Stand: 04.08.2020 09:59 Uhr  - Mein Nachmittag

Was tun bei einem Wespennest?

Im Sommer kommen Wespen häufig als ungebetene Gäste an den Gartentisch. Besonders Grillfleisch, Kuchen und süße Getränke locken die Tiere an und können den Spaß am Essen im Freien verderben. Wenn die Wespen am Haus oder im Garten zudem noch ein Nest gebaut haben, reagieren viele Menschen ängstlich.

Wespennest im Haus oder Garten - was tun?

Mein Nachmittag -

Wespen bauen ihre Nester häufig in Schuppen, auf dem Dachboden oder im Jalousiekasten. Ein Wespenberater erklärt, was zu tun ist, wenn sich ein Wespenvolk eingenistet hat.

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Die meisten Wespenarten sind harmlos

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Berater helfen, wenn ein Wespennest in der Nähe des Hauses ist.

Dabei sind die meisten der rund 600 Wespenarten, die in Deutschland und den Nachbarländern heimisch sind, harmlos. "Es gibt nur zwei Wespenarten, die uns lästig werden können", erklärt Wespenexperte und -berater Svend Petersen-Fink. Dabei handelt es sich um die Gemeine und die Deutsche Wespe.

Die meisten Nester könnten deshalb an Ort und Stelle verbleiben, so Petersen-Fink. Nach einer Saison sterben die Tiere ohnehin, das Nest bleibt verlassen zurück.

Wespen nur durch Experten umsiedeln

Wie finde ich einen Wespenberater?

Schleswig-Holstein:
Das Natur-, Umwelt- und Abfallzentrum des NABU in Lütjenburg hat eine Beraterliste zusammengestellt. Das Zentrum ist unter Tel. (04381) 97 53 zu erreichen.

Hamburg:
Die Umweltbehörde hat eine Liste von Insektenfachberatern veröffentlicht und hat eine Informationsbroschüre herausgegeben.

Mecklenburg-Vorpommern:
Der Landesverband der Imker sowie der NABU Mecklenburg-Vorpommern (Tel. 0385/477 33 744) vermitteln Berater

Niedersachsen:
Die Unteren Naturschutzbehörden geben Tipps und vermitteln Berater in der Region.

In bestimmten Fällen kann es dennoch ratsam sein, die Nester entfernen zu lassen, insbesondere wenn es sich um die Gemeine oder die Deutsche Wespe handelt. "Wenn diese Wespen ihr Nest an einem Ort bauen, wo sie Menschen gefährden - etwa dort, wo sich Kinder oder Wespenallergiker aufhalten -, sollte man die Tiere umsiedeln", empfiehlt Petersen-Fink. Ob es sich um eine harmlose oder eine eher aggressive Wespenart handelt, ist für Laien allerdings nur schwer zu unterscheiden. Im Zweifelsfall helfen Wespenberater weiter. Diese gibt es in allen norddeutschen Bundesländern.

Die Umsiedlung dürfen nur Experten vornehmen, Laien dürfen die Nester nicht entfernen. "Das ist im Tierschutzgesetz so geregelt. Verstöße können teuer werden. Bei Hornissen etwa drohen bis zu 50.000 Euro Bußgeld", so Petersen-Fink. Je nach Fall kostet eine Umsiedlung durch einen Wespenberater zwischen 70 und 120 Euro, die Beratung ist häufig kostenlos.

Bei Schädlingsbekämpfern auf Qualifikation achten

Auch Schädlingsbekämpfer dürfen unter Umständen Nester entfernen. "Da würde ich aber nicht den ersten besten nehmen, denn leider gibt es auf dem Markt viele schwarze Schafe", so Petersen-Fink. Er rät dazu, genau auf die Qualifikation der Firmen zu achten.

Wespen mit Trauben vom Tisch weglocken

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Wespen erfüllen als Blütenbestäuber eine wichtige Funktion und verdienen unseren Schutz.

Anders als Schädlingsbekämpfer versuchen Wespenberater auch, Ängste abzubauen. Sie geben Tipps zum Umgang mit den Hautflüglern. Hornissen etwa, die größte Wespenart, sind keine Fleischfresser und stellen somit keine Gefahr am Gartentisch dar. Wespen können mit einfachen Mitteln von der Tafel weggelockt werden. "Man kann Futterstellen einrichten", empfiehlt Petersen-Fink. "Am liebsten mögen Wespen reife Weintrauben. Einfach halbieren und auf einen Teller ein paar Meter entfernt legen. Das lenkt die Wespen ab."

Fünf Tipps zum Umgang mit Wespen

  • Nicht nach den Tieren schlagen oder sie anpusten, das macht Wespen aggressiv.
  • Lebensmittel im Freien abdecken und nach der Mahlzeit nach drinnen bringen.
  • Getränke nicht direkt aus Glas oder Flasche, sondern mit einem Strohhalm trinken.
  • Den Tieren eine sogenannte Ablenkfütterung abseits vom Tisch anbieten. Am besten eignen sich dafür reife Trauben.
  • Bunte Kleidung sowie Parfüm oder parfümierte Cremes vermeiden, davon fühlen sich die Tiere angezogen.

Erhalten statt töten

Da Wespen als Blütenbestäuber eine wichtige Rolle in der Natur spielen, ist es wichtig, ihre Nester möglichst zu erhalten. Hornissen halten uns zudem lästige Plagegeister vom Hals: Laut NABU vertilgt ein ausgewachsenes Hornissenvolk pro Tag 500 Gramm anderer Insekten - zum Beispiel Mücken.

Weitere Informationen
28:32
NaturNah

Keine Angst vor Wespen

NaturNah

Svend Petersen-Fink aus Großsolt ist autorisierter Wespen- und Hornissenexperte. Sobald jemand wegen eines Wespennests Alarm schlägt, wird er zur Hilfe gerufen. Video (28:32 min)

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 03.08.2020 | 16:20 Uhr

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