Stand: 04.07.2020 16:45 Uhr

Hansa Rostock verpasst Zweitliga-Relegation

von Florian Neuhauss, NDR.de

Hansa Rostock ist auch beim achten Anlauf auf die Zweitliga-Rückkehr gescheitert. Die Mannschaft von Trainer Jens Härtel, die erstmals in dieser Drittliga-Zeit am letzten Spieltag überhaupt noch auf den Aufstieg hoffen durfte, verlor am Sonnabend beim Chemnitzer FC mit 2:4 (0:0). "Es tut mir leid, dass wir diesen Traum, den alle haben, nicht erfüllt haben", sagte Trainer Jens Härtel. "Wir waren in den entscheidenden Spielen nicht so da, wir hätten da sein müssen. Wir haben einfach zu wenig Tore geschossen. Dafür war das Spiel heute symbolisch. Im Moment sind wir ziemlich leer."

Einziger Trost: Den Mecklenburgern hätte im letzten Spiel von Club-Urgestein Kai Bülow nicht einmal ein Sieg zum Sprung auf den Relegationsrang gereicht, weil die Konkurrenz aus Duisburg und Ingolstadt ihre Spiele gewann. Damit ist neben den fixen Aufsteigern aus Braunschweig und Würzburg auch noch Ingolstadt im Rennen. Die "Schanzer" gehen in die Relegationsduelle mit dem 1. FC Nürnberg am 7. und 11. Juli.

Rostock noch nicht für DFB-Pokal qualifiziert

Als Sechster der Abschlusstabelle verpasste Hansa zudem die direkte Qualifikation für die DFB-Pokal-Hauptrunde 2020/2021. Weil der neue Drittliga-Meister Bayern München II nicht startberechtigt ist, hätte den Rostockern Rang fünf gereicht. So muss die "Kogge" weiter auf den Landespokal hoffen. Der unterbrochene Wettbewerb, bei dem der FC Hansa im Halbfinale steht, soll in diesem Jahr noch zu Ende gespielt werden. Geschäftsführer Bastian Dankert vom Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern hofft, "dass wir spätestens Ende August oder Anfang September wieder starten können".

Hansa zeigt in Chemnitz Nerven

Die Rostocker zeigten in Chemnitz in der ersten Hälfte ein bärenstarkes Auswärtsspiel. Bülow glänzte als Ballverteiler, Abwehrchef Julian Riedel als kompromissloser Zweikämpfer. Und das dominante Spiel der Mecklenburger brachte drei Großchancen.

38.Spieltag, 04.07.2020 14:00 Uhr

Chemnitzer FC

4

Hansa Rostock

2

Tore:

  • 1:0 Hosiner (50., Foulelfmeter)
  • 1:1 Scherff (52.)
  • 2:1 Reddemann (78.)
  • 3:1 Hosiner (86.)
  • 4:1 Hosiner (88.)
  • 4:2 Engelhardt (89.)

Chemnitzer FC: J. Jakubov - Itter, Hoheneder, Reddemann, Milde (72. Oesterhelweg / 85. Maloney) - Garcia, Tob. Müller, Sturm (60. Blumberg) - Bonga (60. Tallig), Hosiner, Bozic
Hansa Rostock: Kolke - Riedel, Sonnenberg (80. Engelhardt), Reinthaler - Neidhart (65. Breier), M. Pepic, Bülow, Scherff - Nartey (46. Vollmann) - Hanslik (65. Butzen), Verhoek (65. Ahlschwede)
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Doch Chemnitz' Torhüter Jakub Jakubov war zunächst nicht zu überwinden. Nico Neidhart (13.) sowie Nikolas Nartey und Daniel Hanslik mit einer Doppelchance (27.) scheiterten am starken Slowaken. So blieb es ein Spiel auf Messersschneide - und die Verteidiger zeigten Nerven. In der 34. Minute hatte Sven Sonnenberg noch Glück, dass Philipp Hosiner aus seinem groben Schnitzer kein Kapital schlug. Kurz nach Wiederanpfiff brachte der Stürmer den CFC dann aber in Führung (50.). Max Reinthaler hatte Hosiner zuvor elfmeterreif gefoult.

Die Rostocker Antwort ließ jedoch nicht lange auf sich warten - und diesmal patzte Jakubov. Lukas Scherff schaltete schnell und glich zum 1:1 aus (53.). Mirnes Pepic hatte 25 Minuten später die Führung auf dem Fuß, aber Sören Reddemann kratzte den Ball gerade noch von der Linie. Auf der anderen Seite markierte der CFC-Verteidiger postwendend per Kopf das 2:1 (78.). Und es kam noch bitterer: Hosiner erzielte nach einem weiteren Standard erst das 3:1 (86.) und erhöhte sogar auf 4:1 (89.). Plötzlich schnupperte Chemnitz sogar wieder am Klassenerhalt, doch Erik Engelhardt besiegelte mit seinem Tor zum 2:4-Endstand (90.) zugleich den Abstieg der Sachsen. "Ich bin am Ende nur froh, dass wir nicht noch negativen Zünglein an der Waage waren", betonte Härtel.

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 04.07.2020 | 19:30 Uhr