Stand: 24.09.2020 17:11 Uhr

Warnstreiks legen Müllabfuhr und Kitas lahm

Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben am Donnerstag in Kiel und Schleswig Behörden, Müllabführ und Kitas getroffen. In der Landeshauptstadt waren rund 5.000 städtische Beschäftigte aufgerufen, in den Warnstreik zu treten. Nach Angaben eines Stadtsprechers waren deshalb 23 von 36 städtischen Kitas geschlossen. In mehreren Stadtteilen seien zudem Mülltonnen nicht geleert worden. Ein Wertstoffhof und ein Kundenzentrum öffneten nicht. In Schleswig waren gut 2.000 Beschäftigte aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Vor allem Stadtwerke und Helios Klinik waren betroffen. Ein Schwimmbad blieb geschlossen.

Kundgebung mit Abstand auf den Königswiesen

Eine Gruppe von streikenden Frauen steht auf einer Wiese. © NDR
In Schleswig demonstrieren ver.di-Mitglieder mit Abstand - auch in Kiel wird mit 1,5 Metern Abstand protestiert.

Coronabedingt durften sich in Schleswig nur 300 Demonstranten an der Kundgebung auf den Königswiesen beteiligen - um genügend Abstand einhalten zu können. Zu Gast war auch ver.di-Bundeschef Frank Werneke. Er forderte die Arbeitgeber auf, ein Tarifangebot vorzulegen. Gerade die unteren Lohngruppen müssten besser bezahlt werden. Weitere Streiks seien bereits geplant, sagte Werneke NDR Schleswig-Holstein. Er verwies auf die Leistungen der Beschäftigten in der Corona-Krise. Zudem müsse die Binnennachfrage gestärkt werden. Es dürfe keine Neiddebatte geben. Auch der Verzicht auf Lohnerhöhungen im öffentlichen Dienst würde keinen einzigen Arbeitsplatz bei Karstadt oder der Lufthansa retten.

Warnstreiks gehen weiter

Die Serie der Warnstreiks in verschiedenen Bundesländern geht am Freitag in Hamburg weiter. Auch in Schleswig-Holstein soll es laut ver.di in den nächsten Wochen erneut Warnstreiks geben. In welcher Form, wollte Werneke nicht sagen: "Was genau wir durchführen, hängt sehr davon ab, wie sich auch in den verschiedenen Regionen die Möglichkeiten ergeben, überhaupt auf Plätzen zusammenzukommen oder nicht."

Forderung: 4,8 Prozent mehr Lohn

Ver.di fordert für die bundesweit rund 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten 4,8 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 150 Euro mehr pro Monat. Während der Arbeitnehmerseite eine Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten vorschwebt, soll der Vertrag nach Ansicht der Arbeitgeber bis in das Jahr 2023 gelten. Ein konkretes Angebot hatten die Arbeitgeber bei der zweiten Verhandlungsrunde nicht vorgelegt, weil aus ihrer Sicht erst die Verhandlungsrunden zu Krankenhäusern und Sparkassen abgeschlossen sein müssen.

Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Oktober in Potsdam angesetzt.

Weitere Informationen
Mitarbeiter der Stadtwerke Kiel gehen während einer Menschenketten-Demo auf der Straße. © dpa Foto: Frank Molter

Warnstreiks in Kiel: Demonstranten bilden Menschenkette

Mit ersten Warnstreiks im öffentlichen Dienst in Kiel hat die Gewerkschaft ver.di den Druck auf die Arbeitgeber erhöht. Die Teilnehmer bildeten eine lange Menschenkette. mehr

Zwei Männer mit Ver.di-Fahnen und Mundschutz demonstrieren in Neumünster für mehr Lohn. © screenshot

Ver.di fordert 4,8 Prozent mehr Lohn

Die Gewerkschaft ver.di will mehr Geld für die 56.000 Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Auch Auszubildende sollen eine höhere Vergütung bekommen. Dienstag starten die Verhandlungen. mehr

Straßenschild vor Fahnen der Deutschen Post © ap Foto: Michael Probst

Post-Warnstreik in SH: Briefe bleiben zum Teil liegen

Ver.di hat Beschäftigte der Deutschen Post AG für Freitag und Sonnabend zu Warnstreiks aufgerufen. Die Gewerkschaft fordert 5,5 Prozent mehr Lohn. In vielen Städten in SH bleiben Pakete und Briefe liegen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 24.09.2020 | 17:00 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Ein winddicht angezogenes Paar geht am Strand spazieren. © dpa Picture Alliance Foto: Carsten Rehder

Abreise wegen Corona: Land arbeitet an Regelung für Inseln

Mehr als 1.000 verunsicherte Urlauber haben gestern beim Kreis Nordfriesland angerufen. Minister Buchholz hat sich jetzt geäußert. mehr

Monika Heinold, Bündnis 90/Die Grünen.

Heinold verteidigt Rekord-Neuverschuldung

Das Land will in diesem Jahr insgesamt 6,7 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen. Ministerin Heinold legt die Pläne dar. mehr

Kinder stehen an einer Haustür an Halloween © imago images / ingimage Foto: imago images / ingimage

Garg appelliert: An Halloween nicht um die Häuser ziehen

Gesundheitsminister Garg möchte, dass Kinder und Jugendliche an Halloween nicht von Haus zu Haus ziehen. Er empfiehlt, in der Familie zu feiern. mehr

Eine Tischgarnitur vor einem geschlossenen Restaurant mit Laub auf dem Tisch. © imago images / Seeliger

Neue Corona-Einschränkungen: Gastronomen in SH enttäuscht

Viele Restaurant-Betreiber stellen die Schließungen von Gastronomie-Betrieben in Frage. Sie fordern ein Überdenken. mehr

Videos