Kritik und Zustimmung für Corona-Kurs der Landesregierung

Stand: 11.11.2021 18:17 Uhr

Schleswig-Holstein erwägt eine Verschärfung der Corona-Regeln und will sich für eine Impfpflicht in Gesundheitsberufen einsetzen. Mediziner sind zufrieden - der Opposition gehen die Pläne nicht weit genug.

Ärzteverbände und Krankenhäuser sind mit dem angekündigten Corona-Kurs der Landesregierung zufrieden. Nach Angaben von Patrick Reimund, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft, halten viele Krankenhäuser eine bundeseinheitlich geregelte Impfpflicht für Mitarbeitende in sensiblen Bereichen für sinnvoll. Ihm zufolge wird der dringende Appell des Landes, sich impfen zu lassen, uneingeschränkt unterstützt. Die Ärztekammer hatte so eine Impfpflicht bereits vorab gefordert, auch dort begrüße man die Pläne des Landes, sagt Kammerpräsident Henrik Herrmann. Das gilt auch für die Überlegung, 2G bei größeren Veranstaltungen im Innenbereich einzuführen. Das ist laut Herrmann eine absolut notwendige Vorsichtsmaßnahme, wenn die Inzidenzwerte weiter steigen. Der Marburger Bund pocht darauf, die Zugangsregeln auch konsequent zu kontrollieren.

"3G oder 2G ist nicht entscheidend"

Auch die Veranstaltungsbranche und die Gastronomie haben erleichtert auf die vorgestellten Corona-Pläne der Landesregierung reagiert. "3G oder 2G - alles ist machbar und wäre kein weiterer Aufwand", heißt es vom Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). Dort glaubt man nicht, dass durch 2G die Einnahmen drastisch sinken.

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte am Donnerstag auch grünes Licht für Weihnachtsmärkte gegeben, die draußen stattfinden. Bei Märkten in Innenräumen könnte es sein, dass Ende November auf 2G umgeschwenkt wird. Das sei aber überhaupt kein Problem, sagt zum Beispiel Thomas Schütte, Betreiber des Kieler Weihnachtsdorfes. Er habe sich sowieso schon auf 3G eingestellt. Nun werde man es so machen, dass in überdachte Räumen wie die Almhütte nur noch Menschen kommen, die geimpft oder genesen sind. Ähnlich sieht es auch das Gut Stockseehof im Kreis Segeberg: 3G oder 2G sei nicht entscheidend.

SPD und SSW fordern schnelleres Handeln

Kritik kommt allerdings von der Opposition im Schleswig-Holsteinischen Landtag. Vor dem Hintergrund steigender Infektionen warf sie der Jamaika-Koalition vor, zu zögerlich zu handeln. "Allen ist doch klar, dass die Infektionszahlen steigen werden", meint SPD-Partei- und Fraktionschefin Serpil Midyatli. Deshalb wäre es aus ihrer Sicht konsequent, gleich auf 2G zu setzen. Ähnlich sieht es auch der SSW. Der Fraktionsvorsitzende Lars Harms sagt, dass die Jamaika-Koalition wichtige Zeit verstreichen lasse, während die Pandemie auf einem bundesweiten Höchststand sei. Ankündigungen allein würden nicht reichen.

Weitere Informationen
Ministerpräsident Daniel Günther, Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) und Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) © NDR

Corona in SH: Landesregierung will Druck auf Ungeimpfte erhöhen

Ministerpräsident Daniel Günther hat sich am Donnerstagvormittag besorgt zur Corona-Lage in SH geäußert. mehr

Ein Virus schwebt vor einer Menschenmenge (Fotomontage) © panthermedia, fotolia Foto: Christian Müller

Coronavirus in SH: Videos, Infos, Hintergründe

Hier finden Sie Videos, Informationen und Hintergründe zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Schleswig-Holstein. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 11.11.2021 | 17:00 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

In einem Geschäft hängt ein Schild mit der Aufschrift "2G Regel". © picture alliance/dpa Foto: Christophe Gateau

Reaktionen auf Corona-Maßnahmen: SPD nennt Regeln "notwendig"

Die FDP sagt: Sie hätte gut auf die 2G-Regelung im Einzelhandel, die in Schleswig-Holstein ab Sonnabend gilt, verzichten können. mehr

Videos