Stand: 28.08.2018 18:09 Uhr

Steinewerfer in Brebel: Versuchter Totschlag?

Nachdem am frühen Sonntagmorgen in Brebel im Kreis Schleswig-Flensburg ein Kleinbus mit einem backsteingroßen Stein beworfen wurde, ermittelt die Staatsanwaltschaft Flensburg jetzt wegen versuchten Totschlags. Bislang lautete der Vorwurf der Behörde auf gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr. Zeugenaussagen hätten die Staatsanwaltschaft dazu bewogen, den mutmaßlichen Tatbestand neu einzustufen, sagte Oberstaatsanwalt Thorkild Petersen-Thrö NDR 1 Welle Nord. Die unbekannten Täter hätten billigend in Kauf genommen, dass Personen, die im Fahrzeug saßen, so sehr zu Schaden kommen, dass sie sogar ihr Leben verlieren. Eine Seniorengruppe war am Sonntagmorgen auf dem Weg nach Schleswig gewesen, als der Stein ein Seitenfenster ihres Kleinbusses durchschlug und fast einen Insassen traf.

"Schwerste bis tödliche Verletzungen" durch Stein in Kauf genommen

Laut Petersen-Thrö sei der Stein "allemal geeignet" gewesen, "schwerste bis tödliche Verletzungen hervorzurufen". Der Vorfall hatte sich am Sonntag gegen 4.20 Uhr in der Gemeinde Brebel ereignet. Der Stein verfehlte die Insassen nur knapp - sie und der Fahrer blieben unverletzt. Nach Angaben von Polizeisprecher Christian Kartheus sollen die Täter den Sprinter überholt und währenddessen den Stein geworfen haben. "Im ersten Moment dachte ich, dass die Scheibe durch einen Steinschlag zersplittert ist", sagte Busfahrer Klaus Hermann NDR 1 Welle Nord. "Das war ein richtig harter Knall. Der Stein ist gegen eine Rückenlehne geprallt und in den Fußraum gefallen." Der Stein habe einen der Senioren um nur 30 Zentimeter verfehlt.

Ein Kartenausschnitt mit Orten im Kreis Schleswig-Flensburg © NDR
Rund um Kappeln haben Unbekannte Pflastersteine auf Autos geworfen.
Blechschäden und zerstörte Scheiben in vielen Orten

Die Unbekannten sollen darüber hinaus mindestens 30 parkende Autos in der gleichen Nacht mit ähnlich großen Steinen beworfen haben - offenbar ebenfalls während der Vorbeifahrt, so die Polizei. Beschädigt wurden Autos in mehreren Ortschaften, unter anderem in Norderbrarup, Rabel, Oersberg, Esgrus, Gelting, Stoltebüll, Hasselberg, Süderbrarup und Kappeln.

Ermittler bitten um Hinweise

Bei dem Auto der Täter soll es sich um einen kleineren Pkw mit mehreren Insassen gehandelt haben. Hinsichtlich der Schäden an den 30 parkenden Autos rechnet die Polizei noch mit weiteren Anzeigen, da sich vermutlich noch nicht alle geschädigten Fahrzeughalter gemeldet haben. Das Polizeirevier Kappeln bittet um weitere Hinweise unter der Rufnummer (04642) 96 55 901.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 28.08.2018 | 17:00 Uhr

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