Stand: 06.04.2018 12:46 Uhr  | Archiv

Trampolin-Springen: Verletzungen vermeiden

von Sebastian Dubielzig
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Wer ein paar Regeln beachtet, kann das Verletzungsrisiko beim Trampolinspringen senken.

Große Trampoline stehen in immer mehr Gärten. Doch das ausgelassene Springen führt häufig zu schweren Verletzungen, vor allem bei Kindern. Die Zahl der Unfälle auf Trampolinen hat sich in den vergangenen Jahren verdreifacht.

Gefahr besonders für Kleinkinder

Trampoline sind Sportgeräte. Das Springen kann die Muskeln stärken und die Koordinationsfähigkeit verbessern. Vor allem für Kinder kann Trampolinspringen jedoch gefährlich werden. Denn dabei gelangen sie zum Teil mehrere Meter hoch in die Luft und erreichen hohe Geschwindigkeiten. Die Gefahr ist groß, dass Kinder dabei die Kontrolle verlieren. Besonders gefährdet sind nach Ansicht des Unfallchirurgen Christopher Spering Kleinkinder: Ihre koordinativen und motorischen Fähigkeiten seien noch nicht ausgebildet, ihre Gelenke instabil. Spielen noch dazu große und kleine Kinder zusammen auf dem Trampolin, sind ungewollte Zusammenstöße fast unvermeidlich.

Ursachen für schwere Verletzungen

Mehr als jede vierte Verletzung durch Trampolinspringen bewertet die Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) als "schwer". Dazu zählen Brüche der Arme, Beine und Wirbelsäule. Zu den leichten Verletzungen auf Trampolinen gehören Prellungen, Gehirnerschütterungen und Verstauchungen des Sprunggelenkes, der Wirbelsäule, des Hand- und Kniegelenkes. Am gefährlichsten sind:

  • Stürze auf den Boden
  • Stürze auf den Trampolinrand und die Stahlfedern
  • Zusammenstöße mit anderen Kindern

Tipps zur Vermeidung von Trampolin-Unfällen

Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie empfiehlt Maßnahmen, mit denen sich Unfälle auf Trampolinen vermeiden lassen:

  • Informieren: Kinder erst ab dem sechsten Lebensjahr vorsichtig an das Trampolinspringen heranführen und auf die große Verletzungsgefahr hinweisen.
  • Aufpassen: Eltern sollten ihre Kinder beim Springen beaufsichtigen, um bei Fehlverhalten oder Unfällen sofort eingreifen zu können.
  • Allein springen: Springen mehrere Personen gleichzeitig, besteht Verletzungsgefahr durch einen Zusammenstoß. Springen kleine und große Kinder zusammen, entsteht durch den Gewichtsunterschied ein Katapulteffekt, der besonders für die Kleinen gefährlich enden kann.
  • Keine Saltos: Gewagte Sprünge sind tabu. Bei einem missglückten Salto-Versuch mit einer ungewollten Landung auf dem Kopf ist vor allem die Wirbelsäule gefährdet.
  • In der Mitte springen: Wenn Kinder zum Springen und Landen die Mitte des Trampolins nutzen, sinkt das Risiko für einen Sturz auf das harte, manchmal nicht abgedeckte Metallgestänge am Rand des Trampolins.
  • Nicht überanstrengen: Kinder sollten beim Springen regelmäßig Pausen einlegen. Verausgaben sie sich zu sehr, lässt die Körperspannung nach - und die ist für kontrollierte Sprünge notwendig.
  • Nicht essen: Wer beim Springen kaut, riskiert einen Biss in die Zunge.
  • Schuhe ausziehen: Am besten springen Kinder barfuß oder mit Socken.
  • Kein Spielzeug: Bälle und andere Spielsachen haben auf dem Trampolin nichts zu suchen. Sie erhöhen die Unfallgefahr.
  • Sicherheit überprüfen: Trampoline müssen seit 2015 der EU-Norm für Spielzeugtrampoline (EN 71-14:2014) entsprechen. Zu den Anforderungen gehören beispielsweise ein Außennetz oder Polsterungen. Oft stehen Trampoline über Jahre im Freien, sind UV-Strahlung und Kälte ausgesetzt. Verwitterte Netze und Abdeckungen erhöhen das Sicherheitsrisiko.
  • Unter Anleitung lernen: Einige Sportvereine bieten Kurse im Trampolinturnen an.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 09.04.2018 | 20:15 Uhr

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