Stand: 29.05.2020 15:00 Uhr  - NDR Info

NABU ruft wieder zum Insektenzählen auf

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Tagpfauenaugen gehören zu den bekanntesten Falter-Arten.

Ob als Nahrung für Vögel oder als Bestäuber - Insekten sind sehr wichtig für unser Ökosystem, aber ihre Bestände gehen zurück. Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen und sich einen Überblick über Artenvielfalt und Häufigkeit zu verschaffen, lädt der NABU zum dritten Mal zum "Insektensommer" ein. Vom 29. Mai bis 7. Juni und vom 31. Juli bis 9. August sind Naturfreunde aufgerufen, Insekten zu zählen und das Ergebnis dem NABU zu melden.

Eine Stunde nach Bienen und Co. Ausschau halten

Beobachtungen melden

Der NABU bietet zwei Möglichkeiten, Beobachtungen zu melden:
online: bis zum 14. Juni per Meldeformular
per App "Insektenwelt": Download im PlayStore und bei iTunes

Mitmachen ist einfach: Etwa eine Stunde lang im Garten oder in der freien Natur in einem Umkreis von maximal zehn Metern nach Insekten jeglicher Art Ausschau halten, die Beobachtungen notieren und später dem NABU melden. Wer mag, kann auch an beliebig vielen Orten zählen. Wichtig ist lediglich, für jeden Ort eine neue Meldung abzugeben. Gezählt werden darf alles - nicht nur ausgewachsene Insekten, sondern auch Larven oder Puppen.

Lupe und Fernglas nutzen

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Eine Handy-App des NABU hilft, die Insekten zu bestimmen.

Wer eine Art nicht eindeutig bestimmen kann, darf auch unscharfe Meldungen machen, etwa Blattlaus statt Schwarze Bohnenlaus. Bei der Bestimmung der Tiere hilft die App zur Aktion, die der NABU kostenlos anbietet. Sie enthält eine automatisierte Insektenbestimmung. Da viele Insekten sehr klein sind, ist es sinnvoll, eine Lupe oder eine Fotokamera mit Zoom oder Teleobjektiv dabeizuhaben. Für die Beobachtung größerer Tiere wie zum Beispiel Schmetterlingen ist ein Fernglas nützlich.

Welcher Marienkäfer kommt häufiger vor?

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Der Asiatische Marienkäfer ist sehr wandelbar. Typisch für ihn: ein schwarzes "W" auf weißem Kopfschild oder ein weißes auf schwarzem.

Einsteiger können auch mit einer gezielten Suche nach Marienkäfern starten: Der NABU möchte dieses Jahr zusätzlich wissen, ob es mehr einheimische Sieben-Punkt-Marienkäfer oder eingeschleppte Asiatische Marienkäfer gibt. Ersterer ist leicht zu erkennen: Er hat genau sieben schwarze Punkte auf den roten Flügeldecken und ein komplett schwarzes Kopfschild. Typisch für den asiatischen Marienkäfer ist ein "W" auf dem Kopfschild. Farbe und Anzahl der Punkte können variieren.

Enorme Artenvielfalt

Mit 33.000 verschiedenen Arten ist die Vielfalt von Insekten in Deutschland groß. Davon sollte sich laut NABU aber niemand abschrecken lassen. Auch Experten kennen nicht annähernd alle Arten. Da nach bisherigen Erfahrungen mehr als die Hälfte der Sichtungen auf nur 100 Arten entfallen, könne man mit relativ wenigen einen Großteil der zu erwartenden Beobachtungen abdecken.

Kernarten sollen Orientierung bieten

Für die beiden Zählzeiträume hat der NABU je acht Kernarten ausgewählt, nach denen Teilnehmer verstärkt Ausschau halten sollten, für sie bieten die Naturschützer auch eine Zählhilfe zum Herunterladen an. Diese acht Arten stehen vom 29. Mai bis 7. Juni im Fokus:

  • Steinhummel
  • Asiatischer Marienkäfer
  • Blutzikade
  • Hainschwebfliege
  • Tagpfauenauge
  • Lederwanze
  • Gemeine Florfliege
  • Admiral

Stein- und Ackerhummel bei der Zählung 2019 vorn

Die Umweltschützer gehen davon aus, dass es immer weniger Schmetterlinge, Hummeln und andere Sechsbeiner gibt. Mit der Zählaktion wollen sie Häufigkeiten und Trends von Arten und Populationen erkennen. Rückschlüsse ließen sich aber erst in einigen Jahren ziehen, so NABU-Insektenexpertin Laura Breitkreuz. Die Daten sollen über mehrere Jahre verglichen werden. Bei der Zählung 2019 beobachteten die Teilnehmer am häufigsten Stein- und Ackerhummeln, Schmetterlinge, Bienen und Fliegen.

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NDR Info | 29.05.2020 | 14:00 Uhr

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