Stand: 12.03.2020 18:18 Uhr

Wikingeck: Ja zur Sanierung - Fragen bei Finanzierung

Die Stadt Schleswig will in den kommenden Tagen einen Sanierungsplan für das Wikingeck in Auftrag geben. Das hat Bürgermeister Stephan Dose (SPD) nach einem Runden Tisch mit Vertretern von Bund, Land, Kreis und Stadt angekündigt. Das Areal unterhalb des Wikingturms an der Schlei in Schleswig ist seit Jahrzehnten durch die Giftstoffe einer früheren Teerpappenfabrik belastet.

14 Millionen Euro für eine Sanierung nötig

Bürgermeister Stephan Dose, der Landrat des Kreises Wolfgang Buschmann (parteilos), Landesumweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) und ein Vertreter des Bundes saßen am Donnerstag erstmals an einem Tisch und waren sich einig: Die Komplettsanierung mit einem gemeinsamen Masterplan für 14 Millionen Euro sei der richtige Weg, im Gegensatz zur ebenfalls möglichen nur provisorischen Lösung, das Areal mit Spundwänden abzugrenzen. Schleswigs Bürgermeister Dose ist vorsichtig optimistisch, dass die Sanierung in Reichweite rückt: "Wichtig ist, dass alle Partner am Tisch bleiben. Keiner hat gesagt, ich bin da raus. Die Verantwortung der Stadt Schleswig ist jetzt, dass wir den Sanierungsplan beauftragen, und das ist das Signal von heute."

Finanzierung ist weiter unklar

Allerdings: Einen Sanierungsplan zu haben, heißt noch nicht, dass auch saniert wird. Bis zum Jahresende soll nur im Detail klar sein, wie genau ein Austausch des belasteten Bodens unterhalb von Parkplatz, Bootshalle und einem Wohnhaus laufen könnte und was das Ganze kosten würde. Bisher wird der Betrag auf 14 Millionen Euro geschätzt. Wie Bund, Land, Stadt und Kreis diesen Betrag aufteilen, ist weiterhin ungeklärt. Der Bund will mit seinen Behörden zunächst prüfen, ob überhaupt ein Fall von Gefahrenabwehr vorliegt. Nur dann könnte Geld fließen. Ob es dann die benötigten Millionen sind, ist unklar. Kreis und Stadt betonen immer wieder, dass sie das Projekt nicht alleine stemmen können. Selbst im besten Fall würde eine Sanierung des Wikingeck laut Landrat Buschmann nicht vor 2022 beginnen.

Eigentumsverhältnisse werden rechtlich geprüft

Bis 1952 hatte eine Teerpappenfabrik das Erdreich der Halbinsel am Wikingturm und die Schlei kontaminiert. Diese Giftstoffe sind immer noch im Boden. Das betroffene Areal umfasst rund 6.110 Quadratmeter Land- und etwa 3.400 Quadratmeter Wasserfläche. Bis zuletzt waren die Eigentumsverhältnisse am Wikingeck unklar. Ende November 2019 hatte das Umweltministerium in Kiel überraschend erklärt, dass entgegen der Grundbucheintragung nicht das Land, sondern der Bund Eigentümer der betroffenen Flächen in der Schlei sei. Auch die Stadt Schleswig hat daraufhin überprüfen lassen, inwieweit ein Teil ihrer Flächen möglicherweise ebenfalls in die Zuständigkeit des Bundes fallen. Das Ergebnis der rechtlichen Prüfung steht noch aus.

Weitere Informationen
Der Wiking-Turm in Schleswig an der Schlei © imago/imagebroke

Irritationen um Wikingeck-Sanierung in Schleswig

Der Boden der Wiking-Halbinsel ist mit giftigen Chemikalien verseucht. Stadt, Kreis und Land sind sich einig, dass das Erdreich ausgetauscht werden soll. Eine Grundbuchübertragung wirft aber Fragen auf. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein Magazin | 12.03.2020 | 19:30 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Blick auf den Lübecker Weihnachtsmarkt am Rathaus. © dpa-Bildfunk Foto: Daniel Bockwoldt

Corona: Weihnachtsmarkt in Lübeck abgesagt

Die Liste der Weihnachtsmarkt-Absagen wird immer länger. In Lübeck gilt ab Dienstag zudem eine erweiterte Maskenpflicht. mehr

Ein junger Mann und eine ältere Dame sitzen sich an einem Tisch gegenüber.

"Wohnen für Hilfe": Studentenwerk vermittelt Wohnpartner

Bezahlbarer Wohnraum für Studierende ist knapp. Das Studentenwerk bringt private Wohnraumgeber und Studierende zusammen. mehr

Am Eingang eines Geschäfts wird auf das Tragen eines Mundschutzes verwiesen. © dpa-Bildfunk Foto: Friso Gentsch

Corona-Risikogebiete: Was gilt wo in SH?

Mehrere Kreise überschreiten die Warnschwellen bei Corona-Neuinfektionen. Aber nicht überall gelten dieselben Schutzmaßnahmen. mehr

Blick von oben auf gehende Menschen. © photocase Foto: testfight

Corona: Stormarn über 50er-Inzidenz-Wert

Der Kreis hat die Corona-Auflagen noch am Montag verschärft. Segeberg und Lübeck erreichten die erste Warnstufe. mehr

Videos