Stand: 15.10.2018 10:29 Uhr  | Archiv

Facharzt-Termin: Tipps für Kassenpatienten

von Beatrix Bursig
Stethoskop liegt auf einem ausgedruckten Elektrokardiogramm. © fotolia Foto: weyo
Die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigung helfen bei der Facharzt-Suche.

Viele Kassenpatienten kennen das Problem: Eine wichtige Untersuchung steht an, aber sie müssen lange auf einen Termin beim Facharzt warten. Die Terminservicestellen (TSS) der Kassenärztlichen Vereinigung bieten in den einzelnen Bundesländern Hilfe an. Sie vermitteln gesetzlich versicherten Patienten mit Überweisung innerhalb von vier Wochen einen Termin beim Facharzt oder Psychotherapeuten. Aber was ist in einem Notfall, wenn die Zeit drängt?

Bei bedrohlichen Symptomen in die Notaufnahme

Bei akuten Ausfallerscheinungen wie einem Verdacht auf Schlaganfall sollten sich Betroffene unverzüglich in die Notaufnahme eines Krankenhauses begeben. Dort darf ein Patient nicht abgewiesen werden. Allerdings muss sich der Patient auf eine Wartezeit einstellen.

Der behandelnde Arzt als Ansprechpartner

Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen

Hamburg: (040) 55 55 38 30
Schleswig-Holstein: (04551) 30 40 49 31
Niedersachsen: (0511) 56 99 97 93
Mecklenburg-Vorpommern: (0385) 743 18 77
Bremen: (0421) 98 88 58 10

Ein guter Ansprechpartner ist auch der Arzt, der eine Untersuchung wie zum Beispiel eine MRT-Untersuchung diagnostisch für notwendig erachtet hat. In einer guten Arztpraxis telefoniert der Arzt mit Einrichtungen, die das entsprechende Spezialgerät haben, und sorgt für eine schnelle Überweisung des Akutpatienten.

Privatbehandlung: Kulanz als letzte Möglichkeit

Es kommt vor, dass Patienten aus Angst vor einer lebensbedrohlichen Krankheit einen Untersuchungstermin in einer Privatklink oder Privatpraxis wahrnehmen. Diesen bezahlt die gesetzliche Krankenkasse nicht. Die Klinik müsste eine Kassenzulassung haben. Der Patient kann in diesem Fall nur versuchen, sich mit seiner Krankenkasse auf dem Kulanzwege zu einigen.

Hilfreich ist dabei alles, was deutlich macht, dass der Patient erfolglos versucht hat, einen Termin bei einer Einrichtung mit kassenärztlicher Zulassung zu erhalten:

  • alle Anfragen nach einem zeitnahen Untersuchungstermin dokumentieren
  • einen schriftlichen Befund der behandelnden Ärzte vorweisen, der auf die Dringlichkeit der Behandlung hinweist
  • eine behandelnde Einrichtung wählen, die besonders spezialisiert auf die Erkrankung ist (bei Verdacht auf Schlaganfall zum Beispiel eine sogenannte Stroke Unit hat)

Dieses Thema im Programm:

Markt | 15.10.2018 | 20:15 Uhr

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