VIDEO: Vogel-Inventur: NABU lädt zur "Stunde der Wintervögel" (3 Min)

Stunde der Wintervögel: Hamburg hat geringste Vogeldichte

Stand: 25.01.2022 16:39 Uhr

Mehr Besucher am Futterhaus, aber weniger Vögel als im Durchschnitt aller Jahre: Das ist das Ergebnis der "Stunde der Wintervögel" 2022, einer Aktion vom Naturschutzbund Deutschland (NABU).

Rund 176.000 Menschen haben bei der diesjährigen Zählung vom 6. bis 9. Januar mitgemacht und von gut 120.000 Beobachtungspunkten wie Gärten, Parks und Balkonen mehr als 4,2 Millionen Vögel gezählt. Die Teilnehmerzahlen sind laut NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller die zweitbesten in der Geschichte der Aktion. Nur 2021 habe es während des Corona-Lockdowns mehr Teilnehmende gegeben.

Spatzen, Meisen und Amseln am häufigsten gesichtet

Ein Haussperling sitzt auf einem Topfrand. © NABU/Stunde der Gartenvögel Foto: Fotonatur
Spatzen kommen bundesweit seit Jahren am häufigsten vor.

Die Liste der meistgezählten Vögel führt bundesweit wie schon oft in der Vergangenheit der Haussperling, auch Spatz genannt, an. Es folgen Kohlmeise, Blaumeise und Amsel. Insgesamt wurden im Vergleich zum Vorjahr geringfügig mehr Arten und mehr Tiere gemeldet. "Das liegt vor allem an den typischen Waldarten wie Kernbeißer, Kleiber, Eichelhäher, Bunt- und Mittelspecht sowie Tannen-, Blau- und Kohlmeise, die sich vermehrt in Gärten und Parks zur Nahrungssuche eingefunden haben," erklärt Miller die Entwicklung. Ursache dafür könnten weniger Baumfrüchte in den Wäldern sein.

Weniger häufig gesichtet wurden Arten, die sich als Wintergäste in Deutschland aufhalten wie Erlen- und Birkenzeisig, Rot-, Sing- und Wacholderdrossel. Die Naturschützer vermuten, dass die Tiere aufgrund der milderen Winter ihre Lebensräume seltener verlassen.

Vogeldichte: Mecklenburg-Vorpommern vorn, Hamburg Schlusslicht

Ein weiteres Ergebnis der "Stunde der Wintervögel": Die Vogeldichte im Siedlungsraum ist nicht gleichmäßig verteilt. "In Mecklenburg-Vorpommern wurden mit 45,5 die meisten Vögel pro Garten gesichtet, gefolgt von Sachsen-Anhalt (43,4) und Brandenburg (41,3). Die wenigsten hat Hamburg mit 26,4 gemeldet", so Miller.

In Hamburg ist der Spatz übrigens nicht der Spitzenreiter, sondern die Kohlmeise. Es folgen Amsel und Blaumeise. Der Spatz belegt Platz 4, er steht in der Hansestadt als "gefährdet" auf der Roten Liste der Brutvögel. In den anderen norddeutschen Bundesländern sieht die Reihenfolge so aus:

  • Niedersachsen: Haussperling, Kohlmeise, Amsel, Blaumeise
  • Schleswig-Holstein: Haussperling, Feldsperling, Amsel, Kohlmeise
  • Mecklenburg-Vorpommern: Haussperling, Feldsperling, Kohlmeise, Amsel

Trend: Weniger Tiere pro Garten

Im bundesweiten Mittel liegen die Ergebnisse unter dem Durchschnitt aller Aktionsjahre. "Wir sehen einen abnehmenden Trend: Während im ersten Jahr der Aktion 2011 noch fast 46 Vögel pro Beobachtung gezählt wurden, waren es dieses Jahr mit 35,5 durchschnittlich zehn Vögel weniger", so Miller.

"Stunde der Gartenvögel" und "Vogel des Jahres"

Ergänzend zur "Stunde der Wintervögel" organisiert der NABU die "Stunde der Gartenvögel". Dieses Jahr findet die Aktion vom 13. bis 15. Mai statt. Außerdem kürt er jährlich den "Vogel des Jahres". Im November wählten Menschen deutschlandweit den Wiedehopf zum "Vogel des Jahres 2022".

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 06.01.2022 | 16:00 Uhr

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