Stand: 04.11.2019 20:43 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

TKMS will 250 Millionen Euro in Kieler Werft investieren

Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) will den Standort Kiel massiv ausbauen. Das Unternehmen kündigte am Montag an, bis zum Jahr 2023 insgesamt 250 Millionen Euro in den Ausbau zu investieren. Außerdem sollen laut TKMS unternehmensweit 500 neue Arbeitsplätze entstehen, ein Großteil davon in Kiel. Von den bislang rund 6.000 Beschäftigten bei TKMS sind zurzeit etwa 2.800 in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt tätig. Der Anspruch sei es, Europas modernstes Marineunternehmen zu werden, so TKMS-Geschäftsführer Rolf Wirtz.

Wirtz: Kunden brauchen Signal der Verlässlichkeit

Um dieses Ziel zu erreichen, werden zusätzliche Ingenieure und Fachkräfte für Produktion, Entwicklung, und Konstruktion gesucht. Der Fachkräftemangel sei das gravierendste Problem, sagte Wirtz. Außderdem äußerte Wirtz "die tiefe Sorge, dass die andauernden Diskussionen über die Ausgestaltung von Verteidigungsetats und Rüstungsexporten richtungsweisende Marine-Projekte nachhaltig negativ beeinflussen". Die Kunden bräuchten ein klares Signal der Verlässlichkeit. Neben dem U-Boot-Bau läuft laut Wirtz auch der Überwasserschiffbau bei TKMS zurzeit gut. Die Voraussetzungen, um den Marineschiffbau als Schlüsseltechnologie in Deutschland auf Dauer zu erhalten, sind laut Wirtz Aufträge aus Deutschland.

Günther: Kiel wird zu einer der modernsten Marineschiffbauwerften

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sprach sich dafür aus, dass Rüstungsaufträge, die für Deutschland sicherheitsrelevant seien, künftig nicht mehr europaweit ausgeschrieben werden müssen. Günther bezeichnete die geplanten Investitionen der Werft als starkes Signal an die Belegschaft und die Region. Der Standort Kiel werde mit den geplanten Investitionen zu einer der modernsten Marineschiffbauwerften in Europa. Die maritime Wirtschaft ist laut Günther einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland. Allein in Schleswig-Holstein arbeiten in 1.800 Unternehmen mehr als 45.000 Menschen. Der Umsatz der Branche beläuft sich jährlich auf etwa 9,2 Milliarden Euro.

U-Boote und Marineschiffe

TKMS ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei konventionellen U-Booten und zudem im Marineschiffbau erfolgreich. Als Subunternehmer ist TKMS mit German Naval Yards als einer von zwei Hauptbewerbern noch im Rennen um den Milliardenauftrag für das deutsche Mehrzweckkampfschiff MKS 180. In der Vergangenheit hatten Medien über angebliche Verkaufspläne der Marineschiffsparte des Thyssenkrupp-Konzerns berichtet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 04.11.2019 | 12:00 Uhr

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