Stand: 27.07.2020 17:00 Uhr  - Markt

Klimaanlagen: Splitgerät oder mobiler Monoblock?

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Mit einem Klimagerät hat die Raumluft auch bei Sommerhitze eine angenehme Temperatur.

Mit Temperaturen über 30 Grad haben die vergangenen Sommer gezeigt: Im Norden kann es richtig heiß werden. Besonders für ältere Menschen kann längere extreme Hitze gefährlich sein. Abhilfe können in den eigenen vier Wänden Klimageräte schaffen. Mit ihnen lässt sich die Raumluft auf eine angenehme Temperatur herunterkühlen. Im Handel sind fest installierte Splitgeräte und mobile Monoblöcke erhältlich. Für wen ist welcher Gerätetyp geeignet? Wie unterscheiden sich die Klimaanlagen in Kühlleistung, Stromverbrauch und Anschaffungskosten?

Klimageräte: Welche kühlen am besten?

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Preiswerte Klimageräte aus dem Baumarkt sind beliebt. Stiftung Warentest hat die aktuelle Generation der mobilen Geräte getestet und mit stationären Geräten verglichen.

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Monoblock: Mobiler Einsatz durch Abluftschlauch

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Mobile Klimageräte haben im Vergleich zu Festgeräten einen höheren Stromverbrauch bei geringerer Kühlleistung.

Ein sogenannter Monoblock ist in der Wohnung mobil einsetzbar und für Preise ab 300 Euro in Baumärkten, im Elektro-Fachhandel oder im Online-Handel erhältlich. Der Raumluft entzogene Wärme wird über einen Abluftschlauch aus dem geöffneten Fenster nach draußen geleitet. Durch die Fensteröffnungen strömt dabei allerdings permanent warme Luft zurück in den Raum. Eine Abdichtung der Fensterspalte ist schwierig und nur bei Schiebefenstern einfach möglich.

Zudem heizen sich die Abluftschläuche der meisten Geräte enorm auf, was der Kühlleistung entgegenwirkt und eine zusätzliche Heizwirkung erzeugt. Mit einem Betriebsgeräusch von etwa 50 bis 60 dB könnten lärmempfindliche Menschen beim Schlafen gestört werden, deshalb Schlafräume vor der Nachtruhe am besten vorkühlen.

Splitgerät: Hohe Anschaffungs- und Installationskosten

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Splitgeräte können nur von einem Klimafachbetrieb angeschlossen werden. Im Sommer sind Montagetermine rar.

Splitgeräte bestehen aus einem Innen- und Außengerät. Mit einem Schlauch sind sie durch die Mauer verbunden. Die Wärme der Raumluft wird nach draußen abtransportiert. Splitgeräte arbeiten mit einem Kühlmittel und sind ab etwa 600 Euro erhältlich. Hinzu kommen die Installationskosten durch einen Klimafachbetrieb.

Außenliegende Kompressor-Einheit bei Festgeräten

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Möglicher Anlass für Nachbarschaftsstreit: Bei Splitgeräten wird die Kompressoreinheit im Außenbereich montiert.

Wer in einer Wohnung in einem Mehrparteienhaus lebt, sollte sich vor einer Installation die Genehmigung seines Vermieters oder der Eigentümergemeinschaft einholen. Die außenliegende Kompressoreinheit der Geräte benötigt einen Standplatz oder wird an der Fassade aufgehängt. Auch der Mauerdurchbruch für die Schlauchverbindung ist ein baulicher Eingriff. Erkundigen Sie sich vorab, ob das Betriebsgeräusch keine Nachbarn stören kann. Das Innengeräusch ist mit etwa 20 bis 40 dB leiser als bei Mobilgeräten.

Wie sind Kühlleistung und Stromverbrauch?

Mit etwa 140 bis 250 Kilowattstunden für eine Sommersaison sind die meisten Monoblock-Geräte laut Stiftung Warentest echte Stromfresser. Im aktuellen Test der Verbraucherschützer benötigten mobile Klimaanlagen etwa 40 bis 80 Minuten, um einen 14 Quadratmeter großen und 2,60 Meter hohen Raum von 35 auf 24 Grad herunterzukühlen. Die besten Splitgeräte schafften dieselbe Kühlleistung in sieben Minuten. Auch der Stromverbrauch fällt mit etwa 100 Kilowattstunden für eine Saison deutlich günstiger aus.

Welches Gerät eignet sich für wen?

Wer ein Gerät für den Dauergebrauch sucht, sollte die höheren Anschaffungs- und Installationskosten für ein Splitgerät in Kauf nehmen. Die Energiekosten sind - bei einer guten Kühlleistung - geringer. Wer nur sehr selten im Sommer eine Kühlung der Wohnung benötigt, kann auch zum Monoblock greifen. Ein effizienter Betrieb der Geräte ist jedoch nur mit einer Wanddurchführung für den Abluftschlauch möglich.

Klimaschutz: Kühlmittel R32 schädigt Umwelt

Ein echtes Umweltproblem ist laut Stiftung Warentest das Kühlmittel Difluormethan (R32), das in den meisten Splitgeräten Verwendung findet. Bis zu einem Liter des klimaschädlichen Stoffes enthalten die Geräte. Gelangt das Kühlmittel durch Leckagen oder die unsachgemäße Entsorgung der Geräte in die Umwelt, schädigt es das Klima 675 Mal stärker als eine vergleichbare Menge des Klimakillers CO2.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 27.07.2020 | 20:15 Uhr

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