Corona: SH will private Kontakte nicht noch weiter beschränken

Stand: 24.11.2020 12:12 Uhr

Die Landesregierung in Kiel plant in der Corona-Krise einen Sonderweg. Sie will die Kontakte der Schleswig-Holsteiner nicht weiter als bisher beschränken.

Die Länder-Chefs haben sich im Vorwege der am Mittwoch stattfindenden Videoschalte der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf ihren Kurs bei der Pandemie-Bekämpfung verständigt. Der sieht vor, dass der sogenannte Lockdown light fortgesetzt und teilweise auch verschärft wird. So sollen bei privaten Treffen mit Freunden, Verwandten und Bekannten künftig maximal fünf Personen aus zwei Haushalten zusammenkommen. Aktuell liegt die Grenze bei zehn Personen - und das im öffentlichen Raum aus nur zwei Haushalten. Dabei soll es in Schleswig-Holstein auch bleiben. "SH hält vor dem Hintergrund des landesweiten Infektionsgeschehens an den geltenden Kontaktbeschränkungen fest", ist in dem Dokument festgehalten, das NDR Schleswig-Holstein vorliegt.

Länder dürfen abweichen - bei niedriger Inzidenz

Die Ministerpräsidenten der Länder haben sich auf eine Verlängerung des seit Anfang November geltenden Teil-Lockdowns bis zum 20. Dezember geeinigt. Bei einer Inzidenz von "deutlich" unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und wenn weitere Bedingungen erfüllt sind, sollen Länder die Möglichkeit bekommen, hiervon abzuweichen. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) wies Schleswig-Holstein am Dienstag bei der Sieben-Tage-Inzidenz von Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner mit gut 47 den niedrigsten Wert aller Bundesländer auf.

Günther kritisiert mögliche Weihnachtsregelung

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) zeigte sich damit zufrieden, dass es die Möglichkeit gebe, regional angepasste Maßnahmen zu treffen: "Die Regelung ist deutlich unter 50. Da sind wir im Moment noch nicht. Deswegen können wir derzeit nur solche Maßnahmen lockern, so dass wir nicht Gefahr laufen, dass wir ein hin und her haben." Deswegen werde man hart daran arbeiten, dass die Zahlen in SH weiter runtergehen, um dann verantwortbare "Lockerungsschritte" machen zu können. In Hinblick auf Weihnachten kritisierte Günther allerdings die Vorhaben der anderen Länder. Er wolle auch zu Weihnachten kleine Feiern: "Aber diese Regelung, zehn Personen, zehn Hausstände und dann unbegrenzt viele Kinder bis 14 Jahren, das ist das falsche Signal an unsere Bevölkerung", so Günther gegenüber NDR Schleswig-Holstein.

NDR Schleswig-Holstein zeigt am Mittwoch, nach dem Bund-Länder-Treffen, die Pressekonferenz von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) im Livestream auf NDR.de/sh.

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