Stand: 24.11.2019 06:00 Uhr

Zahl der Buchkäufe steigt erstmals wieder

Lesungen, Events, Autorentreffen - es gibt einige Ideen, mit denen kleine Buchhandlungen versuchen, Kunden zu locken. Offenbar erfolgreich. Nach schwächeren Jahren geht es dem Buchhandel jetzt wieder etwas besser. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandel Landesverband Nord berichtet, dass die Umsätze wieder leicht ansteigen. "Wir sind mit der Entwicklung der Branche ganz zufrieden. Das Jahr entwickelt sich positiv", freut sich Geschäftsführerin Carola Markwa. Vor allem der stationäre Handel hätte mit knapp 50 Prozent immer noch einen großen Anteil daran. Viel werde weiter in den Buchhandlungen vor Ort verkauft, sagt Markwa.

Buchmarkt: Persönliche Beratung vs. Algorithmus

Entgegen der Prognosen vor einigen Jahren, halten sich gerade die kleinen und unabhängigen Buchhandlungen im Land. Sie machen 90 Prozent des stationären Umsatzes. "Diese Buchhandlungen überleben vor allem durch die starke Beratungskompetenz. Eine persönliche Beratung, die den Kunden kennt, die die Inhalte kennt, ist doch noch mal etwas anderes als ein Algorithmus im Internet", erklärt Markwa vom Landesverband Nord.

Genau auf diese Beratung setzt auch Gabriela Bendfeldt. Sie ist Inhaberin der Buchhandlung "Buchstabe" in Neustadt in Holstein und wurde erst im Oktober zum zweiten Mal als eine von drei Buchhandlungen in Schleswig-Holstein mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet. "Wir haben einen guten Kundenstamm, aber wir versuchen natürlich auch, Anreize zu schaffen", erklärt sie ihr Konzept.

Buchhandlungen sind kultureller Treffpunkt

Immer wieder lädt Bendfeldt Autoren in die Buchhandlung ein, veranstaltet Events oder liest selbst vor. Inzwischen gibt es ihre Buchhandlung schon seit 40 Jahren. "Buchhandlungen sind oftmals auch ein kultureller Treffpunkt", sagt Markwa. Doch diese Vermarktung ist nicht alles, worauf es ankommt. Häufig kommt es auf den Standort an. Deswegen nimmt Markwa auch die Politik in die Pflicht: "Es ist ein großes politisches Augenmaß gefordert, dass es in den Städten auch gute Frequenzen gibt.

Markwa fordert, dass bei Leerstand die Politik handeln muss. Städte dürfen ihrer Meinung nach nicht veröden. "Buchhandlungen sind zwar ein Treffpunkt, aber das funktioniert nur dann, wenn es eine gut belebte, gut strukturierte Innenstadt gibt, die eben auch viele verschiedene Sortimente anbietet", sagt sie. Denn Buchhändler seien stark auf Laufkundschaft angewiesen.

Wichtiger Faktor: Standort

Auch die Buchhandlung "Buchstabe" profitiert vom Standortvorteil. Denn mit dem Urlaubsort Pelzerhaken kommen in Bendfeldts Geschäft auch viele Urlauber. "Die kaufen ihre Lektüre gerne vor Ort, da kann ein Onlineshop nicht mithalten", erklärt sie. Dennoch setzen auch viele kleinen Buchläden inzwischen auf ihre eigenen Onlineshops. Der Vorteil für die Kunden: Die Ware kann am nächsten Tag direkt im Geschäft abgeholt werden, Beratung ist direkt vor Ort und sollte das Buch doch nicht gefallen, ist eine Retoure deutlich unaufwendiger als die Rücksendung per Post.

Rückblick: Die Situation in den Vorjahren

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 23.11.2019 | 08:00 Uhr

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