Stand: 30.04.2019 19:43 Uhr

Von der Leyen: "Gorch Fock" notfalls außer Dienst stellen

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Wird das Segelschulschiff "Gorch Fock" zum Museumsschiff?

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat bei der Sanierung der "Gorch Fock" eine Frist gesetzt. Die CDU-Politikerin stellte klar, dass das Segelschulschiff der Deutschen Marine bei weiter steigenden Kosten außer Dienst gestellt wird. Von der Leyen sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, dass bis zum Sommer die zuständige Elsflether Werft klarstellen müsse, ob es für 135 Millionen Euro möglich ist, die "Gorch Fock" wieder hochseetauglich zu machen. Sonst werde sie zum Museumsschiff. Die Ministerin betonte, es werde zwar alles daran gesetzt, das "Schiff wieder flottzumachen", doch sei den Steuerzahlern schon viel zugemutet worden. Sie räumte auch ein, dass es bei der ersten Kostenschätzung der Bundeswehr im Jahr 2015 schwere Fehler gegeben habe.

Insolvenzverfahren beantragt

Die Kosten für die Ende 2015 beauftragte Sanierung der "Gorch Fock" waren über die Jahre von 10 auf 135 Millionen Euro in die Höhe geschnellt. Mitte Dezember vergangenen Jahres hatte von der Leyen einen Zahlungsstopp angeordnet, der mittlerweile wieder aufgehoben ist. Seit März wird wieder an der "Gorch Fock" gearbeitet.

Die Elsflether Werft hatte am 20. Februar ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Hintergrund der Schwierigkeiten sind mutmaßlich veruntreute Gelder in Millionenhöhe. Dafür sollen die früheren Geschäftsführer der Elsflether Werft verantwortlich sein. Die Vorwürfe der persönlichen Bereicherung wiesen sie zurück. Von der Leyen hatte vergangene Woche in Berlin gesagt, die "Gorch Fock" sei noch nicht außer Gefahr, aber es gebe jetzt eine gute Chance, dass sie wieder segeln könne.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 30.04.2019 | 07:00 Uhr

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