Stand: 21.02.2019 17:51 Uhr

Vertrauen in Weißen Ring offenbar ungebrochen

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Laut der Landesvorsitzenden Manuela Söller-Winkler ist das Spendenniveau an den Weißen Ring gleich geblieben.

Der Weiße Ring habe im vergangenen Jahr in Schleswig-Holstein eine Krise durchlebt, sagte die neue Landesvorsitzende Manuela Söller-Winkler am Donnerstag. Umso mehr freue sie sich darüber, dass die Menschen offenbar weiter Vertrauen in die Organisation haben. "Es ist tatsächlich so, dass die Zahl der Menschen, die sich an den Weißen Ring gewandt haben, im vergangenen Jahr in Schleswig-Holstein leicht gestiegen ist gegenüber dem Jahr 2017", sagte Söller-Winkler bei der Vorstellung der Jahresbilanz.

Die Opferhilfsorganisation war im vergangenen Jahr nach Belästigungsvorwürfen gegen den früheren Leiter der Lübecker Außenstelle in schweres Fahrwasser geraten. Auch der Landesvorsitzende Uwe Döring trat zurück. Söller-Winkler, Ex-Staatssekretärin im Innenministerium, wurde im August 2018 seine Nachfolgerin.

Trotz Vertrauen der Opfer: Krise ist noch nicht abgehakt

1.593 Opfer von Straftaten suchten im vergangenen Jahr Hilfe bei der Organisation. Knapp die Hälfte der Menschen berichtete den Helfern von Körperverletzungen oder Sexualdelikten. Drei von vier Hilfesuchenden waren Frauen. Dennoch habe der Weiße Ring die Krise nach den Missbrauchsvorwürfen nicht abgehakt. "Wir haben mehrere Maßnahmen ergriffen. Wir haben zum Beispiel gesagt, dass in Zukunft möglichst kein Opfer - kein weibliches Opfer insbesondere - allein mit einem männlichen Opferhelfer spricht", sagte Söller-Winkler.

Bundesweit soll ein extra berufener Beauftragter Beschwerden künftig frühzeitig nachgehen. Dass das Vertrauen der Bevölkerung offenbar nach wie vor hoch ist, machte Söller-Winkler auch am gleichbleibenden Spendenniveau fest. Bei der Überweisung von Bußgeldern durch die Justiz habe es jedoch einen Einbruch gegeben.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.02.2019 | 12:00 Uhr

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