Modellprojekt: Drei Diskotheken in SH dürfen wieder öffnen

Stand: 21.06.2021 14:58 Uhr

Die Landesregierung will mit Modellprojekten den Betreibern von Diskotheken eine Perspektiven bieten - und gleichzeitig jungen Menschen unbeschwertes Feiern ermöglichen. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet.

Diskotheken leiden extrem unter der Corona-Krise - und eine Öffnungsperspektive haben sie bisher nicht. Aus Sicht von Virologen ist das Feiern in Innenräumen mit die risikoreichste Aktivität. Doch nach über einjähriger Schließung dürfen erste Diskotheken im Land als befristete Modellprojekte unter strengen Auflagen öffnen. "Wir wollen noch im Juli in Schleswig-Holstein Chancen bieten, dass junge Menschen wieder feiern können - und zwar ohne Abstand und ohne Maske", sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) am Montag. "Es geht darum, einer Branche, die als erstes dicht machen musste und als letztes öffnen darf, wieder eine Perspektive zu geben."

Strenge Regeln für Betreiber und Betriebe

Im Rahmen eines Modellprojekts sollen insgesamt drei Diskotheken öffnen dürfen - und zwar eine mit der Kapazität von 200, eine mit der Kapazität von 500 und eine mit der Kapazität von 2.000 Gästen. Noch bis zum 2. Juli können sich die Diskotheken und Clubs um die Teilnahme an dem Modellprojekt bewerben. Die Regeln, die dann gelten, sind streng: Über einen Zeitraum von vier Wochen dürfen sie drei Veranstaltungen abhalten. Dabei müssten die Betriebe unter anderem dafür sorgen, dass der "Luftaustausch engmaschig getrackt ist. Zudem müssen sie ein enges Test- und Kontrollregime führen", sagte Buchholz.

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Bernd Buchholz (FDP) spricht auf einer Pressekonferenz.
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Buchholz zu Disko-Öffnung: Wollen legales Feiern ermöglichen

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz lässt drei Diskotheken in Schleswig-Holstein als befristete Modellprojekte unter strengen Auflagen wieder öffnen. 1 Min

Nur Getestete, Geimpfte und Genesene dürfen tanzen

Die Gäste müssen sich vorher anmelden und der Weitergabe ihrer persönlichen Daten zustimmen. Diese werden an die jeweiligen Gesundheitsämter und zur wissenschaftlichen Auswertung weitergeleitet. "Betreten dürfen die Diskotheken natürlich nur Genesene, Geimpfte und Getestete", sagte Buchholz. Die Testergebnisse dürfen nicht älter sechs Stunden sein. Gäste müssen sich außerdem dazu verpflichten, sich nach ihrem Tanzbesuch testen zu lassen - und zwar am zweiten, vierten, sechsten und zehnten Tag danach.

"Die Betreiber der Lokale müssen außerdem sicherstellen, dass Nachtest-Verweigerer für Folgeveranstaltungen keinen Zutritt mehr erhalten", teilte Buchholz mit. Eine Nachtest-Pflicht gelte nicht für Geimpfte und Genesene - es sei denn, sie weisen Symptome auf. Dieselben Regeln gelten für das Personal der Betriebe. Losgehen soll es frühestens am 20. Juli. Die Kosten der Auswertung trägt wie schon bei den Tourismus-Modellprojekten das Land.

Betreiber begrüßen Entscheidung

Die Diskothekenbetreiber im Land sehen die Ankündigung aus dem Wirtschaftsministerium als "Schritt in die richtige Richtung". Knut Walsleben vom Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe (BDT) sagte NDR Schleswig-Holstein, dass sich viele Betreiber über die positiven Signale freuten. Auch die hohen Auflagen des Modellprojekts unterstütze man. "Wir befinden uns in einer besonderen Lage und das bedeutet auch, dass man besonders handeln muss." Er rechne allerdings nicht damit, dass das Projekt rentabel für die Diskotheken sei.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.06.2021 | 13:00 Uhr

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