Stand: 26.03.2020 07:05 Uhr  - Schleswig-Holstein Magazin

Coronavirus: Kreativer Schutz beim Zahnarzt

Ärzte, Pfleger, medizinisches Fachpersonal am Krankenhaus: Sie alle brauchen dieser Tage Schutzkleidung, um ihre Patienten richtig versorgen zu können. Zu groß ist die Gefahr, sich ohne Schutzkleidung mit dem Coronavirus anzustecken - für das Personal genauso wie für die Patienten. Doch neben Krankenhäusern und Hausarztpraxen sind auch viele weitere Ärzte nach wie vor im Einsatz in ihren Praxisbetrieben: etwa Zahnärzte, Hautärzte oder Orthopäden. Um sich und ihre Patienten zu schützen, müssen viele jetzt kreativ werden, denn Schutzkleidung ist vielerorts Mangelware.

Schutzmasken-Material aus dem Baumarkt

Sabine Runge ist Spezialistin für Kinder- und Jugendzahnheilkunde in Kiel. Ihre Praxis jetzt zu schließen, kommt für sie nicht in Frage. Was jetzt nicht behandelt wird, könne in einigen Wochen oder Monaten zu einem echten Notfall werden, sagt sie. Deswegen bastelt sie selbst: an einer Schutzmaske aus Baumarkt-Materialien. "Ich hab' hier einen YouTube-Film gesehen, wie man sich ganz schnell etwas selbst basteln kann", sagt sie und erklärt, wie sie aus Gummi, Schaumstoff, Plastik und anderen Materialien eine Maske zusammengetackert hat.

Kollege behandelt mit technischer Assistenz

Auch Klaus Köppe ist Zahnarzt in Kiel. Er versucht, seine Mitarbeiter möglichst aus dem Behandlungszimmer zu lassen und ohne Assistenz zu arbeiten. Dafür hat er in ein Absaug-System investiert, das ohne menschlichen Assistenten auskommt. "Ich sehe zu, dass ich mein Personal aus der Gefahrenzone halte", erklärt er. Er und seine zahnärztlichen Kollegen stehen quasi mitten im "Viren-Vulkan", wenn sie ihre Patienten im Mundraum behandeln.

Rückendeckung durch die eigene Ärztekammer warten viele Zahnärzte nicht ab. Sie werden selbst kreativ, vernetzen sich untereinander und versuchen eigenständig, an Schutzmaterial zu kommen.

Physiotherapeuten: Mindestabstand unmöglich

Neben Facharztpraxen müssen aber auch andere medizinische Bereiche umplanen. Physiotherapeuten beispielsweise können bei ihrer Arbeit den vorgegebenen Mindestabstand von 1,5 Metern unmöglich einhalten. Aber auch sie sind weiterhin für ihre Patienten da. Selbst wenn sich der Terminkalender inzwischen schon deutlich geleert habe, wie Anja Kapschak, Physiotherapeutin aus Büdelsdorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) erzählt. Viele Patienten sagen Termine eigenständig ab - zu groß ist die Angst vor einer Ansteckung.

Eine Mitarbeiterin von Kapschak hat angeboten, selbst Schutzkleidung zu nähen - ein Versuch, dem Coronavirus die Stirn zu bieten und den Praxisalltag aufrecht zu erhalten.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 25.03.2020 | 19:30 Uhr

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