Stand: 08.06.2020 09:50 Uhr

So haben Mücken keine Chance

Eine Mücke sitzt auf menschlicher Haut und saugt Blut. © Picture-Alliance / ZB - Fotoreport
Geruchsstoffe im Schweiß locken Mücken auf die Haut.

Bei feucht-warmem Wetter entwickeln sich Mücken im Sommer gut. Menschliche Gerüche locken sie an, auch über größere Distanzen. Sie fliegen auf Schweißgeruch, verbrauchte Atemluft und Duftstoffe in Kosmetikprodukten. Wer Stiche vermeiden möchte, muss vorbeugen.

Lange Ärmel und Hosenbeine erschweren Mücken die Nahrungssuche, vollständigen Schutz bieten sie aber nicht. Mückenweibchen - sie sind es, die stechen - lassen sich von etwas Stoff nicht aufhalten. Sie krabbeln in Hosenbeine oder Ärmel. Dünne und grobmaschige Textilien stellen für den kräftigen Rüssel der Blutsauger ohnehin kein Hindernis dar. Eher schreckt helle Kleidung Mücken ab, denn die Tiere lieben die Dunkelheit. Ein einfaches Hausmittel ist Asche, der Geruch schrecke die Blutsauger ab, so Outdoor-Experte Detlef Kamerau.

Chemie verdirbt Mücken den Appetit

Wirkungsvollen Schutz bieten chemische Anti-Mückenmittel, etwa mit dem Wirkstoff Diethyltoluamid (DEET). Er kann allerdings Schleimhäute und Augen reizen, so die Verbraucherzentrale Hamburg. Für Kleinkinder und Schwangere sind diese Mittel deshalb nicht geeignet. Die Verbraucherschützer empfehlen Mückenschutz mit dem Wirkstoff Icaridin. Er schütze nach dem Auftragen fast fünf Stunden lang. Mittel mit DEET beugen bis zu acht Stunden vor.

Wesentlich ist auch die Menge des Wirkstoffs im Anti-Mückenmittel. Da fast alle Mittel wasserlöslich sind, müssen sie nach dem Baden oder bei schweißtreibenden Aktivitäten wiederholt aufgetragen werden.

Problematische Dämpfe

Sogenannte Biozid-Verdampfer, die in die Steckdose gesteckt werden, verbreiten giftige Dämpfe. Sie halten zwar Stechmücken fern, können aber Kopfschmerzen, Schwindel und Taubheitsgefühle auslösen, wenn der Raum nicht ausreichend gelüftet wird.

Öle helfen nur kurzzeitig

Zitrone mit Nelken gespickt.  Foto: Claudia Schalla
Nelkengespickte Zitrone: Die Wirkung solcher Hausmittel gegen Mücken ist umstritten.

Natürliche Alternativen wie ätherische Öle aus Zitrusfrüchten, Lavendel, Eukalyptus oder Zedernholz helfen höchstens kurzzeitig, wenn sie direkt auf die Haut aufgetragen werden. Anti-Mücken-Armbänder, die die Sauger mit ätherischen Ölen vertreiben sollen, fielen bei der Stiftung Warentest komplett durch. Unbedenklich sind alte Hausmittel wie Basilikum, Tomatenpflanzen und eine mit Nelken gespickte Zitrone. Ob sie tatsächlich wirken, ist jedoch umstritten.

Mücken aussperren

Wirksamen Schutz vor Mücken bieten engmaschige Netze im Fensterrahmen sowie ein Moskitonetz über Bett und Kinderwagen. Im Urlaub kann ein feines Netz mit Klebeband im Fenster befestigt werden. Stehendes Wasser, zum Beispiel in Regentonnen, ist eine Einladung an Mücken. Dort legen sie ihre Eier ab und vermehren sich rasch. Wasserstellen sollten also abgedeckt werden. Die Eier können auch mehrere Jahre im Trockenen liegen und entwickeln sich, sobald sie genügend Feuchtigkeit bekommen.

Stiche kühlen

Wenn doch eine Mücke zugestochen hat, hilft es, die Einstichstelle zu kühlen und mit einer Scheibe Zitrone oder Zwiebel zu bedecken. So kann man vermeiden, dass die Haut anschwillt.

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