Stand: 20.07.2019 14:07 Uhr

Tierschutzzentrum Weidefeld: Viel Beton für fünf Bären

Tiefbauer, Metallbauer, Statiker, Elektriker, Architekten: Sie alle sind derzeit auf einer zwei Hektar großen Baustelle im Tierschutzzentrum Weidefeld (Kreis Schleswig-Flensburg) beschäftigt. Sie bauen einen Marinebunker um, legen riesige Folien in eine Vertiefung. Hier soll ein Badeteich entstehen - für fünf Bären. Drei Braunbär-Weibchen und zwei Kragenbär-Männchen sollen im September einziehen. Die Tiere kommen aus einem Wildpark in Isselburg im westlichen Münsterland. Weil der Pachtvertrag für das Gelände dort ausläuft, müssen die Bären umziehen.

1,20 Meter tiefe Löcher

Damit die Tiere nicht ausbüxen können, muss einiges besonders fest verankert werden, wie Patrick Boncourt vom Tierschutzzentrum Weidefeld betont. "Die Kombination aus Feuchtigkeit im Boden und Wind hier ist schwierig. Vor allem im Winter, wenn der Zaun verfrostet, kann der zum Windfang werden. Die ganze Anlage kann umgeworfen werden", erklärt er. Damit das nicht passiere, müsse das Fundament stark sein. "Da muss richtig viel Beton verbaut werden. Das Loch ist 1,20 Meter tief", erzählt er.

Lange Warteliste

Bevor sie ins Münsterland kamen, lebten die Tiere unter schlechten Umständen. "Maya" zum Beispiel hauste lange in einem Gitterkäfig neben einem Restaurant in Litauen - als Touristenattraktion. Im Tierschutzzentrum Weidefeld sollen "Maya", "Ronja", "Mascha", "Balu" und "Serenus" zur Ruhe kommen. Und auch wenn sie einmal versterben, soll das Gehege weiter genutzt werden. Patrick Boncourt sorgt dafür, dass die baulichen Voraussetzungen dafür stimmen. "Die Warteliste ist lang", versichert er.

Das Tierschutzzentrum Weidefeld wird vom Deutschen Tierschutzbund betrieben. Es ist Auffangstation für beschlagnahmte oder in Not geratene Haustiere. Auch verletzte und verwaiste Wildtiere werden dort aufgenommen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 20.07.2019 | 19:30 Uhr

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