Eine Spritze holt Flüssigkeit aus einem Behälter dahinter sind Symbole von Viren. © picture alliance Foto: Klaus Ohlenschläger

SH erweitert Impf-Terminvergabe für Prioritätsgruppe 2

Stand: 09.03.2021 15:54 Uhr

Auch 70- bis 79-Jährige in Schleswig-Holstein dürfen sich am Dienstag, 9. März, online für einen Termin zur Impfung gegen das Coronavirus anmelden.

Schleswig-Holstein setzt, wie bereits angekündigt, eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) um. Die Stiko hatte den Impfstoff von AstraZeneca zunächst nur für Menschen unter 65 Jahren empfohlen. In der vergangenen Woche gab die Kommission dann bekannt, den Impfstoff unter Berufung auf neue Studiendaten auch für über 65-Jährige zu empfehlen. Die Impfstoffe von Biontech und Moderna bleiben für Menschen reserviert, die mindestens 80 Jahre alt sind.

Zahl der Berechtigten steigt

Unter anderen können sich auch Beschäftigte in Kitas und Grundschulen sowie chronisch kranke Menschen für Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca anmelden. Sie gehören ebenfalls zur Prioritätsgruppe 2. Für diese Gruppe hatte das Gesundheitsministerium bereits angekündigt, die Online-Impf-Terminvergabe ab Dienstag, 9. März, 17 Uhr, zu öffnen. Die Zahl der Berechtigten, die unter www.impfen-sh.de versuchen werden, einen Termin zu bekommen, wird mit der Berücksichtigung der 70- bis 79-Jährigen nun noch mal größer.

Wer zwischen 70 und 79 Jahre alt ist und kein Internet hat, hat die Möglichkeit, die kostenfreie Telefonnummer (0800) 45 56 550 zu wählen, um sich für einen Impftermin anzumelden. Unter dieser Nummer müsse aber mit Wartezeit gerechnet werden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Auch dass mehrere Versuche notwendig seien, sei möglich.

200.000 Termine zu vergeben

Das Ministerium teilt mit, dass für viele Menschen weiterhin Geduld notwendig sei. Insgesamt 860.000 Berechtigten der Prioritätsgruppe 2 stünden im März und April etwa 200.000 Termine für eine Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca gegenüber. Von diesen 200.000 Terminen sind laut Ministerium zudem schon "einige" von Menschen gebucht, die zur Prioritätsgruppe 1 gehören. "Sofern das Land mehr Impfstoff bekommen wird, wird auch die Anzahl der Erstimpfungstermine weiter erhöht", heißt es in einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums.

Da zu jedem Termin einer Erstimpfung auch ein Termin für eine Zweitimpfung gehört, teilte das Ministerium mit, dass der Termin der Zweitimpfung nicht verschoben werden kann. Berechtigte sollten daher nur einen Ersttermin buchen, wenn sie den entsprechenden Zweittermin ebenfalls wahrnehmen können.

Online-Termine auch für über 80-Jährige

Menschen, die 80 Jahre oder älter sind und damit zur Prioritätsgruppe 1 gehören, können sich ab heute um 17 Uhr ebenfalls wieder online für einen Termin anmelden - als zusätzliches Angebot neben der ohnehin für sie reservierten Telefon-Hotline. Die Möglichkeit, sich nach dem Erhalt eines persönlichen Anschreibens mit persönlichem Pin telefonisch anzumelden, bleibt weiterhin bestehen. Die entsprechenden Briefe würden weiterhin gestaffelt versendet, teilte das Ministerium mit. Für die alternative Online-Anmeldung wird der Brief nicht benötigt.

Über 80-Jährigen werden Nachmittags-Termine empfohlen

Die über 80-Jährigen haben als bislang einzige Gruppe die Wahl zwischen den Impfstoffen von Biontech, Moderna und AstraZeneca. Die AstraZeneca-Termine lägen in den Impfzentren derzeit vormittags bis 12 Uhr, heißt es seitens des Gesundheitsministeriums. Es empfiehlt über 80-Jährigen aufgrund der durch die Erweiterung auf Prioritätsgruppe 2 zu erwartenden hohen Auslastung am Vormittag, die für sie reservierten Termine am Nachmittag zu buchen. Zu diesen Terminen stehen dann die Impfstoffe von Biontech und Moderna zur Verfügung. Ein Anspruch auf eine Auswahl zwischen diesen beiden Impfstoffen bestehe nicht, teilte das Ministerium mit.

Diese Personen gehören zur Prioritätsgruppe 2:

Personen, die 70 bis 79 Jahre alt sind

Personen mit Vorerkrankungen mit hohem Risiko

  • mit Trisomie 21
  • nach einer Organtransplantation
  • mit einer Demenz, einer geistigen Behinderung oder mit schwerer psychiatrischer Erkrankung
  • mit hämatologischer oder behandlungsbedürftiger Krebserkrankung
  • mit schweren Lungenerkrankungen (zum Beispiel COPD, Mukoviszidose)
  • mit Diabetes (mit HbA1c ≥ 58 mmol/mol oder ≥ 7,5%)
  • mit chronischer Leber- oder Nierenerkrankung
  • mit einem Body-Mass-Index über 40
  • mit einem ärztlich attestierten erhöhten Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf

Einen Impftermin buchen dürfen ab heute außerdem:

Bis zu zwei enge Kontaktpersonen

  • von Pflegebedürftigen, die 70 Jahre oder älter sind und nicht in einer Einrichtung leben
  • von Plegebedürftigen mit den oben genannten Vorerkrankungen, die nicht in einer Einrichtung leben
  • von einer schwangeren Person

Personal
  • in stationären Einrichtungen und in ambulanten Pflegediensten, das geistig behinderte Menschen behandelt, betreut oder pflegt
  • in medizinischen Einrichtungen, insbesondere Ärztinnen und Ärzte und sonstiges Personal mit regelmäßigem unmittelbarem Patientenkontakt
  • der Blut- und Plasmaspendedienste und in Corona-Testzentren. Impfberechtigt sind
  • Polizei- und Ordnungskräfte, die - etwa bei Demonstrationen - einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind
  • Soldatinnen und Soldaten, die bei Einsätzen im Ausland einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind
  • Personen, die im öffentlichen Gesundheitsdienst tätig sind
  • Personen in Positionen, die für die Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur relevant sind
  • Beschäftigte in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege, sowie in Grund-, Sonder- oder Förderschulen
  • Personen, die in Obdachlosen-, Asylbewerber-, Flüchtlings- oder Spätaussiedler-Unterkünften leben oder tätig sind
  • Personen, die mit anerkannten Angeboten zur Unterstützung im Alltag im Sinne des § 45a SGB XI regelmäßig bei älteren oder pflegebedürftigen Menschen tätig sind

So kann die Berechtigung nachgewiesen werden

Es gibt vier Wege, die jeweilige Impfberechtigung nachzuweisen:

Das Gesundheitsministerium weist darauf hin, dass Menschen, die aktuell noch nicht zu den Impfberechtigten gehören, an den Impfzentren abgewiesen werden. Wer sich online fälschlicherweise angemeldet habe, könne seinen Termin auch online wieder stornieren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 08.03.2021 | 17:00 Uhr

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