Stand: 22.06.2016 08:49 Uhr  | Archiv

Bowl, Grind & Ollie: Hamburg ist Skatertown

von Sonja Puhl, NDR.de

Longboard als Einsteigerbrett

Skateboard-Trainer Lux empfiehlt Anfängern, mit dem Longboard oder einem größeren Skateboard zu beginnen. "Je kleiner das Board, desto schwieriger ist das Fahren", erklärt Lux. Insofern rät er eher von den gerade bei vielen Kindern so angesagten kleinen Pennyboards als Einsteigerbrett ab. "Sobald man sicher ist und ohne breitbeinigen Stand auskommt, geht auch ein Pennyboard," so die Einschätzung von Lux. Und für ältere Anfänger gilt wohl: je tiefer, desto besser. "Ein sogenanntes Drop Down oder Drop Through Longboard ist ähnlich 'seniorentauglich' wie ein Niedrigeinstiegsfahrrad. Das verkaufen wir stark an Eltern."

Pauschal gesagt ist ein Skateboard fürs Tricksen, Springen und Fahren in Halfpipe und Bowl. Das Longboard sei eher ein cooles Fortbewegungsmittel, mit dem man aber auch beispielsweise in der Bowl fahren könne, meint Lux.

Skate-, Long- und Pennyboard: Welches Brett darfs sein?

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Wer jetzt Lust bekommen hat, es mal zu probieren, der sollte gleich auf die richtige Startposition achten: "Erst den Vorderfuß auf die Vorderachse, die Zehenspitzen dürfen die Achse vorn berühren. Den Hinterfuß schnell quer 'anklappen'. Sobald der Hinterfuß auf dem Brett ist, auch den Vorderfuß quer stellen, dann kann man besser lenken, indem man die rechte und linke Bordkante belastet", erklärt Skate-Lehrer Lux. "Zum Pushen, also Schwung geben, die Füße wieder in Längsrichtung stellen. Schwung gibt aus Stabilitätsgründen immer der hintere Fuß. Mit dem wird auch gebremst, indem man ihn schleifen lässt. Fürs schnelle Bremsen den hinteren Fuß nach vorne absetzen und nach vorne ablaufen."

Verkehrsregeln für Skateboarder

Skate- und Longboarder gelten verkehrsrechtlich als Fußgänger - wenn auch auf vier Rädern, sagt Jens Cissek von der Fahrradstaffel der Hamburger Polizei. Sie müssen den Gehweg benutzen, sich an die Regeln für Fußgänger halten und "dürfen nicht wilde Sau spielen", so Cissek.

Bei solchen Bremsmanövern kann es schon mal passieren, dass sich etwa beim Longboarden in der Hafencity, das Board ins Wasser verabschiedet. "Ich hab nach Workshops in der Nähe von Gewässern schon einige Boards wieder hochtauchen müssen," erzählt Lux. Sein übelster Unfall: "Ich bin mit 19 zu einem Skate-Event nach Kopenhagen getrampt. Über eine Jump Ramp gesprungen, das Board ist hochgeschlagen und hat mir drei Zähne ausgeschlagen. Wenn man so lädiert aussieht, dauert Trampen zurück nach Deutschland deutlich länger als hin ..." Aber vorausgesetzt man schützt sich mit Helm und Protektoren, schätzt der Profi das Unfallrisiko beim Skateboarden nicht höher ein als beim Fußballspielen.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Mikado | 15.05.2016 | 08:05 Uhr

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