Stand: 15.01.2020 20:04 Uhr

Tod eines Sechsjährigen: Eltern wollen Verfahren fortsetzen

Im Prozess um den Tod eines Sechsjährigen in einem Freibad in Bad Bramstedt (Kreis Segeberg) haben die Eltern des Kindes am Mittwoch eine Einstellung des Verfahrens ohne Urteil abgelehnt. Zuvor hatte es geheißen, alle Seiten würden einer Einstellung zustimmen. Die Eltern seien nun aber doch dagegen gewesen, weil sie als Nebenkläger nicht auf mögliche zivilrechtliche Ansprüche gegen die Angeklagten verzichten wollten, sagte Oberstaatsanwalt Axel Bieler.

Familie kurz zuvor aus Irak geflüchtet

Daher setzte das Amtsgericht Neumünster den Prozess fort und hörte verschiedene Zeugen an. Nach Aussage der Eltern war die Familie kurz vor dem Ereignis aus dem Irak nach Deutschland geflüchtet. Der Junge war nach Aussage der Eltern erst wenige Tage im Kindergarten. Er sprach noch kein Deutsch und konnte nicht schwimmen. Über den Ausflug seien sie nicht informiert worden, sagten die Eltern. Die Angeklagten schweigen vor Gericht. Ihnen drohen bei einer Verurteilung Geld- oder Freiheitsstrafen. 

Vorwurf: fahrlässige Tötung durch Unterlassen

In dem Prozess stehen drei Erzieherinnen und zwei Bademeister wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen vor dem Amtsgericht Neumünster. Sie sollen im Juni 2016 bei einem Ausflug in das Freibad nicht auf den Sechsjährigen aufgepasst und seinen Tod fahrlässig verursacht haben. Nach zwei gemeinsamen Badegängen lief der Junge den Schilderungen zufolge allein zum Nichtschwimmerbecken zurück. Zwei Jugendliche entdeckten den Jungen wenig später bäuchlings im Wasser treibend. Er starb am folgenden Tag im Krankenhaus. Ein Urteil will das Gericht noch in diesem Monat sprechen.

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Aus einer Fontäne spritzt ein Wasserstrahl im Kinderbecken des Freibads in Bad Bramstedt. © NDR Foto: Marie Meyer

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.01.2020 | 18:00 Uhr

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