NDR Umfrage in SH: CDU legt zu - SPD und Grüne gleichauf
In knapp acht Wochen wird in Schleswig-Holstein ein neuer Landtag gewählt. Wie ist die politische Stimmung im Land? Wen würden die Schleswig-Holsteiner wählen? Dazu hat der NDR eine repräsentative Umfrage bei infratest dimap in Auftrag gegeben.
Demnach könnte die CDU ihren Vorsprung im Vergleich zur vergangenen Umfrage vor sieben Wochen weiter ausbauen. Wäre am kommenden Sonntag Wahl, würden 33 Prozent der Befragten den Christdemokraten ihre Stimme geben, das wären fünf Prozentpunkte mehr als im Januar. Die SPD würde 3 Prozentpunkte abgeben und käme auf 20 Prozent. Gleichauf wären die Grünen. Sie blieben stabil bei 20 Prozent (+/-0). Viertstärkste Kraft wäre die FDP mit neun Prozent (-1 Prozentpunkt), gefolgt von der AfD mit 6 Prozent (-1). Für den Südschleswigschen Wählerverband (SSW), der von der Fünf-Prozent-Klausel ausgenommen ist, sprächen sich 4 Prozent (+/-0) der Befragten aus. Die Linkspartei würde mit 3 Prozent (+/-0) der Stimmen den Einzug in den Landtag verpassen.
Direktwahl: Günther weiter in der Wählergunst vorn
Im direkten Vergleich liegt den Zahlen zufolge Amtsinhaber Daniel Günther weiter deutlich vor Monika Heinold (Grüne) und Thomas Losse-Müller (SPD). Könnten die Schleswig-Holsteiner ihren Regierungschef direkt wählen, würde der Amtsinhaber auf 65 Prozent kommen. Damit konnte Daniel Günther seinen Wert gegenüber der Umfrage im Januar 2022 um 7 Prozentpunkte ausbauen. Für Monika Heinold von den Grünen würden sich dagegen nur neun Prozent entscheiden. Das sind 3 Prozentpunkt weniger als bei der vergangenen Umfrage. Und für eine Mehrheit der Befragten ist SPD-Ministerpräsidentenkandiat Thomas Losse-Müller weiterhin unbekannt. Für ihn würden sich bei einer Direktwahl fünf Prozent entscheiden (-2).
Allerdings will sich jeder fünfte Befragte (21 Prozent) auf keinen der drei Landespolitiker festlegen. Günthers Zuspruch in der eigenen Partei liegt laut Umfrage bei 92 Prozent. Aber auch mehr als die Hälfte der Grünen- (54 Prozent) und SPD-Anhänger (55 Prozent) favorisieren den CDU-Politiker. Bei den FDP-Anhängern würden sich bei einer Direktwahl 76 Prozent für den Amtsinhaber entscheiden.
Verschiedene Koalitionen möglich
Die Jamaika-Koalition könnte ihre Arbeit fortsetzen. Aber rein rechnerisch wären auch andere Konstellationen möglich. So könnte die CDU die Regierungsarbeit in Kiel künftig ohne die Liberalen und allein mit den Grünen fortsetzen. Das Jamaika-Bündnis wäre damit Geschichte. Rechnerisch möglich wäre allerdings auch eine Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP. Auch eine Große Koalition aus CDU und SPD wäre möglich. Dagegen gäbe es für die Küstenkoalition aus SPD, Grünen und SSW, die bis 2017 in Schleswig-Holstein regiert hatte, keine Mehrheitsoption mehr.
Zufriedenheit mit der aktuellen Landesregierung weiter positiv
Geht es nach den Befragten, ist ein Wechsel der Regierungskoalition derzeit aber nicht gewünscht. Eine große Mehrheit der Befragten (78 Prozent; +7) gibt an, mit der Arbeit der Landesregierung in Schleswig-Holstein sehr zufrieden (13 Prozent) oder zufrieden zu sein (65 Prozent). Die Landesregierung überzeugt mit ihrer Regierungsarbeit nicht nur die Anhänger der drei Koalitionsparteien CDU (94 Prozent), Grüne (87 Prozent) und FDP (83 Prozent), sondern auch die der SPD (83 Prozent). Auf deutliche Kritik stoßen die Regierungsleistungen wie gehabt allein bei den AfD-Wählern 18 Prozent sind sehr zufrieden oder zufrieden, 73 Prozent sind weniger oder gar nicht zufrieden.
43 Prozent der Wahlberechtigten setzen für die Zeit nach der Landtagswahl auf ein Kabinett unter erneuter Führung der CDU. 22 Prozent (-3) favorisieren für Kiel einen Wechsel zugunsten eines SPD-geführten Bündnisses, jeder Sechste (17 Prozent; -2) spricht sich für eine Landesregierung unter Führung der Grünen aus.
Wähler-Beliebtheit: Günther vor Heinold - Losse-Müller kaum bekannt
Ähnlich positiv sind der infratest Umfrage zufolge auch die Popularitätswerte von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Demnach sind 74 Prozent (+2) mit seiner Arbeit sehr zufrieden oder zufrieden, 16 Prozent weniger oder gar nicht zufrieden. Mit der Arbeit von Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) sind 37 Prozent (-5) sehr zufrieden oder zufrieden – 15 Prozent weniger oder gar nicht zufrieden.
Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) erreicht bei den Zufriedenheitswerten 34 Prozent (+/-0), der Vorsitzende des SSW im Landtag, Lars Harms, liegt bei 23 Prozent (-1), SPD-Spitzenkandidat Thomas Losse-Müller bei 13 Prozent (-3). Er ist bei den Wahlberechtigten relativ unbekannt: Nur 26 Prozent der Befragten haben angegeben, ihn zu kennen. Jörg Nobis von der AfD erreicht bei den Zufriedenheitswerten 10 Prozent (-3).
Zwei Drittel bewerten wirtschaftliche Lage als gut
Sieben von zehn (70 Prozent; +6) Befragten bezeichnen die wirtschaftliche Lage in Schleswig-Holstein als sehr gut oder gut, während jeder Vierte (27 Prozent; -4) Kritik übt.
Für diese repräsentative Erhebung hat Infratest dimap vom 3. bis 8. März 2022 insgesamt 1.168 wahlberechtigte Personen in Schleswig-Holstein per Telefon oder online befragt. Die Schwankungsbreite liegt zwischen zwei Prozentpunkten (bei einem Anteilswert von 10 Prozent) und drei Prozentpunkten (bei einem Anteilswert von 50 Prozent).
Schlagwörter zu diesem Artikel
Landtagswahl Schleswig-Holstein
