Stand: 24.05.2018 09:49 Uhr

Schüler entwickeln Tageslicht zum Anknipsen

von Tobias Senff

Versuch und Irrtum - davon stecken im Lichtsystem von Niklas Pissarski, Maurice Mahler und Lukas Hesse gefühlt unendlich viele Stunden. Die drei gehen auf das Gymnasium Trittau (Kreis Stormarn) und stehen im Finale von "Jugend forscht". Ihr System stellt in Innenräumen die gleichen Lichtverhältnisse her, wie sie draußen vor dem Fenster herrschen. "Wir haben auch oft am Nachmittag Unterricht", erzählt Lukas, "und da haben wir festgestellt, dass oft schon das Licht im gesamten Raum angeschaltet wird. Aber gerade am frühen Nachmittag ist es am Fenster noch hell genug. Da könnte man doch Strom sparen." Fast zweieinhalb Jahre liegt diese erste Idee nun schon zurück.

Drei Tüftler aus Trittau wollen Preis gewinnen

Sensoren messen Helligkeit und Farbe

Mittlerweile haben die 17- bis 18-Jährigen ein kleines Modell gebaut. Es soll zeigen, wie das Lichtsystem mal in echten Räumen funktionieren soll. Niklas erklärt, dass die Steuerung mit zwei Photosensoren arbeitet. "Die messen die Helligkeit des Lichts. Außerdem wird die Farbtemperatur des Lichts gemessen, also wie bläulich oder rötlich das Licht erscheint." Aus diesen Daten errechnet ein Prozessor das Lampenlicht für den Raum und stellt es ein. Im Tagesverlauf ändert sich die natürliche Lichtfarbe. Morgens ist es eher rötlich, mittags wechselt es zu blau und abends wieder in den warmen Bereich.

Frust und schlaflose Nächte

Damit das Lichtsystem auch richtig funktioniert, hat jeder im Team einen Schwerpunkt für seine Arbeit. Lukas kümmert sich um die Theorie und Dokumentation. Für die Software ist Niklas zuständig und Maurice baut die Schaltungen und LEDs zusammen. Dabei muss das Trio auch Rückschläge einstecken. "Das ist ziemlich frustrierend. Gerade wenn man eine Leiterplatte wieder neu lötet, bis sie endlich funktioniert," erzählt Maurice. Oft arbeiteten die Schüler bis tief in die Nacht. Gerade in den Tagen vor der Präsentation gab es wenig Schlaf für die Nachwuchsforscher.

Stress verhindert Aufregung

Deshalb blieb Lukas, Maurice und Niklas auch kaum Zeit, aufgeregt zu sein. Das komme wahrscheinlich beim Bundesfinale von Jugend forscht in Darmstadt, meint Lukas. "Wenn man am Ende da steht und eigentlich nichts mehr ändern kann, dann wird die Aufregung losgehen." Erst Sonntagmittag wissen die Drei, ob sie für ihr Lichtsystem einen Preis bekommen. Doch selbst, wenn es nicht klappt - das Projekt hat sich in jedem Fall gelohnt: Die Schüler dürfen ihr Lichtsystem wahrscheinlich in ihrer Schule einbauen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 23.05.2018 | 16:30 Uhr

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