Stand: 03.03.2017 13:54 Uhr

Zoff um Schleswiger Bahnhof - Stadt greift ein

2013 hatte die Bahn den Schleswiger Bahnhof versteigert - für 182.000 Euro. Doch der Käufer, ein Investor aus Freiburg im Breisgau, sorgt mit seinen Umbauplänen für Ärger in der Stadtverwaltung - es geht um Statik und Denkmalschutz. Am Donnerstagabend griff die Stadt schließlich durch - und ließ einige Räume versiegeln. Zudem soll der Eigentümer ein Zwangsgeld zahlen. Nach Ansicht der Stadt hat der Investor keine Baugenehmigung. Das sieht der Eigentümer allerdings ganz anders.

Wer ist im Recht?

Er ist überzeugt: Nicht die Baubehörde, sondern das Eisenbahnbundesamt ist zuständig. Die Stimmung zwischen der Stadt Schleswig und dem Bahnhofseigentümer ist deshalb frostig. Beide Seiten sagten im Gespräch mit NDR1 Welle Nord, man könne das Verhalten des anderen nicht verstehen. Die Stadt sagt: der Eigentümer habe keine Baugenehmigung, trotzdem seien die Arbeiten an dem Bahnhof aus dem Jahr 1914 fortgesetzt worden. Nun gebe es statische Bedenken, also habe man erst einen Baustopp verhängt. Der sei aber ignoriert worden, darum habe man nun die Räume versiegelt.

Event-Gastronomie geplant

"Anscheinend begreift der Investor momentan nur die rechtsstaatliche Regelung", teilte Bürgermeister Arthur Christiansen (parteilos) mit. Das sei bedauerlich, weil er das Konzept prinzipiell gut finde. Geplant ist ein "Kulturbahnhof" - ein Ort mit Bars, Restaurant und Kleinkunstbühne, in diesem Herbst sollte Eröffnung sein.

Eigentümer: Das ist Hausfriedensbruch

Der Eigentümer sagt: "Alles ganz anders". Da ja das Eisenbahnbundesamt zuständig sei, habe er vom Bundesamt auch eine Baugenehmigung. Die Stadt habe nur in Nutzungsfragen Mitspracherecht. Darum sei der Baustopp ungültig und die Versiegelung Hausfriedensbruch. Aber wer hat recht? Das müssen nun Juristen klären, der Eigentümer hat jetzt seinen Anwalt eingeschaltet. Bis es aber Klarheit in der Frage gibt, wer denn nun die Baugenehmigung erteilen darf, kann es noch dauern.

Weitere Informationen

Schleswiger Bahnhof versteigert

Ein Unternehmer aus Freiburg hat den unter Denkmalschutz stehenden Schleswiger Bahnhof bei einer Auktion in Berlin für 182.000 Euro ersteigert. Das Mindestgebot lag bei 129.000 Euro. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 03.03.2017 | 12:00 Uhr

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