Stand: 27.05.2020 06:48 Uhr  - Pfote sucht Körbchen

Hund und Katze: Das darf in den Fressnapf

von Ingolf Bannemann
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Haustiere sollten artgerecht ernährt werden, damit sie gesund bleiben.

Eigentlich eine Binsenwahrheit: Menschen sind Primaten, biologisch gesehen also Menschenaffen. Die Ernährungsgewohnheiten und Lebensmittelunverträglichkeiten unterscheiden sich von denen anderer Säugetiere. Wer also denkt, was ihm schmeckt und guttut, sollte auch für Vierbeiner ideal sein, macht etwas falsch.

Süßigkeiten und Essenreste sind nichts für Tiere

Natürlich liegt es nahe, Haustiere auch mal zu verwöhnen. Aber Süßigkeiten oder Essenreste eigener Mahlzeiten sind nicht artgerecht, im Zweifel sogar gesundheitsschädlich. "Wenn sie Hund oder Katze mit menschlichen Speisen füttern, ist das so als ob Sie ein Kaninchen mit Frikadellen großziehen", warnt Tierarzt Dr. Fabian von Manteuffel, "emotional verständlich, gesundheitlich bedenklich."

Hunde und Katzen sind keine Vegetarier

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Der Zusammenhang von menschlicher Ernährung und Zivilisationskrankheiten ist bekannt: Bluthochdruck, Herzkreislauferkrankungen, Gicht, all das sind Folgen einer zu fleischlastigen und zu wenig ballaststoffreichen Ernährung. Was für Menschen gilt, ist für Hunde und Katzen allerdings kein Maßstab. Hunde und Katzen sind ausgesprochene Fleischfresser.

Zwar gelangen auch pflanzliche Stoffe auf natürliche Weise in den Magen der Vierbeiner. Allerdings sind das nur kleine, verdaute Speisereste aus dem Magen der Beutetiere, die sich ihrerseits von Pflanzen ernährt haben, so wie beispielsweise Körner bei Vögeln. Nährstoffe aus Pflanzen bilden also nur einen sehr kleinen Teil der artgerechten Nahrung von Hunden und Katzen. Im Gegenteil: Eine gesunde Ernährung ist vor allem zucker– und getreidefrei.

Pflanzliche Nahrung als Brechmittel

Wer sich daran erinnert, dass Katzen gelegentlich gern an Gras knabbern, vegetarische Kost also scheinbar doch gut vertragen, der verkennt die Funktion dieses eigentümlichen Fressrituals. Katzen betreiben bekanntlich ausgiebig Fellpflege. Dabei sammeln sich nach und nach Haare im Magen an und verdichten zu hartnäckigen Ballen. Um die wieder loszuwerden, kaut die Katze ein Brechmittel: Gras. Katzenhalter kennen das, weil die unappetitlichen Büschel oft genug auf dem Wohnzimmerteppich landen. Das Grasknabbern ist also kein Zeichen von pflanzlicher Unterversorgung, sondern im Gegenteil ein augenfälliger Beweis für die Unverträglichkeit gegenüber einer solchen Ernährung.

Frischfleisch und Aas sind die ursprüngliche Nahrung

Hunde und Katzen sind ähnlich in ihrem Proteinbedarf, nicht jedoch deckungsgleich in ihren Ernährungsgewohnheiten. In der freien Natur zählen Hunde zu den Aasfressern. Katzen jagen und fressen ausschließlich frisch erlegte Beute. Besonders in bestimmten Phasen, während des Aufwachsens und während einer Schwangerschaft ist es wichtig, dass ausreichende Ernährung damit sichergestellt ist.

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Muskelfleisch, Herz und Fisch sind ideal

Hauptlieferant ist das tierische Eiweiß, also Fleisch oder Fisch. Die Qualität hat dabei einen entscheidenden Einfluss. Innereien, Knochen und andere Schlachtabfälle liefern nicht ausreichend Proteine. Muskelfleisch, Herz und Fisch dagegen sind hochverdauliche Eiweißträger, die deshalb auf dem Speiseplan stehen sollten.

Gesundes Fressen als Krebsprophylaxe

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Das richtige Futter ist die beste Gesundheitsvorsorge für Vierbeiner.

Nicht jedes Futter, das es im Supermarkt oder im Fachhandel zu kaufen gibt, ist gesund und bedarfsdeckend. Aus Kostengründen werden günstigem Tierfutter synthetische Nähr- statt natürlicher Rohstoffe zugesetzt. Viele dieser Zusätze sind für Menschen erwiesenermaßen krebserregend. So erstaunt es wenig, dass auch bei Haustieren immer häufiger Krebs diagnostiziert wird. Tumore sind bei Hunden inzwischen die Todesursache Nummer 1.

Natürliche und artgerechter Tiernahrung setzt voraus, dass die Nährstoffe auf natürliche Weise zugesetzt werden - also durch Fleisch und Fisch. Ein geringer Anteil an proteinhaltigen, gut verdaulichen Pflanzen ist dabei zumindest nicht schädlich.

Feinschmecker und Individualisten riskieren Altersgebrechen

So wie das Essensverhalten bei Menschen durch äußerliche Faktoren schwanken kann - Alter, Bewegungsmangel, Erkrankungen oder Unverträglichkeiten - ist es auch bei Hund und Katze. Besitzer sollten darauf achten, dass das Futter zur aktuellen Lebenssituation ihres Vierbeiners passt.

Wer seine Lieblinge konsequent zu Feinschmeckern und Vielfraßen verzieht, riskiert dass einseitige, überreiche Nahrung im Alter zu Gesundheitsschäden führt. Wer die genannten Ratschläge befolgt, wird lange Freude an seinem gesunden Haustier haben und vielleicht sogar seine eigenen Ernährungsgewohnheiten überdenken.

Dieses Thema im Programm:

Pfote sucht Körbchen | 31.05.2020 | 15:30 Uhr

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