Auf einem Tablet wird die Wartezeit von 18 Sekunden bis zur Terminbuchung angezeigt. © Fotolia Foto: Preto Perola

Vereinbarte Corona-Impftermine werden oft nicht abgesagt

Stand: 24.06.2021 16:29 Uhr

In Schleswig-Holstein gibt es keine Impfpriorisierung mehr. In den Impfzentren werden jedoch immer häufiger Termine nicht gebucht oder nicht wahrgenommen.

Etwa 12.000 Termine für Corona-Schutzimpfungen gibt es jeden Tag in den 28 Impfzentren des Landes. Laut Gesundheitsministerium verfallen täglich etwa 400 Termine, die nicht abgesagt wurden. Viele Menschen lassen sich offenbar spontan beim Haus- oder Betriebsarzt impfen, obwohl sie einen Termin in einem Impfzentrum haben, heißt es aus dem Ministerium. Möglicherweise lassen auch einige Menschen im Land ihren Termin für die ebenso wichtige Zweitimpfung verfallen, weil sie zum Beispiel in den Urlaub fahren.

Gesundheitsminister mit Appell

Gesundheitsminister Heiner Garg warnt deshalb auch angesichts der aktuellen Varianten des Corona-Virus. Der vollständige Impfschutz sei in jedem Fall wichtig und - abgesehen vom Johnson und Johnson-Impfstoff - erst nach der zweiten Impfung gegeben, sagt Garg. Er sieht für die Impfkampagne in Schleswig-Holstein aber kein grundlegendes Problem. Der FDP-Politiker appelliert jedoch an die Menschen im Land, die Termine abzusagen. "Es ist völlig okay, wenn man bei seinem Hausarzt oder Betriebsarzt schneller geimpft wird. Dafür habe ich volles Verständnis. Wenn das so ist, freue ich mich für jeden", meint Garg. "Aber dann ist es eine Geste der Fairness, wenn man den Imftermin, den man im Impfzentrum bekomme hat, storniert. Denn jeder abgesagte Termin eröffnet für die Mitbürgerin oder den Mitbürger, der vielleicht noch auf einen schnelleren Impftermin wartet, genau diese Möglichkeit wahrzunehmen."

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Absagen per E-Mail oder Hotline

Storniert werden können die Termine in den Imfzentren laut Ministerium über den Link in der Einladungs-E-Mail oder per Telefon. Wer nur seinen Zweittermin absagen möchte, muss das per E-Mail (impftermine@sozmi.landsh.de) oder telefonisch unter der Hotline (0800) 455 655 0 machen.

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte am Mittwoch appelliert, sich um einen Impftermin zu bemühen: "Mehr als die Hälfte (55,4 Prozent) der Menschen in Schleswig-Holstein ist einmal geimpft, 33,1 Prozent sind vollständig geimpft."

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 24.06.2021 | 17:00 Uhr

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