Mäuse im Haus - Was hilft, was nicht?

Stand: 08.01.2021 13:38 Uhr

Zur kalten Jahreszeit suchen sie sich jede Ritze, um ins warme Haus zu kommen - Mäuse. Dabei gilt: Je größer der Mäusebefall, desto schwieriger wird es, die Nager wieder loszuwerden.

von Daniel Krull

Wer Geräusche unterm Dach oder in der Speisekammer hört, sollte sofort handeln, um die Mäuse wieder loszuwerden. Denn die Plagegeister fallen nicht nur über Nahrungsmittel her. Über ihren Kot können Sie auch gefährliche Erreger wie das Hantavirus verbreiten.

Kann ich Mäuse vertreiben?

Im Internet werden immer wieder ätherische Öle oder Essig empfohlen. Den Geruch mögen Mäuse angeblich nicht. Doch solche Mittel helfen nach Meinung von Experten in der Regel nicht, weil sich die Mäuse schnell an den Geruch gewöhnen. Genauso ist es mit Hochfrequenzbeschallern. Nach ein paar Tagen ignorieren die Mäuse das unangenehme Geräusch einfach. Haustiere wie Hunde und Katzen leiden hingegen unnötig.

Mäuse schonend fangen

Wenn sich der Befall noch in Grenzen hält, also nur wenig Kot herumliegt, dann klappt die Bekämpfung eventuell noch mit dem Klassiker - der Mausefalle. Die gibt es als sogenannte Schlagfalle, die die Mäuse - angetrieben durch eine starke Feder - sofort erschlägt. Das ist allerdings nichts für Tierfreunde. Alternativ dazu gibt es Lebendfallen, in denen die Mäuse eingesperrt werden, sobald sie sich den Köder schnappen wollen. Statt Käse oder Speck eignen sich hierzu am besten Nuss-Nougatcreme oder Erdnussbutter. Wer die Maus mit der Lebendfalle schnappt, sollte sie allerdings mindestens 500 Meter vom Haus entfernt wieder aussetzen. Sonst findet sie schnell den Weg zurück.

Bei starkem Mäusebefall sind Profis gefragt

Wenn der Mäusebefall stark ist, kann nur noch ein professioneller Schädlingsbekämpfer helfen. Der setzt Gifte in geschützten Köderboxen ein, die die Mäuse zuverlässig binnen 48 Stunden töten. Ja nach Aufwand kann das um die 300 Euro kosten.

Woran erkennt man einen guten Kammerjäger?

  • Er sollte über einen Sachkundenachweis verfügen, der belegt, dass er zur Schädlingsbekämpfung qualifiziert ist. Eine IHK-Zertifizierung ist kein Muss, aber ein zusätzlicher Beleg für Qualität.
  • Er sollte immer mit abschließbaren Giftköderboxen arbeiten, die mit einem Warn- und Inhaltsaufkleber versehen sind. Das gilt insbesondere in geschlossenen Räumen, aber auch draußen, wenn sich im Auslagebereich Kinder und Haustiere aufhalten.
  • Er sollte ausführlich über die Gefahren durch den Befall (etwa mögliche Krankheitserreger) und über weitere notwendige selbst auszuführende Maßnahmen informieren.
  • Er sollte mindestens noch einen weiteren Termin wahrnehmen, um den Erfolg der Maßnahme zu überprüfen, gegebenenfalls Giftköder aufzufüllen oder aber die Boxen wieder einzusammeln.
  • Besser einen Schädlingsbekämpfer aus der "Nachbarschaft" beauftragen. Das ist oft seriöser und günstiger als Angebote von Kammerjäger-Vermittlungsportalen im Internet.

So wird das Haus vor Mäusen geschützt

Mäuse gelangen irgendwo in das Gebäude. Dazu nutzen sie selbst die kleinsten Ritzen. Wo ihr Kopf durchpasst, da passt auch ihr Körper hindurch. Deswegen ist es sehr wichtig, das Haus von außen genau zu untersuchen. Gibt es Lüftungsschlitze im Mauerwerk, dann sollten sie mit Stahlklammern, sogenannten Bienenbeißern, gesichert werden. Wichtig: Alle Öffnungen, durch die die Mäuse ins Haus kommen können, müssen am besten mit Stahlwolle gestopft oder anderweitig geschlossen werden. Ranken Pflanzen am Gebäude hoch, sollten sie auf eine maximale Höhe von etwa einem Meter gestutzt werden, damit sie nicht als Aufstiegshilfen unter das Dach dienen.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 11.01.2021 | 20:15 Uhr

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