Ein Mann zieht eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca auf. © picture alliance / SvenSimon Foto: Frank Hoermann/SVEN SIMON

Nach Aus der Impfzentren: Mobile Impfstellen sollen unterstützen

Stand: 24.09.2021 11:38 Uhr

Seit Januar 2021 waren die 28 Impfzentren des Landes wichtige Säulen der Impfkampagne. Am Sonntag schließen sie. Laut Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) wird es danach keine Impfengpässe geben.

Am 4. Januar 2021 wurde die erste Dosis in einem schleswig-holsteinischen Impfzentrum gespritzt, seitdem wiederholte sich dieser Vorgang rund 1,8 Millionen Mal. Am Sonntag (26.9.) schließen die Impfzentren nun ihre Türen. Gesundheitsminister Garg und Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) haben am Freitag das Zentrum am Schwedenkai in der Landeshauptstadt besucht und sich stellvertretend für alle Mitarbeitenden bedankt. "Alle Beteiligten haben in einem beispiellosen Kraftakt effizient, unkompliziert und bürgernah den Betrieb der Impfzentren sichergestellt", sagte Garg.

Ärzte und Krankenhäuser nun gefragt

In Zukunft sollen niedergelassene Vertrags- und Privatärzte, Betriebsärzte sowie Krankenhäuser die Schutzimpfungen verabreichen. Sollte zusätzlicher Bedarf bestehen, sollen sie von temporären mobilen Impfstellen unterstützt werden. Bereits im Oktober werden diese zum ersten Mal an verschieden Orten im Land zum Einsatz kommen. In Kürze soll es dazu Informationen auf impfen.sh geben.

KVSH stellt Impfschutz der Bevölkerung sicher

Die Organisation dieser Impfstellen und - falls vonnöten - weiterer Strukturen, um den Impfschutz der Bevölkerung sicherzustellen, liegt in den Händen der Kassenärzlichen Vereinigung (KVSH), die vom Gesundheitsministerium unterstützt wird.

Garg: Schließung zum Herbstbeginn richtig

Garg verteidigte den Zeitpunkt der Impfzentren-Schließung zum Herbstbeginn. Das Land sei durch die Ärzte und die mobilen Impfstellen gut aufgestellt. Außerdem gebe es inzwischen genug Impfstoff auf dem Markt, damit sei die Aufgabe der Zentren, das ehemals knappe Gut an die Berechtigten zu verteilen, weggefallen, so Garg. Zusätzlich habe man in Schleswig-Holstein bereits eine hohe Impfquote.

VIDEO: Garg über Arbeit der Impfzentren: "Ich bin unendlich dankbar" (3 Min)

Impfzentren haben rund 66 Millionen Euro gekostet

Im Bundesvergleich belegt Schleswig-Holstein mit fast 70 Prozent vollständiger Geimpfter derzeit Platz drei. Die Gesamtkosten der Impfzentren belaufen sich auf rund 66 Millionen Euro - die Hälfte zahlt das Land, die andere der Bund. "Es ist eine riesige Logistische Aufgabe gewesen - ich bin dankbar, dass es mit dieser einmaligen Leistung gelungen ist, dass Schleswig-Holstein ganz vorne ist", sagte Gesundheitsminister Garg. Er rechnet damit, dass eine Impfung 32 Euro gekostet hat. Verlässlich könne das aber erst Mitte Oktober gesagt werden.

Beteiligt waren über die gesamte Laufzeit der Impfzentren unter anderem 564 Bundeswehrsoldaten sowie 270 Helfer der Johanniter, 848 des Deutschen Roten Kreuzes und 1.684 Ärztinnen und Ärzte. Sie alle leisteten nach Ministeriumsangaben insgesamt 417.155 Arbeitsstunden.

Impfungen gegen das Coronavirus

Seit dem 27. Dezember 2020 werden Menschen in Schleswig-Holstein gegen das Coronavirus geimpft. Die Impfquote zeigt an, wie viel Prozent der Norddeutschen bereits die erste Impfdosis erhalten haben.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 24.09.2021 | 11:00 Uhr

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