Eine Mund-Nasen-Maske hängt an einem Tisch im Klassenzimmer. © picture alliance/Eibner-Pressefoto/Weber/Eibner-Pressefoto Foto: Weber/Eibner-Pressefoto

Corona in SH: Land führt Testpflicht an Schulen ein

Stand: 01.04.2021 14:53 Uhr

Bisher waren Corona-Tests an Schleswig-Holsteins Schulen freiwillig - nach den Osterferien ändert sich das. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) kündigte am Mittwochnachmittag an, dass künftig alle, die in Schulen in Präsenz vor Ort sind, verpflichtet getestet werden.

Nach den Osterferien werden nach Angaben von Bildungsministerin Karin Prien an den Schulen zwei Selbsttests pro Woche angeboten. In Schleswig-Holstein müssen sich nach Ostern alle Lehrer, Schüler und Schulpersonal für den Präsenzunterricht regelmäßig verpflichtend Corona-Tests unterziehen. Die Schulen seien bereits informiert. Klar ist: "Ohne negativen Test kein Präsenzunterricht", so Prien.

Wer nicht an den Tests vor Ort teilnehmen könne, könne auch eine ärztliche Testbescheinigung oder eine Bescheinigung aus einem Bürgertestzentrum oder einer Apotheke vorlegen, erklärte Prien. Geplant seien die Tests bis zu den Sommerferien. Die Landesregierung setzt mit der Testpflicht einen Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz um, die darin einen wichtigen Baustein im Kampf gegen die Corona-Pandemie sieht.

Gewerkschaft kritisiert, Schüler hadern mit Testpflicht

Der Landeselternbeirat der Grundschulen und Förderzentren Volker Nötzold hält die Testpflicht für hoch problematisch. Anders als die Bildungsministerin habe er rechtliche Bedenken, wenn Kinder, die keinen Test machen wollen, vom Unterricht ausgeschlossen werden. Aus Nötzolds Sicht wäre es künftig sinnvoller, dass Schüler von ihren Eltern zu Hause getestet werden.

Kritik kommt auch von der Lehrergewerkschaft GEW. Eine Testpflicht könne zwar ein wichtiger Beitrag zu mehr Sicherheit sein - die Umsetzung aber voll und ganz den Schulen aufzuladen, sei ein Unding, kritisierte die Landesvorsitzende Astrid Henke. Die Landesschülervertretung (LSV) blickt zwiegespalten auf die Testpflicht. Einerseits gebe sie eine höhere Sicherheit, findet Ben Fricke von der LSV. Andererseits seien viele Schülerinnen und Schüler noch nicht wirklich vorbereitet, hätten zum Teil Angst vor den Tests.

Florian Becker, Verfassungsrechtler an der Uni Kiel, betonte, er glaube nicht, dass Eltern eine Chance auf eine erfolgreiche Klage hätten. Und zwar, weil es sich nicht um einen relevanten Grundrechtseingriff handele. Die Tests seien nicht gesundheitsgefährdend.

Bisher 127.000 freiwillige Tests

An den allgemeinbildenden Schulen im Land waren laut Ministerin Prien in der vergangenen Woche rund 150.000 Schülerinnen und Schüler im Präsenzunterricht und 100.000 im Wechselunterricht gewesen. Seit dem 22. März konnten sie sich freiwillig auf das Corona-Virus testen lassen. Insgesamt seien 127.362 Tests genutzt worden. In 78 Fällen habe es ein positives Ergebnis gegeben - das seien 0,06 Prozent der Tests gewesen. Lehrkräfte und Schulbeschäftigte konnten sich in Apotheken, bei Hausärzten oder den Testzentren des Roten Kreuzes testen lassen.

Ferien bitte Zuhause verbringen

Für die jetzt beginnenden Osterferien appellierte die Ministerin, nicht zu verreisen. Die Ostertage sollten mit möglichst wenig Kontakten zu Anderen, insbesondere in geschlossenen Räumen, verbracht werden. Die CDU-Politikerin sieht in den zweieinhalbwöchigen Ferien eine Chance, das Infektionsgeschehen im Land zu verringern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 01.04.2021 | 14:00 Uhr

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