Nach Stopp in Dänemark: Garg vertraut AstraZeneca-Impfstoff

Stand: 12.03.2021 11:05 Uhr

In Dänemark ist ein Mensch an einem Blutgerinnsel gestorben, der zuvor mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpft wurde. In Schleswig-Holstein wird das Vakzin weiter eingesetzt. Gesundheitsminister Garg hat großes Vertrauen in den Impfstoff.

Nachdem Dänemark alle Corona-Impfungen mit dem AstraZeneca-Vakzin ausgesetzt hat, hält Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) an dem Präparat des britisch-schwedischen Unternehmens fest. Der Impfstoff habe eine Zulassung der europäischen Arzneimittelagentur EMA, sei die entsprechenden Prüfungen durchlaufen und werde weltweit millionenfach eingesetzt. "Insofern habe ich nach wie vor großes Vertrauen in diesen Impfstoff", sagte Garg NDR Schleswig-Holstein.

Keine Erkenntnisse über Zusammenhang

In Dänemark waren bei mehreren Personen nach einer Impfung mit dem AstraZeneca-Vakzin Blutgerinnsel aufgetreten, ein Mensch war an einem Gerinnsel gestorben. Dazu sagte Garg: "Es gibt derzeit keinerlei Erkenntnisse, dass das in unmittelbaren Zusammenhang mit der Impfung gestanden hat." Nach Worten des FDP-Politikers rät aktuell keine deutsche Behörde, das Verimpfen des Vakzins auszusetzen. Das habe ihm auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rückversichert. Aus Sicht des Paul-Ehrlich-Instituts überwiegt der Nutzen der Impfung die bekannten Risiken. Laut EMA kommt es bei geimpften Menschen nicht häufiger zu solchen Vorfällen als bei der Allgemeinbevölkerung. Dänemark will das aber genau prüfen und hat die Verabreichung des AstraZeneca-Vakzins für zwei Wochen unterbrochen.

Blutgerinnsel nicht außergewöhnlich

Für Professor Helmut Fickenscher, Leiter des Instituts für Infektionsmedizin an der Universität Kiel, ist es wichtig, dass jeder Einzelfall konsequent untersucht wird. Es sei nicht ungewöhnlich, dass Menschen an einem Blutgerinnsel, zum Beispiel an einer Lungenembolie, sterben würden. "Das ist etwas, was man klinisch regelmäßig beobachtet. Insofern ist dann ein einzelner Fall nach einer Impfung nicht direkt beunruhigend", sagte Fickenscher. Anders wäre es, wenn es wiederholt auftreten würde.

Garg hält sich an Empfehlungen der Impfkommission

Sollte sich ein Zusammenhang zwischen dem AstraZeneca-Impfstoff und vermehrt auftretenden Blutgerinnseln bestätigen oder es andere Empfehlungen der Ständigen Impfkommission geben, würde Schleswig-Holstein diese laut Gesundheitsminister Garg sofort umsetzen. "Gerade in dieser Situation müssen sich Menschen drauf verlassen können, dass zeitnah und fachlich basiert entschieden wird, zum Wohle der Menschen". Die dänische Gesundheitsbehörde betonte, sie habe den Impfstoff nicht abgelehnt, sondern auf Eis gelegt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 11.03.2021 | 19:30 Uhr

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