Bremens Trainer Florian Kohfeldt © imago images/Zink Foto: Wolfgang Zink

Werder-Coach Kohfeldt: "Müssen gegen Mainz den Sieg erzwingen"

Stand: 21.04.2021 08:30 Uhr

Für Werder Bremen steht heute ein "Must Win Spiel" an: In der Bundesliga geht es gegen den 1. FSV Mainz 05, der die Hanseaten in der Tabelle überholen und in den Abstiegsstrudel ziehen könnte.

von Florian Neuhauss

Die vergangene Saison mag mit 31 Punkten in der Endabrechnung historisch schlecht gewesen sein, doch mit der 1:4-Niederlage in Dortmund am Sonntag haben die Bremer sie zumindest in einem Punkt noch unterboten: Es war die fünfte Pleite in Serie - mehr kassierte Werder seit Gründung der Bundesliga noch nie. Das passierte den Hanseaten in der Hinrunde 2015/2016 zuletzt. Unter Viktor Skripnik war das - und die Serie beendete sein Team am zehnten Spieltag mit einem 3:1-Erfolg - ausgerechnet in Mainz.

"Gegen Mainz sind die drei Punkte unser einziges Ziel." Werder-Kapitän Niklas Moisander

Ein Spiel gegen die Rheinhessen, die heute (20.30 Uhr/im NDR Livecenter) zu Gast sind im Weserstadion, soll auch diesmal zum Wendepunkt werden. "Ich erwarte, dass wir alle keine Ausreden suchen. Wir können nicht erzählen, dass wir gegen eine Top-Mannschaft spielen. Wir müssen alles dafür tun, dass wir Mainz hinter uns lassen und den Sieg erzwingen", betonte Kohfeldt, der 2015 bereits als Co-Trainer mit dabei war. Er weiß: "Mit einem Sieg können wir einen großen Schritt machen, bei einer Niederlage wird es kribbelig, bei einem Remis ändert sich nicht viel."

Bremen droht, wieder in den Abstiegsstrudel zu geraten

Werder sei "nach wie vor tabellarisch in einer guten Situation, und wir haben alles selbst in der Hand" - allerdings ist die aktuelle Tabelle ob der Corona-bedingten Absage des Duells zwischen Mainz und Hertha BSC am Sonntag trügerisch. Der Vorsprung - zwei Punkte auf die 05er, vier auf die in Quarantäne geschickten Berliner - ist mit Vorsicht zu genießen.

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"Wir haben ein 'Must Win Spiel' vor der Brust. Wir haben eine Serie von Niederlagen hinter uns, in denen wir uns oft die Tore selbst reingehauen haben", sagte Verteidiger Marco Friedl, der mit einem haarsträubenden Fehlpass in Dortmund selbst großen Anteil an der deutlichen Niederlage hatte. "Wir wissen, welche Stunde geschlagen hat und müssen unbedingt gewinnen." Und Kapitän Niklas Moisander fügte hinzu: "Die drei Punkte sind unser einziges Ziel."

Mainz unter Svensson wie verwandelt

Anders als Werder ist Mainz allerdings auf dem aufsteigenden Ast. Der Trainerwechsel hin zu Bo Svensson hat sich auf jeden Fall gelohnt. Holten die 05er in den 14 Partien zuvor sechs Punkte, waren es in den ersten 14 unter dem Ex-Mainz-Profi satte 22. Zum Ende der Hinrunde hatte der FSV noch elf Zähler Rückstand auf Bremen.

"Ich mag es, wenn es um etwas geht. Das ist ein geiles Spiel." Werder-Trainer Florian Kohfeldt

Während Svensson in Werders Null-Punkte-Wochen ungeschlagen blieb, musste sich Kohfeldt immer wieder über Aussetzer seiner Mannschaft ärgern. "Sauer" habe ihn der Auftritt seines Teams in Dortmund gemacht, erklärte der 38-Jährige: "Zwei Gegentore sind Slapstick, der Elfmeter ist vollkommen unnötig und das erste Gegentor ist auch ein Fehler von uns, den er dann traumhaft verwandelt." Dass die ersten drei Gegentore - nach früher eigener Führung - innerhalb von nur neun Minuten fielen, kommt noch erschwerend hinzu.

Augustinsson und Füllkrug wieder dabei

Für Hoffnung auf Besserung sorgt die Rückkehr von Ludwig Augustinsson und Niclas Füllkrug. Eigentlich sollten beide schon beim BVB wieder auf den Platz zurückkehren. Ludwig Augustinsson saß dann allerdings 90 Minuten auf der Bank, bei Füllkrug war schon nach dem Abschlusstraining abgewunken worden. Für das wichtigste Spiel in der "Schlüsselwoche" soll es jetzt aber klappen. Hinter dem Einsatz von Leonardo Bittencourt steht hingegen ein großes Fragezeichen. Der Offensivspieler hat sich gegen Dortmund eine Kapselverletzung im linken Sprunggelenk zugezogen, wie eine MRT-Untersuchung am Montag ergab.

Wer am Ende auch immer aufläuft, Kohfeldt gibt sich mit Blick auf das Mainz-Spiel sehr optimistisch: "Ich kenne meine Mannschaft, den Charakter dafür haben wir. Da gibt es keinen Zweifel dran. Und dann bin ich nach wie vor überzeugt, dass es am Ende sicher für den Klassenerhalt reichen wird."

Mögliche Aufstellungen

Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Friedl, Augustinsson - Möhwald - Eggestein, Schmid - Sargent, Rashica
Mainz: Zentner - St. Juste, Bell, Niakhaté - da Costa, Kohr, Mwene - Barreiro, Boetius - Onisiwo, Burkardt

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Marco Friedl (SVW) und Romano Schmid (SVW) enttäuscht zur Halbzeit. © IMAGO / Poolfoto Foto: Uwe Kraft

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 21.04.2021 | 19:00 Uhr

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