Urteil in Kiel: Knapp fünf Jahre Haft für "falschen Polizisten"

Stand: 07.05.2021 14:34 Uhr

Im Prozess um organisierten Betrug ist am Kieler Landgericht ein Urteil gefallen: Ein 28-Jähriger muss vier Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Er erbeutete Hunderttausende Euro.

Der Mann hatte sich nach Ansicht des Gerichts als Polizeibeamter ausgegeben und vor allem ältere Menschen getäuscht. Seine Masche: Der 28-Jährige machte den Senioren Angst, indem er sagte, ihre Wertsachen seien in Gefahr. Deshalb sollten sie sicherheitshalber Bargeld, Schmuck und Gold an ihn - den vermeintlichen Polizisten - übergeben.

Mehr als 500.000 Euro erbeutet

Gemeinsam mit Komplizen erbeutete er so den Angaben zufolge seit Januar 2019 mehr als 500.000 Euro. Das Geld ging in die Türkei. Dort hat ein Callcenter seinen Sitz, von dem die Betrügeranrufe getätigt wurden.

Angeklagter gesteht zehn Fälle

Das Urteil wegen gewerbsmäßigem Bandenbetrugs fiel vom Strafmaß her geringer aus als ursprünglich von der Staatsanwaltschaft gefordert. Der Grund: Der Angeklagte hatte zuvor zehn Fälle gestanden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 07.05.2021 | 13:00 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Arbeitsmigrantin Sook Ja Lee-Gebauer aus Korea sitzt im Industriemuseum Herrenwyk in Lübeck und lächelt in die Kamera. © NDR

Ausgrenzung, Akzeptanz, Zugehörigkeit: Gastarbeiter berichten

Sie haben ihr Heimatland verlassen, um in Deutschland zu arbeiten. In einer Lübecker Ausstellung erzählen Menschen ihre Geschichten. mehr

Videos