Stand: 24.08.2020 16:06 Uhr

Waschbären aus Haus und Garten vertreiben

Ein Waschbär auf Futtersuche in einem Vorgarten. © imago images Foto: Hartenfelser
Waschbären suchen in Haus und Garten nach Futter und geeigneten Schlafquartieren.

Sie plündern Mülltonnen, durchwühlen auf der Suche nach Würmern Blumenbeete und dringen sogar in Dachböden und Wohnräume ein: Waschbären haben sich für viele Haus- und Gartenbesitzer zu einer echten Plage entwickelt. Einigen Schätzungen zufolge leben mittlerweile mehr als eine Million Tiere in Deutschland. Zwar sehen die kleinen Bären, die ursprünglich aus Nordamerika stammen und in den 1930er-Jahren hier ausgesetzt wurden, putzig aus. Rund ums Haus können sie aber große Schäden anrichten.

VIDEO: Waschbären in Haus und Garten - Hilfe und Tipps (9 Min)

Waschbären können auch ins Haus eindringen

Auf der Suche nach Futter öffnen die nachtaktiven Tiere Mülltonnen und verteilen den Unrat mitunter großflächig. Außerdem können Waschbären auf der Suche nach einem Schlafplatz über Bäume und Dachrinnen in Dachstühle eindringen. Dazu heben sie einfach einzelne Ziegel an oder verbiegen Bleche an Dachgauben. Durch das undichte Dach kann in der Folge Wasser eindringen und erhebliche Schäden anrichten. Einmal im Haus, hinterlassen die kleinen Bären zudem Kot und Urin.

In der heimischen Tierwelt zählen Waschbären zu den unerwünschten Eindringlingen. Die Allesfresser räumen gelegentlich Vogel- und Schildkrötengelege aus und erbeuten Amphibien. Allerdings beeinträchtigen sie laut NABU die hiesigen Arten wohl weniger stark als vielfach angenommen.

Haus und Garten vor Waschbären sichern

Ein Waschbär blickt über einen hölzernen Balken. © imago images Foto: Martin Wagner
Die kleinen Bären sind klug. Sie finden schnell einen Zugang zum Dachboden.

Überall dort, wo sich Waschbären bereits in freier Natur angesiedelt haben, empfiehlt es sich, vorbeugend einige Maßnahmen zu treffen, um zu verhindern, dass sich die Tiere im eigenen Haus oder im Garten einnisten. Wichtig ist, dass die Tiere am Haus keine Nahrung finden. Mülltonnen sollten mit Gurten oder schweren Steinen gesichert, gelbe Säcke erst kurz vor der Abholung ins Freie gestellt werden. Da die Tiere auch Obstbäume plündern, diese am besten mit breiten Blechringen sichern, sodass die Bären nicht an den Stämmen hochklettern können. Niedrig hängendes Obst abpflücken, Fallobst immer sofort aufsammeln. Futter für Hund und Katze keinesfalls draußen stehen lassen und keine Essensreste auf dem Kompost entsorgen. Vogelhäuschen sollten am besten relativ hoch und frei am Baum hängen.

Waschbären den Weg zum Dach verbauen

Damit die Tiere kein gemütliches Schlafquartier finden, sollte man Äste, die von Bäumen oder Sträuchern in Dachnähe ragen, so kürzen, dass sie mindestens einen Meter Abstand zum Haus haben. Fallrohre von Dachrinnen kann man mit glatten Blechmanschetten sichern. Gartenhäuser und Garagen sollten immer abgeschlossen werden, um den Tieren keine Gelegenheit zu geben, sich dort einzurichten.

Waschbären vertreiben - so geht's

Haben die Tiere es sich erst einmal im Haus bequem gemacht, sind sie nur schwer wieder zu vertreiben. Zunächst sollte man die gleichen Maßnahmen ergreifen, die auch zur Vorbeugung zu empfehlen sind, damit die Tiere sich in ihrem Quartier nicht mehr wohl fühlen und kein Futter finden. Zusätzlich kann man versuchen, sie mit Lärm und bestimmten Gerüchen zu vergrämen. Laute Musik sowie im Garten und ihren Verstecken ausgelegte Lavendelsäckchen oder Mottenkugeln machen es den Tieren ungemütlich. Auch ein Sud aus Chilischoten und Cayennepfeffer soll die geruchsempfindlichen Tiere stören.

Waschbären nicht einfangen

Zwar stehen Waschbären nicht unter Naturschutz, sie dürfen aber nicht eingefangen werden. Keinesfalls darf man Giftköder auslegen. Wichtig ist, immer ausreichend Abstand zu den Tieren zu halten, denn Waschbären können beißen, wenn sie sich bedroht fühlen. Das kann nicht nur zu schmerzhaft sein, sondern auch gefährlich, denn die Tiere können Krankheiten übertragen. Das gilt auch für den Kot der Tiere. Beim Entfernen daher immer Handschuhe tragen.

Weitere Informationen
Ein Waschbär greift nach Futter.

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 28.08.2020 | 16:20 Uhr

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