Stand: 21.02.2020 16:24 Uhr  - Mein Nachmittag

Wolle: Was steckt drin im bunten Garn?

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Wolle gibt es in verschiedenen Mischungen und Qualitäten.

Alpaka oder Kaschmir, Mohair, Angora oder einfach nur Wolle: Kleidung aus Tierhaaren gibt es seit Jahrtausenden - und sie ist weiterhin beliebt. Wer genau wissen möchte, was er trägt, muss die passenden Begriffe kennen - und die Textilkennzeichnungsverordnung der EU. Danach muss an neuer Kleidung und fast allen anderen Textilprodukten wie Möbelstoffen ein Etikett hängen, das über die Zusammensetzung des Stoffes aufklärt.

Die Bezeichnung Wolle sagt nichts über die Qualität

Wolle steht laut Verordnung für eine "Faser vom Fell des Schafes" oder für Mischungen mit den Haaren zwölf anderer Tierarten. Über die Qualität der Wolle sagt das nichts aus. Die Haare können von lebenden, verendeten oder getöteten Tieren stammen und die Mischung sogar recycelte Altwolle, sogenannte Reißwolle, enthalten. Besteht der Stoff ausschließlich aus Wolle von Schafen, darf das Etikett die Zusätze "100 %", "rein" oder "ganz" tragen, also etwa "reine Wolle".

Lammwolle, Merino und Co.

Hersteller verwenden in Produktbeschreibungen häufig Kombinationen mit dem Wort Wolle, um Herkunft und Qualität zu verdeutlichen. So steht Lammwolle (Lambswool) oder Erstlingswolle für die erste Schur eines Schafes, das jünger als ein Jahr ist. Merinowolle stammt von Schafen der Gattung Merino mit besonders dünnen Haaren, Crossbredwolle stammt von Schafzüchtungen, deren Haare einen mittelgroßen Faserdurchmesser haben, und Cheviotwolle oder Grobwolle von solchen mit dicken Fasern.

Schurwolle steht für Qualität

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Bei jedem neuen Kleidungsstück muss die Zusammensetzung des Stoffes erkennbar sein.

Eine besondere Rolle spielt der Begriff Schurwolle. Er bezeichnet stets erstmals verarbeitete Haare von lebenden Schafen. "Reine Schurwolle" enthält zu 100 Prozent solche Fasern. Bei Textilmischungen darf der Begriff Schurwolle vorkommen, wenn sie nur eine weitere Faser enthält und zu mindestens 25 Prozent des Gewichts aus Schurwolle besteht. Das Verhältnis muss auf dem Etikett genannt werden, etwa "52 % Schurwolle, 48 % Baumwolle".

13 Tierarten liefern Wolle

Neben Schafen dürfen die Haare von zwölf weiteren Tieren laut Verordnung zu Wolle verarbeitet werden: Alpaka, Lama, Kamel, Kaschmirziege, Angoraziege (für Mohairwolle), Kaschgoraziege, Angorakaninchen, Vikunja, Yak, Guanako, Biber und Fischotter. Gemischt mit Schafsfasern wird daraus Wolle. Allein oder untereinander gemischt tragen sie den Namen des Tieres mit oder ohne den Zusatz Wolle oder Tierhaar. Beispiel: Kaschmir oder Kaschmirwolle. Haare anderer Tiere kommen unter dem Begriff Tierhaar auf den Markt, etwa Rosshaar vom Pferd. Für all diese Haare legt die Norm DIN 60001 Kurzzeichen fest, die teilweise auf Etiketten verwendet werden. Zwei Beispiele sind WO für Schafwolle und WA für Angora.

Woher stammt Schafwolle?

Schafe werden in vielen Ländern gehalten. Die größten Produzenten von Wolle sind Australien und Neuseeland. Verbraucher schätzen die wärmenden, Schmutz abweisenden und geruchshemmenden Eigenschaften des Materials.

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Die Wolle wird dem Schaf möglichst in einem Stück vom Körper geschnitten.

Bei der jährlichen Schur, meist im Frühjahr, wird die Wolle in sogenannten Vliesen möglichst in einem Stück abgeschnitten. Diese Rohwolle wird gereinigt und mehr oder weniger intensiv mit Chemikalien bearbeitet. Tierschützer beklagen nicht nur die teils rüden Methoden beim Scheren, sondern auch die Zucht- und Haltungsbedingungen auf großen Farmen. Das gilt besonders für das sogenannte Mulesing bei Merinoschafen.

Merinowolle - der besondere Stoff

Die Wolle des Merinoschafs ist gefragt: Sie isoliert besser als andere Wollarten und hält deswegen länger warm. Allerdings hat die Produktion der Wolle ihre Schattenseiten.

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 03.02.2020 | 16:20 Uhr

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