Stand: 03.06.2019 14:32 Uhr

Wer zahlt bei Sturm- und Unwetterschäden?

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Unwetter können erhebliche Sachschäden anrichten.

Ein schwerer Sturm beschädigt das Hausdach, ein Baum kracht auf ein Auto, Wasser läuft bei Starkregen in den Keller oder der Blitz schlägt ein: Wenn Unwetter Schäden an Wohnhäusern und Fahrzeugen verursachen, kann das teuer werden. Doch wer sich rechtzeitig ausreichend versichert, muss zumindest die finanziellen Folgen nicht fürchten.

Mehrere Versicherungen beteiligt

Allerdings gibt es keine Universalversicherung gegen Unwetterschäden, sondern mehrere Versicherungsarten teilen sich die Risiken. Mieter sollten eine Hausrat-Versicherung abschließen, während Haus- oder Wohnungsbesitzer zusätzlich eine Wohngebäude-Versicherung benötigen. Für Schäden an Fahrzeugen kommt die Teil- oder Vollkaskoversicherung auf.

Blick von einer Brücke auf eine Straße, die zu einem reißenden Strom geworden ist. Sturzflut im bayerischen Ort Simbach im Sommer 2016. © NDR/SpiegelTV

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Wann zahlt die Hausrat-Versicherung?

Die Hausrat-Versicherung erstattet Schäden durch Sturm oder Blitzschlag an beweglichen Gütern: Möbel, Teppiche, technische Geräte, Kleidung oder Gartengeräte. Alles, was in der Wohnung und im Keller in Mitleidenschaft gezogen wird, ist versichert. Das gilt meist nicht für Gegenstände, die im Freien gestanden haben, etwa auf der Terrasse oder dem Balkon. Ist ein Wasserschaden entstanden, weil man vergessen hat, ein Fenster zu schließen, springt die Versicherung nicht ein.

Beschädigt sogenannte Überspannung im Stromnetz elektrische Geräte, ist dies in manchen Standard-Policen nicht versichert. Der Bund der Versicherten rät daher, die Versicherungsbedingungen vor einem Abschluss genau zu prüfen und zu vergleichen. Der Verein hat auf seiner Website eine Liste zusammengestellt, welche Leistungen die Versicherung enthalten sollte.

Wann zahlt die Wohngebäude-Versicherung?

Was tun im Schadensfall?

- Informieren Sie sofort Ihre Versicherung.
- Sprechen Sie mit der Versicherung, bevor Sie Schäden beseitigen.
- Versuchen Sie, den Schaden zu begrenzen, indem Sie etwa Gegenstände aus dem Wasser nehmen.
- Dokumentieren Sie die Schäden, machen Sie Fotos oder Videoaufnahmen.
- Erstellen Sie eine Liste der beschädigten Gegenstände.

Bei Unwetter- und Sturmschäden an Haus oder Dach tritt die Wohngebäude-Versicherung ein. Allerdings muss ein Sturm mindestens mit Windstärke acht (Geschwindigkeit ab 62 km/h) geblasen haben, damit die Schäden anerkannt werden. Deckt der Wind das Dach teilweise ab und Regenwasser beschädigt Wände und Decken, ist auch das versichert. Je nach Police sind selbst Schäden an Gartenhäuschen und Carports eingeschlossen.

Schlägt der Blitz ein und löst einen Brand aus, muss die Versicherung ebenfalls zahlen. Auch Kosten für die Beseitigung umgestürzter Bäume sollte die Police einschließen. Fließt Wasser allerdings aus einem Fluss ins Haus oder strömt Oberflächenwasser etwa von der Straße ein, gilt das nicht als Versicherungsfall.

Versicherung gegen Elementarschäden

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Überflutungen gelten als Elementarschäden, die gesondert versichert werden müssen.

Wenn Wasser in den Keller läuft, winkt auch die Hausrat-Versicherung ab. Für Schäden, die sogenanntes Oberflächenwasser, also auch Regenwasser oder Flüsse und Bäche, die über die Ufer treten, anrichtet, zahlt sie nicht. Das gilt auch, wenn Schmutzwasser aus der Kanalisation ins Haus drückt. Für solche Fälle gibt es zusätzlich zur Wohngebäude- oder Hausrat-Versicherung eine Elementarschaden-Versicherung.

Auch Schäden durch Erdrutsche, Lawinen oder Erdbeben werden als Elementarschäden bezeichnet. Versicherer dürfen eine Elementarschaden-Versicherung ablehnen, wenn ihnen das Risiko zu hoch erscheint - etwa wenn ein Haus an einem Fluss steht, der regelmäßig über die Ufer tritt.

Private Haftpflicht-Versicherung zahlt an Dritte

Die private Haftpflicht-Versicherung, eine der wichtigsten Versicherungen, kann ebenfalls für Unwetterschäden zuständig sein. Reißt etwa der Sturm einen Blumenkasten vom Balkon und trifft dieser einen Passanten, zahlt die Versicherung des Besitzers an die Geschädigten. Das gilt auch, wenn der Baum eines Gartenbesitzers auf das Auto oder den Zaun des Nachbarn kracht. Bei Mehrfamilienhäusern übernimmt die Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung die Regulierung des Schadens.

Teil- und Vollkasko zahlen bei Schäden am Auto

Wenn bei Schäden am Auto die Schuldfrage nicht geklärt werden kann, zahlt die Teilkasko des Autobesitzers - allerdings auch hier nur, wenn der Sturm mindestens Stärke 8 hatte. Eine Vollkasko-Versicherung springt dagegen unabhängig von der Windstärke ein. Sie greift auch, wenn der Schaden selbst verschuldet ist, etwa, weil der Fahrer gegen einen umgestürzten Baum gefahren ist. Versichert ist in der Regel allerdings nicht der Wiederbeschaffungswert, sondern nur der Zeitwert des Wagens.

Leistung geht vor Preis

Wie bei allen Versicherungen gibt es auch bei Hausrat- und Wohngebäude-Policen erhebliche Preisunterschiede. Die Experten vom Bund der Versicherten raten, nicht ohne weitere Prüfung die billigste Versicherung zu wählen. Wichtiger als der Preis sei, dass die benötigten Leistungen auch tatsächlich versichert seien und nicht im Kleingedruckten ausgeschlossen würden.

Erstattungsregelungen bei Bahnreisen und Flügen

Bahn- und Flugreisende haben bei Verspätungen unter Umständen Anrecht auf Entschädigung. So können sich Bahnkunden 25 Prozent des Fahrpreises erstatten lassen, wenn die Verspätung insgesamt mehr als 60 Minuten beträgt. Ab zwei Stunden gibt es 50 Prozent. Fällt der Zug wegen eines Unwetters komplett aus, muss die Bahn das Geld für das Ticket zurückzahlen. Fluggäste können ab zwei Stunden Verspätung verschiedene Leistungen wie freie Telefonate, Getränke, Mahlzeiten und gegebenenfalls eine Übernachtung im Hotel einfordern. Wichtig: Passagiere sollten immer rechtzeitig zur geplanten Abflugzeit am Flughafen sein. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass der Reisende einen von der Fluggesellschaft womöglich doch angebotenen Ersatzflug verpasst.

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Hallo Niedersachsen | 21.05.2019 | 19:30 Uhr

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