Lübecks Mirko Boland (r.) und Kölns Jeremias Lorch kämpfen um den Ball. © IMAGO / Fotostand

Böses Erwachen für den VfB Lübeck: Niederlage gegen Köln

Stand: 06.03.2021 15:50 Uhr

Die Drittliga-Fußballer des VfB Lübeck haben den Schwung aus dem 1:0-Erfolg gegen Hansa Rostock nicht mitnehmen können. Gegen Viktoria Köln unterlagen die Schleswig-Holsteiner am Sonnabend mit 1:2 (0:0).

von Johannes Freytag

Dabei enttäuschte die Elf von Trainer Rolf Landerl über weite Strecken der Partie. Der Gegner aus Köln dominierte das Spiel vor allem im zweiten Durchgang fast nach Belieben und ließ zahlreiche gute Torgelegenheiten aus. Nach dem überraschenden Anschlusstreffer von Cyrill Akonno (78.) wurde es zwar noch einmal spannend, doch die Schlussoffensive der Lübecker kam zu spät. Durch die Niederlage bleibt der VfB Tabellenvorletzter, kann aber am Sonntag von Unterhaching noch überholt werden. Der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt drei Punkte.

Starke Defensivreihen, kaum Torchancen

Wie schon beim Sieg gegen Rostock am Mittwoch gab es ein aufmunterndes Banner an der Haupttribüne: "Alles, was zählt, ist, dass man zusammenhält!" war dort zu lesen. Zudem zündeten die VfB-Fans unmittelbar vor dem Anpfiff eine grün-weiße Pyroshow vom benachbarten Großparkplatz aus.

Die Motivationshilfe blieb ohne Effekt. Es dauerte fast zehn Minuten, ehe die sehr zurückhaltend agierenden Hausherren das erste Mal im Kölner Strafraum auftauchten: Soufian Benyamina - der Siegtorschütze gegen Rostock - traf nur das Außennetz (9.). Aber auch das war nicht der Auftakt für ein furioses VfB-Offensivspiel. Lübeck überließ vielmehr den Gästen den Ball und lauerte auf Kontergelegenheiten. Die ergaben sich jedoch kaum, weil sich Viktoria Köln nach Ballverlusten schnell zurückzog und die Räume wieder dicht machte.

So waren Torchancen an diesem Nachmittag an der Lohmühle Mangelware, auf Lübecker Seite gelang lediglich Mirko Boland noch ein Abschluss, sein harmloser Distanzschuss war aber leichte Beute für Gäste-Keeper Sebastian Mielitz (30.). Immerhin mit der Defensivleistung seiner Mannschaft durfte VfB-Trainer Landerl zufrieden sein: Viktoria Köln hatte bis zum Halbzeitpfiff nicht eine einzige Torgelegenheit.

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Köln dominant, Lübeck harmlos

Kaum eine Minute war nach Wiederanpfiff gespielt, da zappelte der Ball im Lübecker Netz: Timmy Thiele bediente Lucas Cueto, der sich im Strafraum problemlos gegen Ryan Malone durchsetzte und mit einem satten Schuss ins rechte Toreck einschoss (46.).

Die Gäste blieben am Drücker und hielten Lübeck weiter geschickt vom eigenen Strafraum fern. Zugleich waren sie offensiv zielstriebiger und durch Simon Handle (58., 62.) und Mike Wunderlich (69.) einem zweiten Treffer nahe. Landerl reagierte, stellte auf eine Dreierkette um, doch auch die offensivere Aufstellung - inklusive der eingewechselten Thorben Deters, Elsamed Ramaj, Ersin Zehir und Akono - brachte lange nichts Zählbares.

Akono lässt den VfB noch einmal hoffen

Immerhin hatte Deters die erste Lübecker Torchance, schoss jedoch knapp am linken Pfosten vorbei (71.). Beinahe im Gegenzug sorgte VfB-Verteidiger Nico Rieble mit einem kapitalen Fehlpass im eigenen Strafraum für den längst überfälligen zweiten Kölner Treffer: Der 25-Jährige bediente Kölns Marcel Risse, der den Ball in die Mitte weiterleitete, wo Wunderlich unbedrängt zum 2:0 treffen durfte (73.).

Die Vorentscheidung? Nein, denn plötzlich legten die Lübecker den Schalter um und kamen nur vier Minuten später zum Anschlusstreffer: Bei einer Hereingabe von Yannick Deichmann regierte Viktoria-Keeper Mielitz zu zögerlich, Akono spritzte dazwischen - nur noch 1:2 aus VfB-Sicht. Kurz darauf kam Deichmann aussichtsreich zum Kopfball, doch der wurde von Maximilian Rossmann zur Ecke abgefälscht (80.). In der Nachspielzeit hielt Mielitz noch einen Zehir-Schuss fest (90.+3) - ein Remis wäre in Anbetracht der Gesamtleistung für Lübeck auch nicht verdient gewesen.

27.Spieltag, 06.03.2021 14:00 Uhr

VfB Lübeck

1

Viktoria Köln

2

Tore:

  • 0:1 Cueto (46.)
  • 0:2 Wunderlich (74.)
  • 1:2 Akono (78.)

VfB Lübeck: Raeder - Chana (62. Deters), Malone, Grupe, Rieble - Y. Deichmann, Okungbowa (68. Zehir), Boland (87. Thiel), Hertner (62. Ramaj) - Benyamina (68. Akono), Steinwender
Viktoria Köln: Mielitz - Handle, Mi. Schultz, Rossmann, Holthaus - Lorch (86. Hajrovic), Klefisch - Risse, Wunderlich, Cueto - Thiele (88. Bunjaku)
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 06.03.2021 | 19:30 Uhr

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