Stand: 26.06.2017 06:00 Uhr  | Archiv

Elektrofahrräder im Test: Gefährliche Mängel

von Franz Jägeler

Elektrofahrräder, auch E-Bikes oder Pedelecs genannt, werden immer beliebter. Das Fahren ist weniger anstrengend als mit einem herkömmlichen Fahrrad und auch Berge sind für ältere Radfahrer kein Problem mehr. Günstige Pedelecs gibt es bereits für weniger als 1.000 Euro. In einer Stichprobe vergleicht Markt drei Modelle:

  • Mifa Alu Elektro Pedelec von der Mitteldeutschen Fahrradfabrik, gekauft bei einem Internethändler für 674 Euro
  • Zündapp Greene 2.0 Alu-City E-Bike, gekauft bei Real für 868 Euro
  • Fischer City EcoLine, gekauft bei Conrad für 999 Euro

Die Elektroräder prüft Dirk Zedler, Sachverständiger für Fahrradtechnik: Lassen sich die Räder einfach und sicher zusammenbauen? Wie gut funktionieren die Bremsen? Und wie stabil ist der Rahmen?

Fazit: Experte empfiehlt Pedelecs ab 2.000 Euro

Nach Ansicht des Sachverständigen Dirk Zedler haben die getesteten Elektrofahrräder von Mifa, Zündapp und Fischer Sicherheitsmängel, die zu schweren Unfällen führen könnten. Der Experte empfiehlt, beim Fahrradhändler eine Probefahrt mit einem Pedelec ab rund 2.000 Euro zu machen. In dieser Preisklasse könne man gute und sichere Pedelecs bekommen.

Das sagen die Händler und Hersteller

  • Mifa

    "Die Quelle für die angebotenen Räder können wir nicht nachvollziehen. (...) Die Mifa-Bike Gesellschaft liefert grundsätzlich keine Räder als Bausatz. (...) Die Bedienungsanleitung, die wir dem Rad beigeben, ist korrekt. Sie trifft aber natürlich nicht für ein zerlegtes Fahrrad zu."

  • Real zur Montage und Bremswirkung des Zündapp-Rads

    Grundsätzlich würden alle "an Real gelieferten E-Bike Zündapp-Modelle einer Gebrauchtauglichkeits-Prüfung unterzogen", bei einem "unabhängigen Prüfinstitut". (...) Generell würden alle E-Bike Zündapp Modelle einem "Bremstest bezüglich der verbauten Bremskombination" unterzogen. Hersteller Prophete ergänzt: "Bei einer Seilzugbremse dehnt sich der Bowdenzug bei Benutzung entsprechend aus" und könne "mit der jeweiligen Rändelschraube nachgestellt werden".

  • Hersteller des Fischer-Rades

    Man könne "die geäußerte Kritik leider nicht nachvollziehen". Man habe das Pedelec von einem akkreditierten Institut "gemäß der relevanten Normen (u. a. ISO 4210) prüfen lassen." Eine Abschaltung komme bei Pedelecs "nur selten zum Einsatz" und sei für den sicheren Betrieb "nicht erforderlich".

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Markt | 26.06.2017 | 20:15 Uhr

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