Stand: 15.01.2018 15:20 Uhr

Amazon Echo: Wann hört Alexa zu?

von Uwe Leiterer

Kennen Sie Alexa? So heißt die Sprachassistentin im Lautsprecher Echo von Amazon. Sie kann zum Beispiel Musik wiedergeben, Geräte im Haushalt steuern und Produkte beim Online-Händler Amazon bestellen. Aber was genau hört Alexa? Und was schickt sie an Amazon? Dazu hat sich Amazon in der Redaktion gemeldet - doch eine Interview mit Amazon kommt nicht zustande. 
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Was zeichnet Alexa auf - und was nicht?

Über die Datenkrake Amazon habe ich bereits berichtet - nämlich dass der Konzern ein immer genaueres Profil von mir erhält. Mein Fazit: "Von morgens früh bis abends spät lauscht Alexa nach Lebensäußerungen und sorgt für Transparenz - beim Kunden."

Diesen Satz hat offenbar auch ein Mitarbeiter in der Abteilung Amazon Devices gelesen und eine Agentur beauftragt, die Markt Redaktion um eine Richtigstellung zu bitten.

Schreiben der Agentur Lewis Communications an Markt

"Anstatt dass Amazon Echo, Echo Dot oder andere Alexa-fähige Endgeräte 'von früh bis spät lauschen', alles mithören und aufzeichnen, wartet Alexa lediglich auf das Aktivierungswort. Außerdem werden lediglich Anfragen oder Befehle nach diesem Aktivierungswort in die Cloud übertragen und gespeichert. Das 'ständige Mithören' gilt aufgrund des Keyword Spottings also lediglich dem Aktivierungswort.

Dass dem wirklich so ist, hatten kürzlich auch die Kollegen vom WDR geprüft: Die vom IT-Experten gemessenen regelmäßigen, winzigen Datenpakete im Ruhemodus sind lediglich dafür da, die WLAN-Verbindung zu checken, es findet ansonsten kein Datentransfer statt.

Wollen Anwender vermeiden, dass Echo bei jedem geäußerten 'Alexa' reagiert - sei es, weil die Gattin so heißt oder man im Freundeskreis über das Gerät spricht - empfiehlt es sich, das Aktivierungswort zu ändern (in 'Computer', 'Amazon' oder 'Echo') oder den Lautsprecher vorübergehend zu deaktivieren.

Hilfreich wäre in dem Zusammenhang zudem der Hinweis, dass alle fünf Sekunden ein Auto-Erase auf Device-Ebene stattfindet ohne dass jemals ein Amazon-Server kontaktiert würde.

Und schließlich hat jeder Kunde die volle Kontrolle über seine Sprachaufzeichnungen: Er kann in der App oder über einen Webbrowser jederzeit alle Aufzeichnungen einsehen und sie einzeln oder alle auf einmal löschen."

Verlauf in der App kontrolliert

Das bedeutet nach meiner Auffassung: Nur nach dem Codewort "Alexa" (oder "Echo" oder "Amazon" oder "Computer") überträgt Alexa die aufgenommene Sprache in die Cloud - sonst nicht. Kontrollieren lässt sich das in der App: Dort werden die von Alexa aufgenommenen Kommandos im Verlauf gespeichert.

Mann im Wohnzimmer

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Mit der Datenschutzbeauftragten des Landes Schleswig-Holstein, Marit Hansen, habe ich den Verlauf in meiner Alexa-App kontrolliert:

  • Bei einigen aufgezeichneten Sprachbefehlen fehlt offenbar das Kommando "Alexa", zum Beispiel beim Eintrag "Medias Rays" (gesagt von meiner Frau).
  • Auch beim Eintrag "pastis, maggi und Bratschlauch" hört man nicht das Kommando "Alexa", stattdessen sage ich deutlich hörbar "Ich habe mich gefragt" - ein Fetzen aus einem Gespräch.
  • Meine Tochter ist mit dem Satz: "Ich gehe dahin, wo wohnst du" in der Amazon-Cloud verewigt. Auch wieder ein Satz ohne "Alexa"-Kommando.
  • Mein Lieblingseintrag im Verlauf ist "Pure Marianne Rosenberg". Ich hatte mich mit einem Freund über Musik unterhalten - ohne vorher "Alexa" gesagt zu haben.

Amazon lehnt Interview-Anfrage ab

Nachdem wir unsere Aussage gegenüber der Agentur belegt haben, ist es mit der Dialogbereitschaft seitens Amazon vorbei. Wir hätten gern ein Interview per Skype geführt. Doch leider, heißt es in der Begründung der Agentur, seien alle Amazon-Sprecher bei der Messe CES in Las Vegas. Ob es dort wirklich kein WLAN für ein Skype-Interview gibt?

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 15.01.2018 | 20:15 Uhr

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