhr