Stand: 29.06.2019 14:15 Uhr

Windjammerparade: Weiße Segel und Schaulustige überall

Kurz vor 11 Uhr hat Martin Finnberg am Sonnabend vom russischen Segelschulschiff "Mir" aus das Startsignal gegeben - die Windjammerparade der 125. Kieler Woche wurde offiziell gestartet. Finnberg ist Ältermann der Kieler Seelotsen und somit auch Direktor der Parade. Die wurde in diesem Jahr von der "Mir" angeführt. Im Windschatten des 106 Meter langen Dreimasters folgten 82 Groß- und Traditionssegler - darunter das Kieler Traditionsschiff "Thor Heyerdahl", die "Großherzogin Elisabeth" oder die "Roald Amundsen". Hinzu kamen elf Dampfschiffe. Hunderte Boote begleiteten bei wolkenlosen Himmel, Sonnenschein und leichtem Wind der Stärke zwei bis drei das Feld. Von den Ufern der Kieler Förde verfolgten mehr als 100.000 das rund zweistündige Spektakel - Gegen 13 Uhr löste sich die Parade zwischen Laboe und Schilksee auf.

Die besten Plätze an den Ufern

Viele Besucher der Windjammerparade waren schon lange vor dem Start an den Stränden der Kieler Förde, ausgestattet mit Klappstuhl, Picknickkorb und Fernglas. Am Westufer waren besonders die Aussichtspunkte an der Kiellinie, am Leuchtturm Holtenau, am Leuchtturm Friedrichsort und am Falckensteiner Strand beliebt. Auf dem Ostufer fuhren die Schiffe in Mönkeberg, Kitzeberg und Möltenort ganz nah an den Besuchern vorbei.

Für den Paradedirektor war es eine Premiere: Der Ältermann dirigierte zum ersten Mal das Feld. "Man ist ja nicht jeden Tag auf einem Großsegler", sagte Paradedirektor Finnberg. "Das ist kein Alltagsjob." Sein Resümee zum Abschluss: "Es ist sehr gut gelaufen - auch für einen Anfänger wie mich waren die Bedingungen sehr gut."

Dreimaster "Mir" führt Windjammerpardade an

"Charme-Offensive" gegen Negativtrend

Ein Wermutstropfen gab es bei der Parade allerdings: Seit Jahren geht die Zahl der Traditionssegler zurück. Das hat laut Dachverband verschiedene Gründe: Unter anderem buchen immer weniger Unternehmen die Schiffe für Ausflugsfahrten während der Kieler Woche. Um dem Negativtrend entgegenzuwirken, hat die Stadt Kiel eine Art "Charme-Offensive" gestartet. Seit diesem Jahr müssen die Eigner von Traditionsschiffen während der Kieler Woche keine Liegegebühren zahlen. Außerdem wird jede Besatzung nach dem Einlaufen im Hafen persönlich von Stadtvertretern begrüßt.

Erste Windjammerparade 1972

Die Windjammerparade hat eine lange Tradition. Die erste gab 1972 - anlässlich der Olympischen Segelwettbewerbe. Der Begriff Windjammer bezeichnet Großsegler, die im späten 19. Jahrhundert als Frachtschiffe eingesetzt wurden. "To jam the wind" heißt übersetzt so viel wie "gegen den Wind pressen".

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Rückblick: Highlights der Windjammerparade 2018

Auch in diesem Jahr gehört die Windjammerparade zu den wichtigsten Highlights der Kieler Woche. Doch diesmal sind deutlich weniger Großsegler am Start, als in den Vorjahren. Bildergalerie

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 29.06.2019 | 13:00 Uhr

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