Blumenzwiebeln liegen vor Anzuchttöpfen auf Erde © imago/blickwinkel

Frühblüher im Herbst vorziehen: So geht's

Stand: 28.10.2020 16:03 Uhr

Wer sich schon im Winter an Frühblühern wie Narzissen und Schneeglöckchen im Haus erfreuen möchte, kann im Herbst Blumenzwiebeln vortreiben. So wird der natürliche Blühtermin um Wochen vorverlegt.

Beim Kauf von Blumenzwieblen unbedingt auf die Qualität achten. Die Zwiebeln müssen trocken, druckfest, glatthäutig und schimmelfrei sein und dürfen noch keinen Austrieb haben.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Pflanzen der Blumenzwiebeln?

Eine rechtzeitige Planung für die sogenannte Treiberei von Blumenzwiebeln ist wichtig. Sollen sich die Blüten schon um Weihnachten herum oder im Januar öffnen, muss die Kultur bereits Anfang Oktober beginnen. Für eine Blüte im Februar wird etwa Mitte Oktober gepflanzt, für einen noch späteren Blühtermin reicht der November zum Pflanzen.

Blumenzwiebeln benötigen Kälte und Dunkelheit zum Wachsen

Während die meisten Pflanzen auf Wärme und Licht reagieren, brauchen Zwiebeln Kälte und Dunkelheit, um einen Wachstumsimpuls zu bekommen. Beim Vortreiben wird durch ein paar einfache Kunstgriffe die normale Winterruhe der Pflanzen durchbrochen und damit der Blühtermin vorverlegt.

Drainageschicht schützt vor Staunässe

Blumenzwiebeln vertragen keine Staunässe. Deshalb sollten die Zwiebeln oder Knollen in eine flache Schale oder einen geräumigen Topf mit Wasserabzugslöchern gepflanzt werden. In den unteren Bereich eine Drainageschicht aus Splitt, feinem Kies oder Tontopfscherben geben und dann das Gefäß etwa bis zur Hälfte mit Substrat befüllen. Gut geeignet ist mit Sand vermischte Blumen- oder Gartenerde (ein Teil Sand auf zwei Teile Erde).

Die richtige Pflanztiefe für Blumenzwiebeln

Große Zwiebeln, etwa von Narzissen oder Hyazinthen, legt man mit der Spitze nach oben dicht an dicht auf das Substrat und füllt so weit mit Erde auf, dass sie bis zur Hälfte oder höchstens zu zwei Dritteln bedeckt sind. Für kleinere Zwiebeln, etwa von Blaustern oder Schneeglöckchen, das Pflanzgefäß fast bis zum Rand mit Substrat füllen. Die Zwiebeln werden mit geringem Abstand ein bis zwei Zentimeter tief gesteckt.

Pflanzgefäße im Keller oder draußen zwischenlagern

Um den Pflanzen winterliche Verhältnisse vorzutäuschen, die bepflanzten Gefäße gut angießen und zunächst kühl und dunkel stellen. Sie können beispielsweise im kalten Keller gelagert oder im Garten an einer geschützten, schattigen Stelle in den Boden eingegraben werden. Im Freien die Pflanzgefäße mit etwas Fichtenreisig abdecken und darauf achten, dass sie möglichst wenig Regen abbekommen.

Zeitpunkt für Austrieb nach rund drei Monaten

Vorgezogene Perlhyazinthen mit Wurzelballen stehen neben zwei Tontöpfen auf einem Tisch. © Fotolia.com Foto: Floydine
Je kühler die Pflanzen im Haus stehen, desto länger blühen sie.

Nach ungefähr drei Monaten kann dann die eigentliche Treiberei beginnen. Die Gefäße werden ans Licht und in die Wärme geholt. Die Temperatur darf nur allmählich gesteigert werden, andernfalls kann es zu Wachstumsstörungen kommen. Anfangs sollten die Zwiebeln und Knollen möglichst bei nicht mehr als zehn bis zwölf Grad aufgestellt werden. Erst nach ein bis zwei Wochen, wenn sich die Triebspitzen bereits kräftig entwickelt haben, kann die Temperatur weiter ansteigen.

Mit steigenden Temperaturen müssen die Blumen gegossen werden: anfangs nur sparsam, mit zunehmender Wärme stärker. Dünger benötigen sie zu diesem Zeitpunkt nicht. Nach kurzer Zeit schieben sich dann die Blütenknospen in die Höhe. Die Blütezeit währt umso langer, je kühler die Pflanzen stehen.

Speziell präparierte Lilien können ganzjährig gepflanzt werden

Lilien können das ganze Jahr über getrieben werden. Erfolg hat man in der Regel aber nur mit präparierten, also vorher gekühlten Zwiebeln, die im Handel angeboten werden. Sie werden tief in hochwandige Pflanzgefäße gesetzt: mindestens doppelt so tief, wie sie selbst hoch sind. Zum Wachsen sind Temperaturen zwischen 12 bis 15 Grad besonders günstig für den Blütenansatz. Nur Osterlilie und Prachtlilie vertragen mit etwa 18 Grad etwas mehr Wärme. Die Erde sollte stets gleichmäßig leicht feucht sein. Bei präparierten Zwiebeln ist es nicht erforderlich, die Gefäße mehrere Monate lang kühl zu stellen.

Was tun nach der Blüte?

Sind die Blüten verwelkt, schneidet man sie ab und kultiviert die Zwiebeln oder Knollen an einem nicht zu warmen Ort weiter. Jetzt sollte man dem Gießwasser sparsam dosierten Dünger beimischen, damit sich die Speicherorgane regenerieren können. Sobald das Laub vergilbt, die Zwiebeln aus dem Treibgefäß herausnehmen und bis zum Herbst lagern oder im Garten einpflanzen. Schon einmal vorgetriebene Blumenzwiebeln sollten im nächsten Jahr besser nicht erneut zum Treiben verwendet werden, da die Treiberei die Zwiebeln außerordentlich viel Kraft kostet.

Hyazinthen in speziellen Gläsern vortreiben

In Mode gekommen ist die Hyazinthentreiberei in speziellen Gläsern. In die schalenförmige Öffnung des Treibgefäßes setzt man speziell präparierte Zwiebeln, die im Handel erhältlich sind, und füllt so viel Wasser auf, dass es bis knapp unterhalb des Zwiebelbodens reicht.

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