Schüler sitzen mit Mund-Nasen-Bedeckungen im Unterricht. © picture alliance Foto: Daniel Bockwoldt

Corona: Drei Szenarien, wie es an den Schulen weitergehen könnte

Stand: 17.12.2020 18:17 Uhr

Wie geht es mit den Schulen nach den Weihnachtsferien weiter? Diese Frage haben Eltern, Lehrer und Schüler. Bildungsministerin Prien stellte jetzt klar: Eine mögliche Öffnung hängt vom Infektionsgeschehen ab.

Es sind drei mögliche Szenarien, die Ministerin Karin Prien (CDU) nach dem Ende der Weihnachtsferien beschreibt. Sollte das Infektionsgeschehen eine Rückkehr zum Präsenzunterricht ab dem 11. Januar noch nicht zulassen, dann müssten die Schulen den Distanzunterricht fortsetzen, solange dies die Lage erfordere. Notbetreuungsangebote müssten dann sichergestellt bleiben. Ausnahmen könne es für Abschlussklassen geben. Sollte sich dagegen das Infektionsgeschehen durch den Lockdown positiv entwickelt haben, könnte der Präsenzbetrieb für alle Jahrgänge wieder aufgenommen werden, so Prien. Sollte der Lockdown nur teilweise erfolgreich gewesen sein - auch wenn es nur Einzelregionen betrifft - müssten verschiedene Formen des Unterrichts umgesetzt werden. Eine Mischform also.

Eine Mund-Nasen-Maske hängt an einem Tisch im Klassenzimmer. © picture alliance/Eibner-Pressefoto/Weber/Eibner-Pressefoto Foto: Weber/Eibner-Pressefoto

AUDIO: Schulen länger dicht? Worauf müssen wir uns einstellen? (1 Min)

Kritik von der Lehrergewerkschaft

Der Lehrergewerkschaft GEW reicht das nicht. Ihr Sprecher Bernd Schauer sagte NDR Schleswig-Holstein, die Ministerin müsste klare Inzidenzwerte benennen, ab denen der Präsenz- beziehungsweise Distanzunterricht erfolgen sollte. Regionale Unterschiede in Land, sollten dabei beachtet werden und der Gesundheitsschutz im Vordergrund stehen.

GEW: Schulen keine Corona-freien Zonen

"Die Politik darf sich aber nicht allein vom Prinzip Hoffnung leiten lassen. Die Bildungsministerin muss endlich die Expertise des Robert-Koch-Instituts vom vergangenen Sommer ernst nehmen. Bei einem Inzidenzwert von 50 muss der Schulbetrieb auf Wechselunterricht oder Hybridmodelle umgestellt werden, bei einem Inzidenzwert von 100 auf Distanzunterricht und Notbetreuung. Mit unverbindlichen Aussagen kommen wir nicht durch die nächsten Monat", sagt die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke. Ihrer Meinung nach ist Prien der Fehleinschätzung aufgesessen, Schulen seien Corona-freie Zonen. "Dem ist nicht so, wie wir nun alle wissen." Sie fordert, dass die Ministerin bei ihren Überlegungen die Gesundheit von Schülern und Lehrern in den Vordergrund stellt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.12.2020 | 20:00 Uhr

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