Ein Fachmann bringt eine solarthermische Anlage auf einem Dach an. © Bundesverband der deutschen Heizungsindustrie

Umweltfreundlich heizen mit Wärmepumpen und Brennstoffzellen

Stand: 08.01.2021 09:58 Uhr

Ob Brennstoffzelle, Wärmepumpe oder Holzpellets: Es gibt viele Alternativen zur konventionellen Ölheizung. Wer seine alte Anlage austauscht, kann von Fördermitteln profitieren.

Umweltfreundliches Heizen ist nicht nur gut für das Klima, es lohnt sich häufig auch finanziell, weil die modernen Anlagen effizienter arbeiten und günstigere Brennstoffe wie Pellets oder Erdgas nutzen.

Fördermittel und Einsparmöglichkeiten

Wer seine Heizung modernisiert, kann derzeit hohe Zuschüsse einstreichen. So gibt es für den Austausch einer Öl- gegen eine Gasheizung, die eine regenerative Energiequelle einbindet, bis zu 50 Prozent des Anschaffungspreises zurück. Auf diese Weise macht sich für Hauseigentümer der Umbau oft schon nach wenigen Jahren bezahlt. Einen Überblick über die Fördermöglichkeiten gibt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Einige Bundesländer haben zudem eigene Förderprogramme aufgesetzt, so etwa Schleswig-Holstein das Programm "Klimaschutz für Bürgerinnen und Bürger" und Hamburg das "Klima-Bonus-Programm".

Ölheizungen: Ab 2026 nur noch als Hybridsystem

Wer noch eine Ölheizung im Keller hat, die älter als 30 Jahre ist, muss das Gerät ohnehin ab 2021 austauschen - es sei denn, er kann eine der Sonderregelungen für sich geltend machen, wie sie vor allem im ländlichen Raum häufig greifen. Ab 2026 dürfen bundesweit keine reinen Ölheizungen mehr verbaut werden. Hybridsysteme, die zusätzlich zur Ölheizung beispielsweise eine Solaranlage oder eine Wärmepumpe einbinden, sind dann aber weiter erlaubt.

Solarthermie: Warmes Wasser vom Hausdach

Ein Fachmann bringt eine solarthermische Anlage auf einem Dach an. © Bundesverband der deutschen Heizungsindustrie
Solarthermische Anlagen nutzen die Sonnenenergie vom Hausdach.

Eine Möglichkeit, die Heizung mit klimafreundlicher Energie zu ergänzen, sind solarthermische Anlagen. Anders als Photovoltaikanlagen erzeugen sie keinen Strom, sondern Wärmeenergie. Kollektoren auf dem Dach, durch die meist ein Wasser- oder Ölgemisch fließt, fangen die Sonnenwärme ein. Diese wird in einen Wärmespeicher geleitet und genutzt, um Wasser für Heizung oder Haushalt zu erwärmen. Da die Sonne allein meist nicht für den gesamten Bedarf ausreicht, sind solarthermische Anlagen ideal, um die Heizungsanlage, die beispielsweise aus einer Pelletheizung oder einem modernen Brennwertkessel besteht, zu unterstützen.

Brennwertkessel mit Solarthermie kombinieren

Das Besondere an der Brennwerttechnik: Sie nutzt nicht nur die Wärme, die bei der Verbrennung frei wird, sondern auch den heißen Wasserdampf im Abgas, der ansonsten einfach durch den Schornstein verloren gehen würde. Dadurch sind Brennwertheizungen sehr effizient und vergleichsweise Ressourcen schonend. Wer etwa seine alte Ölheizung gegen ein modernes Öl-Brennwertgerät eintauscht, senkt seinen Heizölverbrauch um etwa zehn Prozent. Brennwertheizungen gibt es sowohl für Öl-, als auch für Gas- und Pelletheizungen.

Brennstoffzellen: Heizen mit Wasserstoff

Von der Brennwerttechnik zu unterscheiden ist die Brennstoffzellen-Heizung, die nicht nur Wärme, sondern auch Strom produziert. Beides entsteht nicht durch eine herkömmliche Verbrennung, sondern durch eine chemische Reaktion zwischen Sauerstoff aus der Luft und Wasserstoff, der aus Erdgas gewonnen wird. Im Vergleich zu einer herkömmlichen alten Gasheizung lassen sich laut Experten bis zu 50 Prozent der Energiekosten einsparen, denn Brennstoffzellen-Heizungen sind sehr effizient. Weiterer Vorteil: Sie arbeiten nahezu geräuschlos. Die Technik ist noch relativ teuer - die Anlagen kosten oft mehr als 20.000 Euro. Allerdings gibt es derzeit mehrere Förderprogramme.

Wärmepumpen - Heizen mit Wärme aus der Umwelt

Eine Luft-Wärmepumpe im Garten eines älteren Einfamilienhauses. © imago images Foto: Sven Simon
Luftwärmepumpen stehen meist in der Nähe des Hauses oder im Keller. Sie sind weniger effizient als andere Wärmepumpen.

Bestehende Heizsysteme lassen sich zudem gut mit Wärmepumpen ergänzen, die unter bestimmten Voraussetzungen auch als alleinige Wärme-Erzeuger dienen können. Wärmepumpen funktionieren nach dem umgekehrten Kühlschrank-Prinzip. Während der Kühlschrank dem Innenraum Wärme entzieht und nach außen abgibt, sammeln Wärmepumpen die im Erdreich, Wasser oder Luft gespeicherte Wärme, transportieren sie ins Haus und geben sie dort ab. Das funktioniert schon bei wenigen Graden über Null. Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen holen dabei die Wärme aus bis zu 100 Metern Tiefe ins Haus. Alternativ lassen sich sogenannte Erdkollektoren verlegen, die wie Schläuche im Garten flach unter der Erde verlaufen und die Wärme einfangen.

Luftwärmepumpen wiederum nutzen die Wärme aus ihrer Umgebungsluft. Sie sind relativ preiswert und einfach zu installieren, allerdings deutlich weniger effizient als Erd- oder Grundwasserwärmepumpen.

Pelletheizungen - Heizen mit Holz

Ebenfalls umweltfreundlich sind Pelletheizungen. Sie gelten als weitgehend klimaneutral, da bei der Verbrennung nur die Menge Kohlendioxid freigesetzt wird, die zuvor im Holz gespeichert war. Für die Umrüstung können Hausbesitzer einen Zuschuss von bis zu 45 Prozent der Kosten beantragen, sofern eine alte Ölheizung ersetzt wird. Weitere Vorteil: Pellets sind ein relativ günstiger Brennstoff. Allerdings haben die Preise für Pellets in den letzten Jahren angezogen, während sie für Heizöl gesunken sind.

Energieberater geben Tipps

Bevor Eigentümer eine Modernisierung planen, sollten sie einen Energieberater konsultieren, der passende Modernisierungsmaßnahmen erarbeitet und dabei die Fördermöglichkeiten im Auge behält. Die Kosten für die Beratung liegen bei etwa 600 Euro für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche, und können ebenfalls bezuschusst werden.

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Dieses Thema im Programm:

18.11.2020 | 19:30 Uhr

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