Das Logo der Apps KATWARN und NINA. © NDR

Warn-Apps: NINA und KATWARN informieren über Gefahren

Stand: 16.02.2022 14:37 Uhr

Apps wie NINA oder KATWARN können Menschen vor Gefahrensituationen warnen. Ende 2022 sollen Warnungen auch ohne App per Cell Broadcast möglich sein. Doch Stromausfälle können den Mobilfunk lahmlegen.

Unwetter, Hochwasser, Bombenentschärfung oder Terroralarm: Die Warn-Apps NINA und KATWARN informieren über drohende Gefahren. Die Apps gibt es sowohl für Android-Handys als auch für iPhones. Nutzer können sie in den entsprechenden App-Stores kostenlos herunterladen. Um Meldungen über lokale Gefahren für ihren aktuellen Aufenthaltsort zu erhalten, müssen sie eine Region oder einen Ort auswählen. Auch Warnungen für den aktuellen Aufenthaltsort sind möglich, wenn der Standortzugriff via GPS aktiviert ist. Warnungen kommen dann als Push-Nachrichten und akustische Signaltöne direkt aufs Handy.

NINA: App von Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Hinter NINA steht das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Die App bündelt Warnmeldungen des Bevölkerungsschutzes, des Deutschen Wetterdienstes sowie lokale Hochwassermeldungen der Bundesländer. Es können Meldungen für Orte und auch Umkreise von einem bis neun Quadratkilometern ausgewählt werden. Standortbezogene Warnungen sind über GPS möglich, das Bundesamt versichert, für diese Funktion keine Bewegungsdaten zu speichern. Auf einer Karte lassen sich außerdem bundesweit Gefahren anzeigen. Dazu gibt es konkrete Verhaltenstipps für bestimmte Katastrophen-Szenarien. Derzeit enthält die App auch Informationen zur Corona-Pandemie.

KATWARN: App des Verbands öffentlicher Versicherer

Hinter KATWARN stehen die öffentlichen Versicherer und das Fraunhofer-Institut FOKUS, das die App entwickelt hat. Die Warnmeldungen stammen von Bund und Ländern, Behörden- und Organisationen der angeschlossenen Landkreise und Städte, von Nutzern sowie von Betrieben kritischer Infrastrukturen. Dazu zählen auch Feuerwehr-Leitstellen, Polizei-Dienststellen, der Deutsche Wetterdienst, Hochwasser- und Erdbebenzentralen.

Neben ortsbezogenen Warnmeldungen können auch themenbezogene Hinweise - beispielsweise für Ereignisse wie Musikfestivals - abonniert werden. Auch ein Überblick über Gefahrenlagen in ganz Deutschland ist möglich. Die App ist international vernetzt und bietet auch im Ausland - beispielsweise bei Urlaubsreisen - Warnhinweise zum Aufenthaltsort sowie der Lage in der Heimat an. KATWARN verzichtet laut eigenen Angaben auf die Speicherung personenbezogener Daten sowie von Bewegungsprofilen.

Digital oder analog: Welche Nachteile haben Warn-Apps?

Sind beispielsweise Extremwetterlagen absehbar, sollten sich App-Nutzer in betroffenen Regionen nicht allein auf die Warnmeldungen verlassen. Die Flutkatastrophe in Teilen Deutschlands im Juli 2021 hat gezeigt, dass Mobilfunk und Internet-Zugänge durch eine zerstörte Stromversorgung tagelang ausfallen können, sodass Apps nicht nutzbar sind oder Handys nicht wieder aufgeladen werden können. In akuten Warnsituationen ist es zudem schon zu App-Überlastungen gekommen. Aus diesen Gründen ist es ratsam, zusätzlich auf analoge Katastrophenschutz-Warnungen - im Rundfunk, sofern noch vorhanden durch Sirenen sowie Lautsprecherdurchsagen - zu achten. Für Notfälle sollte man ein tragbares und batteriebetriebenes Radio im Haushalt haben.

Künftig Warnungen via Cell Broadcast möglich

Die NINA-App ist auf einfachen Geräten wie Senioren-Handys nicht nutzbar. Mit KATWARN hingegen lassen sich auch via SMS Warnungen für das eigene Postleitzahlengebiet empfangen. Auch ein E-Mail-Service ist möglich. Als Konsequenz aus der Flutkatastrophe im vergangenen Jahr hat die Bundesregierung ein Gesetz auf den Weg gebracht, mit dem künftig Massenwarnungen über das Mobilfunknetz möglich sind. Bei diesen sogenannten Cell Broadcast-Warnungen werden unabhängig von der Rufnummer SMS-ähnliche Textmeldungen an alle eingeschalteten Handys versandt, die in Funkzellen eines möglichen Katastrophengebiets eingewählt sind. Cell Broadcasting könnte noch in diesem Jahr erstmals in Deutschland einsetzbar sein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 16.02.2022 | 14:00 Uhr

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