Eine Außenfassade mit der Aufschrift WKK Westküstenkliniken. © Westküstennews Foto: Karsten Schröder

Coronavirus: Nur wenige Krankenhäuser lockern Besuchsverbote

Stand: 11.05.2021 17:55 Uhr

Mit den sinkenden Infektionszahlen haben einige Krankenhäuser im Land Lockerungen bei den Besuchsregeln angekündigt. Am UKSH bleibt es vorerst aber bei den strengen Einschränkungen.

Im Krankenhaus zu liegen - womöglich sogar für eine längere Zeit - und keinen Besuch bekommen: Seitdem der Lockdown das öffentliche Leben gebremst hat, ist das für viele Patienten aber Realität. Wegen hoher Infektionszahlen mit teilweise nicht nachzuvollziehenden Ansteckungen bei haben die Krankenhäuser im Land Besuche verboten. Jetzt entspannt sich das Infektionsgeschehen - und damit langsam auch die Beschränkungen.

Lockerungen angekündigt

Jede Einrichtung hat ein eigenes Hygienekonzept erarbeitet, das grundsätzliche Regeln wie Maskenpflicht und Kontaktverfolgung voraussetzt. Die Imland-Klinken Rendsburg und Eckernförde erlauben Besuche, aber nur mit negativem Test und nur für eine Stunde am Tag.

Auch das Friedrich-Ebert-Krankenhaus in Neumünster will solche Regeln einführen und damit das Besuchsverbot lockern, allerdings erst wenn der Inzidenzwert in der Stadt konstant unter 100 bleibt - seit Montag (10.5.) zieht in der Stadt vorerst die Bundes-Notbremse mit verschärften Regeln. Der Kliniksprecherin zufolge, könnte die neue Regelung möglicherweise noch in dieser Woche in Kraft treten.

Das Malteser Krankenhaus St. Franziskus-Hospital in Flensburg hingegen bleibt bei den Einschränkungen: So gibt es nur wenige Ausnahmen und die Besucher dürfen nur mit Registrierung und negativem Testergebnis vom gleichen Tag kommen.

UKSH und WKK weiter mit striktem Besuchsverbot

An den Unikliniken (UKSH) in Kiel und Lübeck gilt ebenfalls weiterhin strenges Besuchsverbot. Davon ausgenommen sind nur Angehörige von Menschen, die im Sterben liegen, werdende Väter und Eltern von kranken Kindern. Das gilt auch am städtischen Krankenhaus Kiel - dort ist Besuch aber auch erlaubt, wenn ein Angehöriger seit mindestens zwei Wochen dort liegt.

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Das Westküstenklinikum (WKK) in Heide bleibt auch bei den strengen Regeln: Es gilt ein generelles Besuchsverbot mit wenigen Ausnahmen wie bei Geburten, bei der Begleitung Sterbender oder auf der Kinderstation. Die Besucher müssen dann einen negativen Schnelltest vorlegen, der nicht älter als 24 Stunden ist und in einem medizinischen Umfeld durchgeführt wurden - Selbsttest gelten nicht. Am Westküstenklinikum gibt es aber ein eigenes Testzentrum.

Im St. Adolf-Stiftes in Reinbek (Kreis Stormarn) gilt erst mal weiterhin ein Besuchsstopp. Die Verläufe von Covid-19 sind bei bereits vorerkrankten oder durch eine Operation geschwächten Patienten besonders schwer. "Vor dieser Gefahr müssen wir unser Krankenhaus so effizient wie möglich schützen, indem wir die Anzahl der Kontakte minimieren", schreibt die Klinik auf ihrer Webseite.

Patienten haben Redebedarf

Weniger Besuch bedeutet derzeit mehr Arbeit für die Krankenhausseelsorge. Es gebe mehr Gesprächsbedarf, sagte Pfarrer Gereon Lemke. Er habe aber auch beobachtet, dass sich das Klinikpersonal mehr Zeit nimmt für Gespräche mit Kranken. Die Krankenhausseelsorger hatten laut Lemke aber auch schon Fälle, in denen sie direkt bei der Klinikleitung darum gebeten haben, dass einzelne Patienten Besuch bekommen dürfen - losgelöst von allen Regeln, weil es ihnen psychisch so schlecht ging.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 11.05.2021 | 15:00 Uhr

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