Stand: 17.04.2020 16:27 Uhr

Wegen Corona: Tumult in Flüchtlingsunterkunft

Die Polizei ist am Freitag zu einem Großeinsatz zur Landesunterkunft in Neumünster ausgerückt. Nach Angaben von Polizeisprecher Sönke Petersen kam es zu Tumulten. Vor zwei Wochen war das gesamte Gelände nach der fünften bestätigten Corona-Infektion unter Quarantäne gestellt worden. Am Freitag durften sich die meisten Flüchtlinge wieder frei bewegen. Im Haus bleiben mussten nur diejenigen, die vorher Kontakt zu Infizierten hatten. Diese etwa 40 Bewohner reagierten mit Unverständnis und Wut.

Rund 80 Beamte im Einsatz

Eine Familie soll die anderen Bewohner aufgewiegelt haben. Sie bauten sich um einen Bauzaun auf, der um das Gebäude aufgestellt worden war. Laut Sönke Petersen rüttelten sie am Bauzaun und schimpften in arabischer Sprache. Die Polizei holte Verstärkung. Der Tumult begann morgens um acht Uhr - erst am Nachmittag hatte sich die Lage entspannt. Zeitweise waren rund 80 Beamte im Einsatz. Verletzt wurde niemand.

Aufhebung der Quarantäne kommende Woche

Der Unmut hatte sich offenbar als Folge eines Schreibens vom Donnerstag an alle Bewohner der Landesunterkunft ergeben. Darin hatte die Leitung der Landesunterkunft die Aufhebung der Quarantäne für die Einrichtung für Freitag angekündigt. In einem Absatz sei aber ausdrücklich das Gebäude mit den Kontaktpersonen ausgenommen worden, sagte ein Sprecher der Landesunterkunft. Dies sei notwendig, da am 7. April eine Hausbewohnerin positiv getestet worden war. Daher könne für dieses Gebäude erst am kommenden Mittwoch die Quarantäne aufgehoben werden - sofern keine weiteren Corona-Fälle auftreten.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.04.2020 | 15:00 Uhr

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